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Eiernockerl

Grießnockerl und Lebernockerl als Suppeneinlage hatten wir schon. Mit den Eiernockerln will ich ein einfaches und billiges Rezept für viele Speisen mit Soßen als Beilage verwendbare Nockerl bieten und zugleich einen besonderen Zubereitungs- und Serviervorschlag machen. Zunächst das Grundrezept für die Nockerl:

  1. rührt man etwa 40 Gramm Fett (Butter oder Margarine) schaumig.
  2. fügt man bis zu 500 Gramm Mehl (schön langsam und in Raten; der Teig darf nicht mehr klebrig sein, soll aber auch nicht allzu trocken werden), ein Ei, etwas Salz und ein Viertel Liter Milch hinzu.
  3. schlägt man den Teig glatt ab (so schön hat das meine Mutter in Sütterlin in ihr Kochbuch geschrieben).
  4. formt man in der schon gewohnten Manier (siehe Grießnockerl) mit zwei Teelöffeln Nockerl und wirft sie in kochendes Salzwasser, worin sie etwa 10 Minuten kochen sollen.

Jetzt hat man bereits Nockerl, die wie bereits angedeutet hervorragend zu Gulasch, aber auch Rinderbraten, „Beefteck“ (siehe das einschlägige Rezept) und anderen Speisen mit Soßen passen.

Eiernockerl – und damit ein eigenständiges Gericht – werden daraus, wenn man

  1. die fertigen Nockerl in heißes Fett gibt und
  2. zwei Eier darüber schlägt und so lange etwas umrührt, bis die Eier mit der Konsistenz von Rühreiern die Nockerl überzogen haben.

Das Ganze serviert man gesalzen mit Grünem Salat und selbstverständlich mit Bier. Manche Leute lassen allerdings die Eiernockerl weg und trinken nur Bier, manche schwören aber, dass Eiernockerl eine besondere Delikatesse seien. Kinder essen sie dem Vernehmen und meiner Erfahrung nach recht gerne, trinken allerdings Cola oder Wasser dazu.

Bunter Serviettenknödel

Lassen wir die armen Leute doch immer noch Schweinsbraten essen, gönnen wir ihnen aber eine noch etwas feinere Beilage, die zumindest im Spätsommer nicht allzu teuer kommt, nämlich einen buntenServiettenknödel.

Dazu muss man genauso wie bei den Semmelknödeln altbackene Semmeln in kleine Würfel schneiden, was man aber nicht braucht, sind Zwiebel und Petersilie.
zerlässt man einen halben Würfel Margarine mit etwa einem Esslöffel Wasser bei mäßiger Hitze und fügt dann reichlich Erbsen und klein gewürfelte Karotten (Möhren) hinzu (gut 250 bis 300 Gramm auf acht geschnittene Semmeln). Das geht natürlich immer mit Tiefkühlkost, macht aber mit frischer Ware mehr Spaß. Man hat ja durch das Würfeln der Karotten auch mehr zu tun.
Wenn die Erbsen und Karotten in der Margarine halb gar sind, kippt man sie über die geschnittenen Semmeln, fügt bei der oben angegebenen Menge zwei Eier hinzu und lässt das Ganze so lange stehen, bis alle Semmelwürfel feucht sind (eventuell hilft man mit etwas Milch nach).
Wiederum mit Mehl überstaubt durchmischt und knetet man die Masse zu einem leicht klebrigen Teig, der grün und rosa von den Erbsen und Karotten durchdrungen ist.
Eine kochechte Stoffserviette wird mit Margarine eingefettet. Die zu einem einzigen großen Kloß geformte Masse wird darauf gelegt und die Serviette darüber verknotet.
Beim Verknoten der Serviette formt man eine Schlinge, durch die man einen Kochlöffel steckt. Danach hängt man alles in einen Topf mit sprudelnd kochendem Salzwasser und lässt es darin 45 Minuten kochen.

Der Topf muss ziemlich voll sein, da sich der Serviettenknödel sofort quer legt, aber doch möglichst ganz ins Wasser getaucht sein soll. Die bald mit dem Wasser vollgesogene Serviette sorgt jedoch dafür, dass keine Stelle des Knödels trocken und ungegart bleibt. Ist der Knödel fertig, packt man ihn auf einem Teller aus der Serviette aus und schneidet ihn in Scheiben.

Bezüglich der Getränke ändert sich nichts. Bier passt außerordentlich gut. Wie immer geht auch umgekehrt – Fangen Sie mit dem Bier schon beim Kochen an, das hebt den Appetit.

Semmelknödel

Diese Art von Knödel ist relativ leicht zuzubereiten, sehr schmackhaft und kann als Beilage für die verschiedensten Soßen (z.B. Schwammerl- bzw. Pilzsoße) und Fleischspeisen (z.B. Schweinsbraten oder Rinderbraten) dienen. Man kann sie aber auch, wenn man sie nicht sehr groß formt, in Suppen essen. Außerdem kann man sie in Stücke schneiden, rösten und schließlich Eier darüber schlagen, was vor allem als Resteverwertung gang und gäbe ist.

Man nimmt etwa drei bis vier Tage alte Semmeln (Brötchen), die noch nicht ganz hart und spröde, aber dennoch so fest sind, dass sie sich leicht in kleine Würfel schneiden lassen (ca. 1/2 cm Seitenlänge). Aus einer Semmel werden erfahrungsgemäß etwa 2 Knödel mittlerer Größe.
Über die Semmelwürfel gießt man in einer Schüssel etwas Milch und lässt das Ganze so lange stehen, bis alle Würfel feucht durchzogen sind (nicht nass).
Jetzt gibt man zur Masse eine klein gehackte Zwiebel hinzu sowie Petersilie und zwei Eier (bei vielleicht acht geschnittenen Semmeln), streut etwas Mehl darüber (ungefähr die Oberfläche gut bedeckend, aber auch nicht zuviel, da das Mehl sich nur mit den Eiern binden soll, die Knödel aber nicht nach Mehl schmecken dürfen).
Die Masse gut mit den Händen kneten und durchmischen und dann mit feuchten Händen nicht all zu große feste Knödel formen.
Die Knödel gibt man in sprudelndes Salzwasser und lässt sie je nach Größe 10 bis 15 Minuten kochen.

Verwendet man die Knödel als Suppeneinlage, so schneidet man die Semmeln möglichst klein. Die Masse dient auch als Grundlage für Leberknödel. Dafür fügt man fein gequetschte Schweinsleber hinzu, nimmt aber dementsprechend weniger Milch für das Anfeuchten.

Auf den Streit zwischen Karl Valentin und Liesl Karstadt, ob es denn wegen der Mehrzahl der geschnittenen Semmeln nicht eigentlich „Semmelnknödel“ heißen müsste, sollte man sich nicht einlassen. Als Sprachwissenschaftler kann ich dazu nur sagen, dass das „n“ zwischen „Semmel“ und „Knödel“ nicht geeignet ist, den Plural für die Semmeln anzuzeigen, und deshalb in der Fachwelt Fugenelement genannt wird. Für den Geschmack ist es egal, ob man „Semmelnknödel“ oder „Semmelknödel“ sagt, die „Semmelnknödel“ sind allerdings völlig unüblich, auch wenn es Karl Valentin nicht glauben wollte. Auf jeden Fall passt zu allen Speisen mit Semmelknödel Bier – umgekehrt geht es natürlich auch hier.