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Gebackener Karfiol

Meine Rezepte kann man wohl kaum vegetarisch nennen und das werden sie auch in der großen Mehrzahl nicht sein. Für arme Leute wäre es direkt Luxus und außerdem noch ungesund rein vegetarisch zu essen. Manch ein vegetarisches Gericht schmeckt aber doch vorzüglich, wie z.B. auch gebackener Karfiol.

Nicht erschrecken, Karfiol gibt es in jedem Gemüsegeschäft, man muss nur Blumenkohl verlangen. Karfiol kommt wie so viele Speisen und die Benennungen dafür aus dem Italienischen. Weil ja auch das Schnitzel aus Italien kommt, liegt es nahe auch den Karfiol zu panieren und backen.

  1. kocht man dafür (2 Personen) einen großen Karfiol in Salzwasse.
  2. legt man den gargekochten Karfiol auf ein Tuch und lässt ihn gut abtropfen.
  3. bereitet man wie für Schnitzel Ei und Brösel vor.
  4. paniert man die abgelösten Röschen, indem man sie zuerst vollständig mit Ei benetzt und dann in den Bröseln wälzt.
  5. bäckt man die panierten Röschen goldgelb in Fett (damit es vegetarisch bleibt in Pflanzenfett und nicht in Schweineschmalz, obwohl …).

Es gibt dazu noch eine einfachere Variante. Bei der überstreut man den gekochten und abgetropften Karfiol mit Semmelbrösel und gießt darüber zerlassene heiße Butter. Das schmeckt auch ganz gut und verträgt sich mit Bier – geht übrigens auch mit Kohlsprosserl (Rosenkohl). Die gebackene Variante ist aber doch deutlich köstlicher und fordert das Bier direkt heraus, wobei Wasser oder Cola durchaus auch den Durst löschen und für Kinder geeigneter erscheinen.

Langos

Bleiben wir doch immer noch beim Hefeteig und bereiten wir uns deshalb schmack- und nahrhafte Langos zu. Gewarnt sei allerdings vor einer damit eventuell verbundenen kleinen Geruchsbelästigung, die so richtig massiv erst nach dem Genuss eintreten wird.

Langos kommen aus Ungarn und sind Fladen aus Germteig. Was das Wort ganz genau bedeutet, war nicht herauszubekommen, lassen wir es also beim Genuss des Geschmacks bewenden.

  1. bereitet man Germteig zu (ohne Zucker) und lässt ihn gehen.
  2. rollt man den Teig zu runden Fladen, etwa messerrückendick.
  3. bäckt man die Fladen schwimmend in heißem Öl (wobei sie noch einmal unregelmäßig aufgehen).
  4. Die goldbraun gebackenen Fladen kann man im Backrohr warm halten, denn:
  5. zerlässt man Butter und fügt reichlich gequetschten Knoblauch (eine Zehe pro Langos ist durchaus angemessen) hinzu – nach Geschmack auch noch Petersil.
  6. bestreicht man die Langos mit der Knoblauchbutter und isst sie noch möglichst heiß.

Je frischer und heißer die Langos sind, desto besser schmecken sie. Außer Bier kann man eigentlich gar nichts dazu trinken. Das heißt, man sollte bei Kindern die Gelegenheit nutzen, sie zumindest in kleinen Mengen an das köstliche Getränk zu gewöhnen. Sind die Kinder dafür doch zu jung, kann man gezwungener Maßen noch Cola oder Selterwasser nehmen.

Germknödel

„Germknödel“ bestehen aus „Germteig“. Sie werden sowohl als Hauptspeise (dann meist zwei) oder auch als Nachspeise (dann meist einer) gegessen. In Deutschland nennt man den gleichen Teig „Hefeteig“, weil dort die „Germ“ „Hefe“ heißt. Der Unterschied zwischen „Germ“ und „Hefe“ ist also in der Sache keiner, wohl aber in der Sprache. Man kann ihn ähnlich beschreiben, wie den zwischen „Kipferl“ und „Hörnchen“. „Hörnchen“ – das hatten wir schon – ist einfach und beschreibt die Form. Ebenso einfach ist „Hefe“. Das Wort hat etwas mit „heben“ zu tun, weil eben die Hefe den Teig hebt (wenn man nicht aufpasst, gleich auch noch aus dem Gefäß hinaus). Deshalb hieß die Hefe hin und wieder auch „hebe“, z.B. vereinzelt im Mittelhochdeutschen. Dass „b“ und „f“ in einem Wort wechseln können hat komplizierte und uralte Gründe. Ein Däne namens Verner hat das erforscht und „Grammatischen Wechsel“ genannt. Zu tun hat es etwas mit wechselnden Akzenten. Mit dem Wort „Germ“ ist es komplizierter. Entweder es kommt von dem althochdeutschen Wort „garaven“ = „bereitmachen“ (hat also etwas mit „garen“ zu tun) oder es kommt aus dem Lateinischen: „germen“ = „Keim.

Sei es, wie es sei. Den Teig kann man auf sehr unterschiedliche Weise zubereiten. Meine Erfahrung sagt mir, dass die einfachste die erfolgversprechendste ist. Lassen Sie sich die komplizierteren deshalb von anderen Leuten erklären.

  1. rührt man in ein Viertel Liter lauwarme Milch so etwa 50 Gramm Germ und ein bis zwei Eier (je nach Größe und Geschmack) hinein.
  2. mengt man Mehl so darunter, dass man es zuerst rührt und dann immer mehr schlägt bis ein Teig entsteht, der nicht mehr (oder kaum noch) am Kochlöffel klebt (statt des Schlagens kann man auch ein Rührwerk am Handmixer verwenden und die Klebrigkeit mit der Hand prüfen).
  3. lässt man den Teig an einem warmen, auf keinen Fall zugigen Ort zugedeckt gehen.
  4. Aus dem aufgegangenen Teig formt man Knödel, die man mit etwa einem Teelöffel Powidl (= Pflaumenmus, siehe „Powidltatschkerln“) füllt.
  5. gibt man die Knödel in kochendes Salzwasser und kocht sie gar, d.h., bis sie nicht mehr weiter aufgehen.
  6. muss man sie sofort servieren und dabei mit zerlassener Butter beträufeln sowie mit geriebenem Mohn und Staubzucker bestreuen.

Bier schmeckt dazu gar nicht, wohl aber Wasser, Saft oder Wein. Die Kinder haben also die Chance gleichberechtigt mitzutrinken, wenn man auf Wein verzichtet.

Ergänzt sei, dass es kompliziertre Verfahren des Garens in Tüchern oder auf Sieben über Dampf gibt, die vorgeschlagene Methode jedoch gut und wohl auch am weitesten verbreitet ist.