Archiv der Kategorie: Rezepte

Hier veröffentliche ich vor allem „Arme-Leute Essen“.

Gebackenes Hirn

Haben Sie das Hirn mit Ei schon ausprobiert, dann lechzen Sie mit Sicherheit nach mehr. Gebackenes Hirn ist eine wahre Delikatesse, aber etwas schwieriger zuzubereiten als das Hirn mit Ei. Beim Einkauf ist unbedingt darauf zu achten, dass die einzelnen Hirnlappen nicht zerstört sind. (Weil so Manche in Deutschland Hirn für Katzenfutter halten, gehen sie leider auch nicht sonderlich sorgsam damit um und rühren es einfach zu Brei. Das ist keine Kultur.)

  1. löst man von den einzelnen Stücken sorgfältig die Hirnhaut ab.
  2. legt man die ausgelösten Stücke etwa eine halbe Stunde in leichtes Essigwasser (das macht sie fester, weshalb sie im weiteren Verlauf auch besser zu verarbeiten sind).
  3. pfeffert und paniert man die Stücke wie Schnitzel (Mehl, Ei, Brösel).
  4. werden die Stücke in heißem Fett goldbraun gebacken und nach dem Herausnehmen aus dem Fett rundum gesalzen.

Hervorragend schmeckt dazu Erdäpfelsalat, aber auch jeder andere Salat mundet vortrefflich. Petersilerdäpfel kann ich ebenso empfehlen. Bier ist das ideale Getränk dazu. Bei einem Festschmaus ist aber trockener Weißwein angesagt. Die Kinder werden sich wohl mit Wasser – da kann man ja einen Schluck Weißwein hineingeben – oder Cola begnügen müssen. Ein kleiner Schnurrbart vom Bierschaum am Kindermund macht das Essen noch fröhlicher.

Hirn mit Ei

Mag sein, die Vorstellung, Hirn essen zu müssen, lässt den Einen oder die Andere das Gesicht verziehen. Ohne Grund, wie ich versichern kann und wie sich nach Erprobung des folgenden Rezeptes und vor allem dem Genuss des Ergebnisses herausstellen wird. Vielen gelten Speisen mit Hirn als besondere Delikatesse. Sie irren nicht!

Am besten geeignet ist und üblich war bis vor kurzem Kalbshirn. Seit den BSE-Fällen wird es jedoch gemieden. Genau so gut kann man aber Schweinshirn verwenden und die Gefahr ist gebannt. Die Zubereitung ist simpel.

  1. Pro Esserin oder Esser nimmt man etwa 100 Gramm Hirn und schabt es aus der Hirnhaut heraus.
  2. werden klein geschnittene Zwiebel in Speck goldbraun angeröstet.
  3. gibt man das Hirn dazu und brät das Ganze unter ständigem Umrühren zu einer breiigen Masse.
  4. schlägt man Eier darauf (etwa eines pro Person) und verrührt sie mit dem Hirn, bis die Eier fest wie Rührei sind.
  5. wird gesalzen und gepfeffert.

Hirn mit Ei hat einen etwas herben Geschmack, in dem man auch die Zwiebeln bemerkt. Man isst Brot oder Semmel dazu. Auch Grüner Salat passt gut. In der Pfanne serviert sieht es appetitlicher aus, als auf dem Teller (was sich aber bei mehreren Personen wohl nicht vermeiden lässt). Als Getränk empfehle ich Bier, den Kindern Wasser oder Cola.

Topfenstrudel

Was vorige Woche als Golatschen ging, geht auch als Strudel. Das Wort „Strudel“ muss man nicht weiter erklären. Es beschreibt die Form des Kuchen, nämlich dass er eingerollt ist, so wie sich ein Strudel im Wasser dreht.

  1. macht man wieder einen Germteig wie bei Buchteln, nicht zu fest.
  2. bereitet man den Topfen vor wie bei den Golatschen.
  3. rollt man den Teig dünn aus.
  4. bestreicht man ihn mit dem Topfen und streut Rosinen darüber.
  5. wird er eingerollt und noch etwas gehen gelassen.
  6. U-förmig auf ein eingeschmiertes Blech gelegt.
  7. bäckt man ihn goldbraun, was am besten gelingt, wenn man ihn während des Backens hin und wieder mit Butter bzw. Rahm einstreicht.

Natürlich gehört auch der Topfenstrudel für die Jause (das Wort kommt vom slawischen „juzny“ = südlich bzw. Stand der Nachmittagssonne) und deshalb trinkt man dazu einen Milchkaffee, der mit viel Milch auch den Kindern verabreicht werden kann.