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Bunter Serviettenknödel

Lassen wir die armen Leute doch immer noch Schweinsbraten essen, gönnen wir ihnen aber eine noch etwas feinere Beilage, die zumindest im Spätsommer nicht allzu teuer kommt, nämlich einen buntenServiettenknödel.

Dazu muss man genauso wie bei den Semmelknödeln altbackene Semmeln in kleine Würfel schneiden, was man aber nicht braucht, sind Zwiebel und Petersilie.
zerlässt man einen halben Würfel Margarine mit etwa einem Esslöffel Wasser bei mäßiger Hitze und fügt dann reichlich Erbsen und klein gewürfelte Karotten (Möhren) hinzu (gut 250 bis 300 Gramm auf acht geschnittene Semmeln). Das geht natürlich immer mit Tiefkühlkost, macht aber mit frischer Ware mehr Spaß. Man hat ja durch das Würfeln der Karotten auch mehr zu tun.
Wenn die Erbsen und Karotten in der Margarine halb gar sind, kippt man sie über die geschnittenen Semmeln, fügt bei der oben angegebenen Menge zwei Eier hinzu und lässt das Ganze so lange stehen, bis alle Semmelwürfel feucht sind (eventuell hilft man mit etwas Milch nach).
Wiederum mit Mehl überstaubt durchmischt und knetet man die Masse zu einem leicht klebrigen Teig, der grün und rosa von den Erbsen und Karotten durchdrungen ist.
Eine kochechte Stoffserviette wird mit Margarine eingefettet. Die zu einem einzigen großen Kloß geformte Masse wird darauf gelegt und die Serviette darüber verknotet.
Beim Verknoten der Serviette formt man eine Schlinge, durch die man einen Kochlöffel steckt. Danach hängt man alles in einen Topf mit sprudelnd kochendem Salzwasser und lässt es darin 45 Minuten kochen.

Der Topf muss ziemlich voll sein, da sich der Serviettenknödel sofort quer legt, aber doch möglichst ganz ins Wasser getaucht sein soll. Die bald mit dem Wasser vollgesogene Serviette sorgt jedoch dafür, dass keine Stelle des Knödels trocken und ungegart bleibt. Ist der Knödel fertig, packt man ihn auf einem Teller aus der Serviette aus und schneidet ihn in Scheiben.

Bezüglich der Getränke ändert sich nichts. Bier passt außerordentlich gut. Wie immer geht auch umgekehrt – Fangen Sie mit dem Bier schon beim Kochen an, das hebt den Appetit.

Semmelknödel

Diese Art von Knödel ist relativ leicht zuzubereiten, sehr schmackhaft und kann als Beilage für die verschiedensten Soßen (z.B. Schwammerl- bzw. Pilzsoße) und Fleischspeisen (z.B. Schweinsbraten oder Rinderbraten) dienen. Man kann sie aber auch, wenn man sie nicht sehr groß formt, in Suppen essen. Außerdem kann man sie in Stücke schneiden, rösten und schließlich Eier darüber schlagen, was vor allem als Resteverwertung gang und gäbe ist.

Man nimmt etwa drei bis vier Tage alte Semmeln (Brötchen), die noch nicht ganz hart und spröde, aber dennoch so fest sind, dass sie sich leicht in kleine Würfel schneiden lassen (ca. 1/2 cm Seitenlänge). Aus einer Semmel werden erfahrungsgemäß etwa 2 Knödel mittlerer Größe.
Über die Semmelwürfel gießt man in einer Schüssel etwas Milch und lässt das Ganze so lange stehen, bis alle Würfel feucht durchzogen sind (nicht nass).
Jetzt gibt man zur Masse eine klein gehackte Zwiebel hinzu sowie Petersilie und zwei Eier (bei vielleicht acht geschnittenen Semmeln), streut etwas Mehl darüber (ungefähr die Oberfläche gut bedeckend, aber auch nicht zuviel, da das Mehl sich nur mit den Eiern binden soll, die Knödel aber nicht nach Mehl schmecken dürfen).
Die Masse gut mit den Händen kneten und durchmischen und dann mit feuchten Händen nicht all zu große feste Knödel formen.
Die Knödel gibt man in sprudelndes Salzwasser und lässt sie je nach Größe 10 bis 15 Minuten kochen.

Verwendet man die Knödel als Suppeneinlage, so schneidet man die Semmeln möglichst klein. Die Masse dient auch als Grundlage für Leberknödel. Dafür fügt man fein gequetschte Schweinsleber hinzu, nimmt aber dementsprechend weniger Milch für das Anfeuchten.

Auf den Streit zwischen Karl Valentin und Liesl Karstadt, ob es denn wegen der Mehrzahl der geschnittenen Semmeln nicht eigentlich „Semmelnknödel“ heißen müsste, sollte man sich nicht einlassen. Als Sprachwissenschaftler kann ich dazu nur sagen, dass das „n“ zwischen „Semmel“ und „Knödel“ nicht geeignet ist, den Plural für die Semmeln anzuzeigen, und deshalb in der Fachwelt Fugenelement genannt wird. Für den Geschmack ist es egal, ob man „Semmelnknödel“ oder „Semmelknödel“ sagt, die „Semmelnknödel“ sind allerdings völlig unüblich, auch wenn es Karl Valentin nicht glauben wollte. Auf jeden Fall passt zu allen Speisen mit Semmelknödel Bier – umgekehrt geht es natürlich auch hier.

Grammelknödel aus Erdäpfelteig

Grammeln = Grieben
Knödel = von der Form her wie Klöße

Grammelknödel sind Knödel aus Erdäpfelteig, gefüllt mit Grammeln, serviert mit heißem Schmalz übergossen, dazu reichlich grüner Salat. Weil die Sache recht fett ist, isst kaum jemand mehr als zwei bis drei Knödel, diese aber mit großem Genuss.

Der Erdäpfelteig ist das Grundrezept für viele billige, aber schmackhafte und nahrhafte Speisen. Diese können sehr deftig sein, wie eben die Grammelknödel, aber auch süß, wie z.B. Zwetschkenknödel oder Powidltatschkerln (beides haben wir noch später).

  1. Man koche (je nach Anzahl der EsserInnen) festkochende, schon etwas abgelagerte Erdäpfel mit der Schale (Kochzeit eine halbe Stunde). Faustregel: aus einem Erdapfel werden etwa 2 Knödel.
  2. Die gekochten Erdäpfel schälen und etwas abkühlen lassen; danach auf ein vorbereitetes Mehlbett quetschen.
  3. Mit einer Prise Salz und weiterem Mehl einen Teig kneten, der nur mehr wenig an den Händen klebt (Vorsicht: zu viel Mehl macht einen faden Geschmack; entgegen manchmal vorgebrachter Meinung wird auch kein Ei für den Teig verwendet).
  4. Den Teig zu einer etwa 4 – 5 cm dicken Rolle auswälzen und in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben im Handteller platt drücken, einige Grammeln darauf legen und danach zu einem Knödel formen.
  5. Die Knödel werden in sprudelnd heißes Salzwasser gelegt und sollen so lange kochen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Servieren wie oben angegeben.

Dazu passt kühler, rescher (sehr trockener, sagen wir mal, etwas saurer) Weißwein, genau so gut aber auch Bier und am Ende der Mahlzeit ein Schnäpschen. Für Kinder gilt, wie schon beim falschen Schweinsbraten, dass man auch Cola oder Limo dazu trinken kann.