Archiv der Kategorie: Rezepte

Hier veröffentliche ich vor allem „Arme-Leute Essen“.

Einbrennsuppe

Wem das Wahlergebnis auf den Magen geschlagen ist oder wer einen Katzenjammer hat, weil er meinen Rat befolgt hat, bei einer Niederlage der PDS einfach weiterzutrinken, dem sei heute Schonkost in Form einer „Einbrennsuppe“ empfohlen – übrigens das klassische Armeleuteessen, also auch den abgewählten MdB und ihren MitarbeiterInnen zu empfehlen:

  1. aus Mehl und Fett (je etwa 150 Gramm) eine braune Einbrenn (Schwitze) machen, mit Wasser aufgießen, mit Kümmel würzen und aufkochen.
  2. Salzen und sollten Mehlkrümel verblieben sein, abseien.
  3. Salzkartoffel klein geschnitten als Einlage hinzufügen und servieren.

Dass ich von meiner durchaus durch Einbrennsuppe begleiteten Kindheit diese heute empfehle, zeugt von der Tiefe meiner Depressionen. Dennoch, da müssen wir durch.

Hinterher ein Bier ist durchaus zu empfehlen. Es lässt die Einbrennsuppe vergessen.

Gulasch – scharf und rot

Im Grunde geht die Sache wie das Erdäpfelgulasch, nur nehmen wir statt der Erdäpfel Rindfleisch; aber dennoch: der Reihe nach!

  1. Kleingeschnittene Zwiebeln (im Gewicht genau so viel, wie man Fleisch zu nehmen gedenkt) brät man in einem Topf in heißem Fett ziemlich braun. Man kann immer wieder eine kleine Menge Wasser hinzufügen, wenn die Zwiebeln am Topfboden anbrennen. Davon werden die Zwiebeln immer stärker braun, wenn das Wasser wieder verdunstet ist, ohne zu verschmoren.
  2. Wenn die Zwiebeln richtig braun sind, fügt man gut gesalzenes und gepfeffertes, in Würfel geschnittenes Rindfleisch hinzu. Das Rindfleisch muss nicht vom Besten sein. Es kann durchaus vom Vorderbein und mit Sehnen durchzogen sein. Die Sehnen geben die Leimmasse für eine sämige Soße.
  3. Das Zwiebel-Fleisch-Gemisch weiter anbraten, bis das Fleisch anfängt Saft abzugeben („Wasser lässt“).
  4. Jetzt mindestens einen Esslöffel Essig hinzufügen, die Hitze abmindern und reichlich süßen Paprika hinzufügen.
  5. Das Ganze kurz durchrühren und dann mit Wasser so weit aufgießen, dass das Fleisch bedeckt ist.
  6. Mit scharfem Paprika je nach vorhandener Schmerzgrenze abschmecken und so lange köcheln lassen, bis das Fleisch nicht mehr zäh ist. Die Soße sollte eine stark braun-rote Färbung haben, ohne bitter zu schmecken.

Ein wieder aufgewärmtes Gulasch schmeckt im Übrigen besser als ein nach dem ersten Garen serviertes. Man isst das Gulasch am besten mit Brot oder Semmel, mit denen man den Saft aufnimmt; es munden aber auch Semmelknödel oder Spätzle bzw. Nockerln dazu (deren Zubereitung werde ich demnächst mit Rezepten für noch andere Beilagen darlegen).

Auf jeden Fall braucht man Bier. Trinken Sie es auf den Wahlerfolg mit Genuss und in Maßen (vielleicht auch ein Schnäpschen). Hören Sie aber nicht auf zu trinken, falls der Erfolg versagt geblieben ist. Sie hätten dann die Chance die vier kalten Jahre, die über Deutschland hereinbrechen würden, zu verschlafen. Nach der Erfahrung solcher kalter Jahre würde dann wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jeder und jede Zweite PDS wählen und Sie könnten nach dem Winterschlaf mit Glücksgefühl die Prozedur wiederholen.

Deutsches Beefsteak (nach Art meines Vaters)

Warum nach Art meines Vaters? Nun, er verfeinerte mit seinem Gespür für Geschmack etwas, was in Deutschland meist nur Frikadelle bzw. Bulette mit Spiegelei und Bratkartoffel ist, zu einer Delikatesse, wie mir auch meine Gäste immer wieder versichern, wenn ich ihnen diese Speise vorsetze. Im übrigen nannte mein Vater die Sache dann „Beefteck“, was ihre Besonderheit auch sprachlich hervorhob.

  1. Zu nehmen ist halbe/halbe Faschiertes vom Rind und vom Schwein (Geschabtes und Gehacktes) – etwa 500 Gramm für drei bis vier Personen, das man salzt und pfeffert.
  2. mischt man das Fleisch mit einer klein gehackten großen Zwiebel und je nach Geschmack mit ein bis drei gepressten Knoblauchzehen sowie einem Ei und lässt es etwa eine Stunde im Kühlschrank ruhen.
  3. formt man nicht all zu große Laibchen und wälzt sie kräftig in Mehl.
  4. werden die Laibchen in Margarine zugedeckt gedünstet, bis sie auf beiden Seiten braun sind und sich der ausgetretene Fleischsaft mit dem Fett vermischt hat.
  5. Jetzt gießt man heißes Wasser bis zur halben Höhe der Laibchen zu, rührt die Flüssigkeit gründlich auf , gibt etwas Ketch-up und mehr Senf (je nach Geschmack) zu.
  6. Man verrührt das alles noch mal ordentlich und lässt es auf kleiner Flamme etwa 25 bis 30 Minuten köcheln. Verdampft zu viel Saft, gießt man sparsam Wasser nach.

Am Vortag zubereitet oder wenigstens einige Stunden vor der Mahlzeit und dann noch einmal aufgekocht, verbessert den Geschmack deutlich, weil der Saft besser von den Gewürzen und dem Senf durchzogen wird. Man reicht zu den „Beeftecks“ Erdäpfelknödel und grünen Salat. Bier erhöht den Reiz des Geschmacks außerordentlich, so wie umgekehrt die Köstlichkeit eines kühlen Bieres mit dieser Speise besonders zur Geltung gebracht wird.