Archiv der Kategorie: Rezepte

Hier veröffentliche ich vor allem „Arme-Leute Essen“.

Linzer Teig – Linzer Törtchen

Warum der Linzer Teig so heißt, weiß ich wirklich nicht genau, aber er wird halt in Linz erfunden worden sein. Er bildet die Basis für Weihnachtskekse in vielfältiger Form – einfach, mit Streusel bestreut, in Zucker gewälzt oder mit Eiklar bestrichen. Eine Besonderheit darunter sind die „Linzer Törtchen“. Aber zunächst der Teig:

  1. braucht man 250 Gramm Mehl, 1 Ei, 100 Gramm Margarine, 100 Gramm Zucker und ein halbes Päckchen Backpulver.
  2. gibt man das Mehl auf ein Nudelbrett und bröselt (krümelt) das Fett möglichst in kleinen und dünnen Flocken darüber.
  3. fügt man Eidotter, Zucker und Backpulver hinzu und verarbeitet das Ganze zu einem gut durchgekneteten Teig.
  4. wird der Teig – nachdem man ihn etwa 20 Minuten hat rasten lassen – messerrückendick ausgerollt.
  5. Jetzt kann man die Kekse ausstechen.
  6. bäckt man die Kekse bei mäßiger Hitze auf Backpapier goldgelb.

Man muss wissen, dass der Teig sehr mürbe und trocken ist. Er reißt beim Ausrollen leicht und zeigt sich an den Rändern nicht immer glatt begrenzt und wohlgeformt. Das macht nichts. Die Reste des ausgestochenen Teiges knetet man wieder zusammen und fängt bei 4. (ohne das Rasten natürlich) wieder an.

Die Linzer Törtchen werden kreisrund (Wein- oder Wasserglas) ausgestochen. Bei jedem zweiten Stück sticht man mit einem Fingerhut außerdem noch ein Loch in die Mitte. Nach dem Backen bestreicht man das Stück ohne Loch mit Marillenmarmelade (Aprikosen) und klebt das Stück mit dem Loch darauf. Zuvor muss man dieses Stück aber noch warm mit der Oberseite in Staubzucker, der mit Vanillezucker (ein Päckchen auf 150 bis 200 Gramm Staubzucker) vermischt wurde, legen und etwas hin und her schütteln, so dass es gut und fest vom Zucker überberzogen ist.

Beim Linzer Teig schmeckt rescher Weißwein schon während der Zubereitung, die Kinder dürfen dafür vom Teig naschen.

Vanillekipferl

Vanillekipferl heißen so wegen des dabei verwendeten Vanillezuckers und ihrer gebogenen Form. In Deutschland heißt Gebäck dieser Form meist „Hörnchen“ manchmal auch „Beugerl“. „Hörnchen“ und „Beugerl“ sprechen für sich. Das das in Österreich verwendete Wort „Kipferl“ stammt vom althochdeutschen Wort „chipfa“, entstanden wiederum aus lateinisch „cippa“, was die Wagenrunge meint. Die Wagenrunge ist die senkrechte Stütze an der Wagenseite, die ebenfalls gebogen ist, um einerseits oben die Wagenwand oder -leiter zu halten und unten außen an der Radnabe befestigt werden zu können.

  1. mischt man 125 Gramm Mehl mit 105 Gramm flockig zerteilter Margarine sowie 50 Gramm geriebenen Haselnüssen und 32 Gramm Staubzucker.
  2. Das Gemisch knetet man zu einem Teig.
  3. Den Teig lässt man einige Zeit ruhen.
  4. rollt man den Teig in lange, knapp einen Zentimeter dicke Würste.
  5. Schneidet man diese Würste in etwa 5 Zentimeter lange Stücke.
  6. Die Stücke werden zu Kipferln (Hörnchen) gebogen.
  7. Diese legt man auf Backpapier aufs Backblech.
  8. werden die Kipferl bei mäßiger Hitze hellgelb gebacken.
  9. Die fertigen und noch warmen Kipferl legt man mit der Oberseite in Staubzucker, dem ein Päckchen Vanillezucker untergemengt wurde und schüttelt leicht, so dass der Zucker fest haften bleibt.

Hier gilt das Gleich bezüglich der Getränke wie bei den Nussbusserln. Rescher (trockener) Weißwein gibt den eigentlichen Genuss – Kinder nur daran riechen lassen, dann lassen sie von selbst davon ab.

Nussbusserl

Der erste Adventsonntag ist bereits vorbei. Es wird höchste Zeit für Weihnachten zu backen. Wir beginnen mit Nussbusserl, denn die können ruhig in einem zugedeckten Steinguttopf zwei Wochen aufgehoben werden. Hat man sie vielleicht etwas zu hart ausbacken lassen, werden sie durch eine mit in den Steinguttopf gelegte Brotscheibe in der Zeit noch mürbe. „Busserl“ bedeutet in diesem Zusammenhang nichts anderes als in Deutschland „Plätzchen“. Das in Deutschland verwendete Wort ist die Verkleinerungsform von „Platz“ und sagt wahrscheinlich etwas über die Ausdehnung, den Platzbedarf eines „Plätzchens“ aus. Das ist sicher anschaulich, aber was die eigentliche Qualität der Bäckerei (des Gebäcks) wenig treffend. Das Wort „Busserl“ hat seine Wurzel in einem mittelhochdeutschen Verb „bussen“, was so viel wie „küssen“ heißt. Also probieren Sie die Nussbusserln und Sie werden wissen, warum man sie nicht nach ihrem Platzbedarf benennen sollte.

  1. trennt man von drei Eiern den Dotter und das Eiklar.
  2. vermengt man 210 Gramm gesiebten Staubzucker (Puderzucker) mit 210 Gramm geriebenen Nüssen.
  3. schlägt man aus den Eiklar festen Schnee und hebt diesen unter das Nuss-Zucker-Gemisch.
  4. formt man aus dem Teig kleine Halbkugeln (mit zwei Teelöffel ungefähr wie bei Nockerln) und legt diese auf Backpapier aufs Backblech.
  5. Bei mäßiger Hitze werden die Busserln eher leicht ausgetrocknet als gebacken; jedenfalls sind sie schon fast zu scharf gebacken, wenn sie an der Oberfläche goldgelb werden – im Kern können sie auch nach dem Backen noch ein wenig weich sein.

Aufmerksame werden erkannt haben, dass alle Mengen durch drei teilbar sind, so dass man je nach Bedarf die Menge sehr einfach variieren kann. Bei der angegebenen Menge kommen etwa 50 Nussbusserln zustande.

Bier kann man hierzu nun natürlich nicht empfehlen, auch nicht Cola oder Wasser. Man isst die Nussbusserl natürlich – wie jedes Weihnachtsgebäck – zum Kaffee. Während der Zubereitung des Teiges und beim Backen trinke ich allerdings trockenen Weißwein, welcher unter Umständen auch beim Verzehr der Nussbusserl den Kaffe ersetzen kann.