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Hirn mit Ei

Mag sein, die Vorstellung, Hirn essen zu müssen, lässt den Einen oder die Andere das Gesicht verziehen. Ohne Grund, wie ich versichern kann und wie sich nach Erprobung des folgenden Rezeptes und vor allem dem Genuss des Ergebnisses herausstellen wird. Vielen gelten Speisen mit Hirn als besondere Delikatesse. Sie irren nicht!

Am besten geeignet ist und üblich war bis vor kurzem Kalbshirn. Seit den BSE-Fällen wird es jedoch gemieden. Genau so gut kann man aber Schweinshirn verwenden und die Gefahr ist gebannt. Die Zubereitung ist simpel.

  1. Pro Esserin oder Esser nimmt man etwa 100 Gramm Hirn und schabt es aus der Hirnhaut heraus.
  2. werden klein geschnittene Zwiebel in Speck goldbraun angeröstet.
  3. gibt man das Hirn dazu und brät das Ganze unter ständigem Umrühren zu einer breiigen Masse.
  4. schlägt man Eier darauf (etwa eines pro Person) und verrührt sie mit dem Hirn, bis die Eier fest wie Rührei sind.
  5. wird gesalzen und gepfeffert.

Hirn mit Ei hat einen etwas herben Geschmack, in dem man auch die Zwiebeln bemerkt. Man isst Brot oder Semmel dazu. Auch Grüner Salat passt gut. In der Pfanne serviert sieht es appetitlicher aus, als auf dem Teller (was sich aber bei mehreren Personen wohl nicht vermeiden lässt). Als Getränk empfehle ich Bier, den Kindern Wasser oder Cola.

Topfengolatschen

Heute soll wieder einmal eine köstliche Mehlspeise zubereitet werden. Sie besteht aus zwei Hauptbestandteilen: dem Topfen und der Golatsche, die manchmal auch Kolatsche geschrieben wird. Die Unsicherheit hängt mit der Herkunft zusammen, die der mündlichen Überlieferung folgt und nicht der schriftlichen. Die Wurzel ist das tschechische „kolac“, das die nämliche Form der Mehlspeise meint und selbst aus dem alten slawischen „kol“ = „rund, Rand, Wagen“ stammt. Wie wir unten sehen werden, hat dies mit der Formung der Mehlspeise zu tun. Der Topfen ist das, was die Deutschen meist Quark, manchmal auch Käse nennen. Während der Topfen seit dem Mittelalter in der Form „topfe“ bezeugt ist, ist Quark wiederum slawisch und zwar aus dem Sorbischen übernommen, wo die Sache „twarog“ heißt. Mit der Etymologie des Wortes ist schon fast das Rezept gegeben.

  1. bereitet man einen Germteig wie für Buchteln zu.
  2. mischt man einen Becher Topfen (vorher durch ein Sieb drücken) mit etwa zwei bis drei Esslöffeln schaumig gerührter Butter und zwei Eidotter (wenn man will, auch etwas Vanillezucker, muss aber nicht sein).
  3. hebt man den Eischnee drunter.
  4. rollt man den Teig dünn aus und schneidet ihn in Quadrate (etwa 5 – 6 cm Seitenlänge).
  5. gibt man auf jedes Teigquadrat eine Löffel voll Topfen und schlägt die Ecken zur Mitte (jetzt haben wir die typische Form).
  6. bäckt man die K/Golatschen auf dem eingeschmierten Blech goldbraun und bestreut sie noch warm mit Staubzucker.

G/Kolatschen schmecken herrlich zu einem guten Milchkaffe. Da dürfen auch die Kinder mitessen und mittrinken. Man nimmt bei ihnen halt mehr Milch und weniger Kaffee. Die K/Golatschen sollte man zuteilen, damit sie nicht allein von den Kindern aufgegessen werden.

Krautfleckerl

Nachdem wir jetzt zwei Mal so recht geprasst haben, werden wir diesmal wieder etwas einfacher essen, nämlich Krautfleckerl. Der Name kommt von den beiden Hauptzutaten: Kraut und Fleckerl. Dabei haben Fleckerl so wie bei den Schinkenfleckerln (siehe dort) nichts mit Flecken zu tun, sondern sie sind Eierteigwaren.

  1. kocht man entsprechend der Anzahl der Esserinnen und Esser die Fleckerl al dente und schreckt sie ab.
  2. nimmt man einen Krautkopf im gleichen Gewicht wie die Fleckerl (da können es unter Umständen natürlich auch zwei Krautköpfe sein) und schneidet/wiegt ihn ziemlich klein.
  3. wird das Kraut in heißem Schweinefett zugedeckt gedünstet.
  4. gibt man die Fleckerl dem gedünsteten Kraut zu und macht sie wieder heiß.
  5. gesalzen und gut gepfeffert wird das Ganze angerichtet.

Ich gebe ehrlich zu, die Geschmäcker sind verschieden. Manche vertreibt schon der Geruch des gedünsteten Krauts, andere schwören auf die Delikatesse. Egal aber, wer die Krautfleckerl auch isst, er oder sie trinkt wohl am liebsten Bier dazu, obwohl ein rescher Weißwein auch ganz gut passt. Da schauen die Kinder mit ihrem Wasser oder ihrer Cola natürlich neidig zu, weshalb wir sie wenigstens am Schaum nippen lassen.