Da habe ich heute wieder bei der Aktion „kostenloses Mittagessen“ mitgemacht und schon wieder dazu gelernt. Wir standen an der Mittelschule Delitzsch-Nord, hoffnungsvoll dass unser Angebot etwa ab 12 Uhr wie immer gute Kunden finden wird. Diesmal kam aber kaum wer und wer kam, ging ausnahmslos mit bereits bezahlter Essenmarke zum Mittagessen nebenan. Oh Wunder! Aber Wunder gibt es doch nicht wirklich. Weil wir selbst bereits linksdrehende Spirelli mit roter Soße gegessen hatten, was bekanntlich gescheit macht, dauerte es auch nicht lange, bis wir merkten, dass die Schülerinnen und Schüler ohne Essenmarken das Schulgelände auf der anderen Seite verließen, also bei uns gar nicht vorbei kamen. Wir standen hinter der Schule. Wir hatten uns aber nicht selbst irrtümlich auf die falsche Seite gestellt. Der Platz war zugewiesen von den städtischen Behörden. „Was lernt uns das?“, sagte da immer mein alter Klassenlehrer: Dass ein voller Magen nicht gern studiert, kann der Grund nicht gewesen sein, denn die Schülerinnen und Schüler, die wir bewirten wollten, waren auf dem Weg nach Hause. Also kann wohl nur gelten, Stadt und Schule haben lieber hungrige Schülerinnen und Schüler als von links gescheit gemachte. Eine Lehrstunde in Demokratie war es außerdem: Wer die Macht hat, kann die anderen austricksen. Aber ätsch! Ein ganze Menge Material sind wir dennoch los geworden.
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Spirelli mit Hirn – (k)ein neues Rezept.
Ich war heute zur Aktion der >linksjugend< „kostenloses Mittagessen“ in Torgau. Es gab linksdrehende Spirelli mit roter Soße. Die sind wesentlich bekömmlicher als rechtsdrehende mit brauner Soße. Rechtsdrehende dringen ins Gehirn ein und machen augenblicklich doof und die braune Soße setzt sich in der Kleidung fest, weil bestimmte Schließmuskel nicht mehr funktionieren. Linksdrehende Spirelli bringen Hirn zutage.
(Das hat auf facebook so gefallen, dass ich es auch hier bringe)
Die Angst der Männer um die 40
Nach kurzer Krankheit heimgekehrt – in den Wahlkampf. Da habe ich heute nach rasanter Motorradfahrt am Infostand in Eilenburg Material verteilt. The same procedure as everyyear, everywhere an everytime. Ein freundliches Lächeln bringt ein freundliches Lächeln als Antwort und schon ist man das Material los. Hilfreich ist der Spruch: „Darf ich Ihnen das mitgeben? Eine Information zur Wahl“. Menschen mit kleinen Kindern hilft oft der Rat: „Wenn Sie die Zeitung nicht lesen, so können Sie doch ein Schiffchen oder einen Hut für die Kinder daraus basteln.“ „In Zeitungen stehen doch nur Lügen“, meint ein älterer Herr. „In dieser Zeitung steht, dass in Zeitungen nur Lügen stehen“ als Antwort, ließ mich die Zeitung los werden. Es geht viel und man kommt ins Gespräch. Nur eine Gruppe ist kaum zu knacken – die Männer um die 40. Die richten schon von weitem ihr Gesicht zurecht. Da gibt es die „Ich-weiß-schon-alles-Miene“. Der braucht kein neues Material. Aber es kommen auch die „Ich-will-gar-nichts-wissen-Gesichter“. Da erntet man nur Verachtung für aufdringliche Werbung. „Ich-habe-Wichtigeres-zu-tun-als-zu-wählen“ blickt einem meist mit Krawatte um den Hals entgegen. Egal wie, auf keinen Fall nehmen die um die 40 was mit. Ein klein wenig sind die Gesichter aber auch verräterisch. Irgendwo blitzt immer die Angst durch, als Mann vielleicht gar noch nicht zu wissen, wo es lang geht und was das alles für Brüder sind, die da Zettel und Zeitungen verteilen. Um Himmels Willen, das könnte doch wer sehen, vielleicht sogar eine Frau oder ein anderer Mann um die 40. So landet halt mein Material bei Älteren und Jüngeren. Sie können es ja zu Hause an den Sohn, der bald 40 wird, oder den Vati, der schon über 40 ist, weitergeben.