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Erdäpfelnudeln (Ruudwuzerln)

Weil wir vorige Woche mit dem Erdäpfelsalat gerade wieder bei dieser schmackhaften und für viele Gerichte verwertbaren Knolle waren, bleiben wir auch noch dabei (diesmal und vielleicht noch nächste Woche), bevor wir dann saisonbedingt zu Weihnachtsbäckerei kommen.

Erdäpfelnudeln sind wieder klassisches Armeleuteessen, schmecken aber durchaus delikat.

  1. bereitet man, wie bei den Grammelknödeln angegeben, einen Erdäpfelteig.
  2. nimmt man von diesem Teig einen kleinen Patzen (eine Kugel von etwa 1,5 cm Durchmesser) und rollt ihn mit der flachen Hand auf einem mehlbestäubten Brett etwa drei bis vier Mal hin und her, bis er Nudelform dergestalt erhalten hat, dass die Nudel etwa drei bis vier cm. lang ist und in der Mitte deutlich dick und an den Enden spitz.
  3. Spaß am Ganzen entsteht, wenn man die Nudel, ist sie fertig geformt, mit Schwung wegsausen lässt.
  4. wirft man diese Nudeln in sprudelnd kochendes Salzwasser.
  5. schöpft man die Nudeln, wenn sie oben schwimmen, heraus und wälzt sie entweder in angerösteten Bröseln (siehe Marillenknödel) oder in gemahlenem Mohn.
  6. bestreut man die Nudeln nach dem Servieren auf dem Teller mit Staubzucker.

Sehr gut passt Kompott dazu. Bier schmeckt nicht, aber ein Glas Weißwein ist durchaus zu empfehlen. Den Kindern gibt man Wasser oder Cola, es schmeckt auch süße Brause oder gespritzter Apfelsaft (Apfelschorle).

„Ruudwuzerln“ heißt das Gericht dann, wenn es erstens im Burgenland (das jüngste österreichische Bundesland) zubereitet wird und zweitens mit gemahlenem Mohn. Im Burgenländer Dialekt nennt man das Hin-und-her-Rollen bei der Zubereitung „wuzeln“ (übrigens auch in fast allen anderen ostösterreichischen Dialekten). Der gemahlene Mohn erinnert die Burgenländer schlicht und einfach an Schmutz, der im Dialekt „Ruud“ genannt wird.
Macht nichts – schmeckt trotzdem.

Erdäpfelsalat

Mehrfach schon habe ich Erdäpfelsalat als Beilage empfohlen. Heute gibt es das Rezept, das einen Salat verspricht, der doch deutlich von dem abweicht, was normalerweise in Berlin oder Sachsen als Kartoffelsalat angeboten wird. Das Rezept ist einfach, das Ergebnis pikant.

Man braucht kleine, festkochende Erdäpfel, Zwiebeln, Salz, Pfeffer, Essig und Öl.

  1. werden die Erdäpfel mit der Schale eine halbe Stunde gekocht (etwas Kümmel in das Wasser beeinflusst den Geschmack positiv).
  2. gießt man das heiße Wasser ab und schreckt die Erdäpfel kurz mit kaltem Wasser ab.
  3. schält man die Erdäpfel und lässt sie zum Abkühlen auf einem Brett oder schon in der Salatschüssel einige Zeit ruhen.
  4. Die weitgehend abgekühlten Erdäpfel werden in dünne Scheiben geschnitten (die sollen aber möglichst nicht zerfallen).
  5. salzt man die Scheiben nicht zu wenig und pfeffert sie ebenso reichlich.
  6. werden in halbierte Ringe geschnittene Zwiebeln über die Erdäpfel gestreut (eine große Zwiebel auf eine normale Salatschüssel).
  7. füllt man zwei Finger hoch Kräuteressig in ein Viertelliterglas und verdünnt diesen dann mit Wasser bis zum Eichstrich, fügt einen Teelöffel Zucker hinzu, rührt alles auf und gießt es über die Erdäpfel(dies gilt ebenfalls für eine normale Salatschüssel; die Erdäpfel sollten gerade so mit Flüssigkeit bedeckt sein).
  8. kippt man Salatöl (besonders schmackhaft wird der Salat mit Kürbiskernöl) kreuz und quer dazu (zwei- bis dreimal „schwapp“) und verrührt das Ganze.
  9. Wenn alles eine halbe Stunde ziehen konnte, schmeckt der Salat vorzüglich.

Wo Erdäpfelsalat dazu passt, passt immer auch Bier. Nur Kinder müssen Wasser oder Cola trinken. Mit Mund und Nase am Bierschaum nippen und stippen verkürzt für die Kinder die Wartezeit auf die Biertrinkerlaubnis.

Eiernockerl

Grießnockerl und Lebernockerl als Suppeneinlage hatten wir schon. Mit den Eiernockerln will ich ein einfaches und billiges Rezept für viele Speisen mit Soßen als Beilage verwendbare Nockerl bieten und zugleich einen besonderen Zubereitungs- und Serviervorschlag machen. Zunächst das Grundrezept für die Nockerl:

  1. rührt man etwa 40 Gramm Fett (Butter oder Margarine) schaumig.
  2. fügt man bis zu 500 Gramm Mehl (schön langsam und in Raten; der Teig darf nicht mehr klebrig sein, soll aber auch nicht allzu trocken werden), ein Ei, etwas Salz und ein Viertel Liter Milch hinzu.
  3. schlägt man den Teig glatt ab (so schön hat das meine Mutter in Sütterlin in ihr Kochbuch geschrieben).
  4. formt man in der schon gewohnten Manier (siehe Grießnockerl) mit zwei Teelöffeln Nockerl und wirft sie in kochendes Salzwasser, worin sie etwa 10 Minuten kochen sollen.

Jetzt hat man bereits Nockerl, die wie bereits angedeutet hervorragend zu Gulasch, aber auch Rinderbraten, „Beefteck“ (siehe das einschlägige Rezept) und anderen Speisen mit Soßen passen.

Eiernockerl – und damit ein eigenständiges Gericht – werden daraus, wenn man

  1. die fertigen Nockerl in heißes Fett gibt und
  2. zwei Eier darüber schlägt und so lange etwas umrührt, bis die Eier mit der Konsistenz von Rühreiern die Nockerl überzogen haben.

Das Ganze serviert man gesalzen mit Grünem Salat und selbstverständlich mit Bier. Manche Leute lassen allerdings die Eiernockerl weg und trinken nur Bier, manche schwören aber, dass Eiernockerl eine besondere Delikatesse seien. Kinder essen sie dem Vernehmen und meiner Erfahrung nach recht gerne, trinken allerdings Cola oder Wasser dazu.