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Vanillekipferl

Vanillekipferl heißen so wegen des dabei verwendeten Vanillezuckers und ihrer gebogenen Form. In Deutschland heißt Gebäck dieser Form meist „Hörnchen“ manchmal auch „Beugerl“. „Hörnchen“ und „Beugerl“ sprechen für sich. Das das in Österreich verwendete Wort „Kipferl“ stammt vom althochdeutschen Wort „chipfa“, entstanden wiederum aus lateinisch „cippa“, was die Wagenrunge meint. Die Wagenrunge ist die senkrechte Stütze an der Wagenseite, die ebenfalls gebogen ist, um einerseits oben die Wagenwand oder -leiter zu halten und unten außen an der Radnabe befestigt werden zu können.

  1. mischt man 125 Gramm Mehl mit 105 Gramm flockig zerteilter Margarine sowie 50 Gramm geriebenen Haselnüssen und 32 Gramm Staubzucker.
  2. Das Gemisch knetet man zu einem Teig.
  3. Den Teig lässt man einige Zeit ruhen.
  4. rollt man den Teig in lange, knapp einen Zentimeter dicke Würste.
  5. Schneidet man diese Würste in etwa 5 Zentimeter lange Stücke.
  6. Die Stücke werden zu Kipferln (Hörnchen) gebogen.
  7. Diese legt man auf Backpapier aufs Backblech.
  8. werden die Kipferl bei mäßiger Hitze hellgelb gebacken.
  9. Die fertigen und noch warmen Kipferl legt man mit der Oberseite in Staubzucker, dem ein Päckchen Vanillezucker untergemengt wurde und schüttelt leicht, so dass der Zucker fest haften bleibt.

Hier gilt das Gleich bezüglich der Getränke wie bei den Nussbusserln. Rescher (trockener) Weißwein gibt den eigentlichen Genuss – Kinder nur daran riechen lassen, dann lassen sie von selbst davon ab.

Nussbusserl

Der erste Adventsonntag ist bereits vorbei. Es wird höchste Zeit für Weihnachten zu backen. Wir beginnen mit Nussbusserl, denn die können ruhig in einem zugedeckten Steinguttopf zwei Wochen aufgehoben werden. Hat man sie vielleicht etwas zu hart ausbacken lassen, werden sie durch eine mit in den Steinguttopf gelegte Brotscheibe in der Zeit noch mürbe. „Busserl“ bedeutet in diesem Zusammenhang nichts anderes als in Deutschland „Plätzchen“. Das in Deutschland verwendete Wort ist die Verkleinerungsform von „Platz“ und sagt wahrscheinlich etwas über die Ausdehnung, den Platzbedarf eines „Plätzchens“ aus. Das ist sicher anschaulich, aber was die eigentliche Qualität der Bäckerei (des Gebäcks) wenig treffend. Das Wort „Busserl“ hat seine Wurzel in einem mittelhochdeutschen Verb „bussen“, was so viel wie „küssen“ heißt. Also probieren Sie die Nussbusserln und Sie werden wissen, warum man sie nicht nach ihrem Platzbedarf benennen sollte.

  1. trennt man von drei Eiern den Dotter und das Eiklar.
  2. vermengt man 210 Gramm gesiebten Staubzucker (Puderzucker) mit 210 Gramm geriebenen Nüssen.
  3. schlägt man aus den Eiklar festen Schnee und hebt diesen unter das Nuss-Zucker-Gemisch.
  4. formt man aus dem Teig kleine Halbkugeln (mit zwei Teelöffel ungefähr wie bei Nockerln) und legt diese auf Backpapier aufs Backblech.
  5. Bei mäßiger Hitze werden die Busserln eher leicht ausgetrocknet als gebacken; jedenfalls sind sie schon fast zu scharf gebacken, wenn sie an der Oberfläche goldgelb werden – im Kern können sie auch nach dem Backen noch ein wenig weich sein.

Aufmerksame werden erkannt haben, dass alle Mengen durch drei teilbar sind, so dass man je nach Bedarf die Menge sehr einfach variieren kann. Bei der angegebenen Menge kommen etwa 50 Nussbusserln zustande.

Bier kann man hierzu nun natürlich nicht empfehlen, auch nicht Cola oder Wasser. Man isst die Nussbusserl natürlich – wie jedes Weihnachtsgebäck – zum Kaffee. Während der Zubereitung des Teiges und beim Backen trinke ich allerdings trockenen Weißwein, welcher unter Umständen auch beim Verzehr der Nussbusserl den Kaffe ersetzen kann.

Petersilerdäpfel

Nächste Woche ist schon Advent und da beginnen wir mit Weihnachtsbäckerei. Die Zeiten werden dann auch beim Armeleuteessen etwas fetter, so dass wir heute noch einmal ganz bescheiden etwas wirklich Einfaches aus Erdäpfel machen. Zugegebenermaßen isst man Petersilerdäpfel heute fast nur noch als schmackhafte Beilage. In meiner Kindheit waren sie aber sehr oft die Hauptspeise.

  1. kocht man (festkochende) nicht zu große Erdäpfel 30 Minuten in sprudelnd heißem Wasser (wieder an etwas Kümmel zur Geschmacksverbesserung denken).
  2. zerlässt man in einer Pfanne je nach Menge der Erdäpfel Butter.
  3. gibt man die geschälten Erdäpfel in die Pfanne und lässt ihnen bei mehrfachem Wenden eine goldgelbe Kruste anbraten.
  4. fügt man reichlich gehackten Petersil (in Deutschland: Petersilie) hinzu und wälzt die Erdäpfel so lange, bis sie rundum mit dem etwas angeschmorten Petersil bedeckt sind.

Das war es eigentlich schon. Butter muss man so viel nehmen, dass die Erdäpfel zwar nicht vor Butter triefen, aber doch gut befeuchtet sind. Vor dem Verzehr werden die Petersilerdäpfel nach Geschmack gesalzen. Jeder wird sich vorstellen können, wie gut Bier dazu schmeckt – nur die Kinder nicht, denn die bekommen nur Wasser oder Cola. Die Zunge in den Bierschaum gesteckt, erweckt aber auch bei Kindern erste Vorstellungen vom guten Geschmack.