„Regeln müssen sein, sonst hätten wir Anarchie. Und das wollen wir nicht“, sagte mir einst ein Sportlehrer. Aber das gilt nicht nur für den Sport. Menschen regeln vieles, Deutsche angeblich alles. Was liegt also näher, für all jene, die jetzt so ungeordnet zu uns kommen, einen Text zu verfassen mit dem Titel, „Hilfestellung und Leitfaden für Flüchtlinge“. Wohlan, dachte sich der Bürgermeister von Hardheim im beschaulichen Baden-Württemberg, und ging zu Werke. Die Bitte zu Beginn des Leitfadens ist verständlich: „Lernen Sie so schnell wie möglich die deutsche Sprache.“ Na klar, denken sich die Flüchtlinge, ob männlich oder weiblich, ob groß, ob klein. Nur, welche Sprache denn? Das wüssten selbst die Baden-Württemberger und Baden-Württembergerinnen nicht ganz genau. Ein schwäbisch vermurkstes Alemannisch, original Alemannisch oder vielleicht Fränkisch? Nun, zum Glück haben wir noch Hochdeutsch. Selbst wenn die baden-württembergische Staatsregierung mit der Losung hausiert, „Wir können alles, außer Hochdeutsch“, empfiehlt sich der hochdeutsche Versuch für die vielen Ausländer. Klappt nicht immer, geht aber doch leidlich. Ein gut gemeinter Rat, „Bitte dieses deshalb nicht tun“, ist sprachlich aber dann doch etwas daneben gegangen. Was soll’s? Der fremde Mensch merkt es nicht und er weiß die guten Ratschläge sicher, so wie es der Autor hofft, „wert zu schätzen“ – auch wieder kein gutes Deutsch, für Baden-Württemberg aber immer noch exzellent.
Lassen wir das und kommen wir zu den Ratschlägen. Alle kann ich hier nicht abarbeiten, aber jeder zeigt für sich, was man so von den Dahergekommen denkt, wie sie sich unangeleitet verhalten könnten, wie sie zu Hause so leben, und wie es in Deutschland auf keinen Fall geht. „Unsere Notdurft verrichten wir ausschließlich auf Toiletten, nicht in Gärten und Parks, auch nicht an Hecken und hinter Büschen.“ Auweia! Hallo Ihr Deutschen, die ihr vielleicht doch schon mal in Gärten und Parks oder an Hecken und Büschen … Ab mit Euch nach Afghanistan. Dort sind freilich die Büsche und Hecken rar. Aber ihr werdet von den Einheimischen schon lernen, wie man sie dennoch als Deckung für das große und kleine Geschäft nutzen kann. Übrigens muss man die Flüchtlinge auch vor unseren Toiletten warnen. Das hat man in Hardheim verpasst. Giulia Enders, eine Medizinstudentin, hat nämlich herausbekommen und uns in einem Buch wissen lassen: „Wenn wir aufrecht auf der Toilette sitzen machen wir es uns … unnötig schwer … Unsere Vorfahren haben das unbewusst gut gemacht. Die gingen hinterm Busch in die Hocke … So kann alles besser flutschen.“ Jetzt wissen die Fremden, dass Kultur nicht immer bequem und gesund ist, wohl aber fortschrittlich. Wer gegen sie verstößt, verhält sich altväterisch, zurückgeblieben. Aber sagt das bitte nicht den Autofahrern in Not und fern vom so penibel sauberen dixi-klo, wenn die eilig in den Wald gehen.
„Mädchen und junge Frauen fühlen sich durch Ansprache und Erbitten von Handy-Nr. und facebook-Kontakt belästigt.“ Wir wissen schon, „dieses deshalb nicht tun!“ Ihr Männer aus Syrien, Afghanistan, Irak oder Kosovo, in Deutschland schließt man Partnerschaften belästigungsfrei über Agenturen, wie z.B. „Parship“. Das klappt alle sieben Minuten. Dort übernimmt der Computer, was bei Ihnen meist noch der Vater macht. Er sucht für Sie Braut oder Bräutigam aus.
Der Bürgermeister von Hardheim muss paradiesische Vorstellungen von der alten Heimat der Flüchtlinge haben. Im Paradies hat man nicht nur hinter die Hecke gepinkelt. Es gab dort auch kein Geld. „In Deutschland bezahlt man erst die Ware im Supermarkt, bevor man sie öffnet.“ In Syrien oder anderswo wohl nicht? Also merken Sie sich, die wir Sie „bedingungslos aufgenommen haben“: „In Deutschland respektiert man das Eigentum der anderen.“ Das konnten Sie freilich nicht wissen. Wenn Sie, lieber Asylbewerber, liebe Asylbewerberin, darüber nun laut lachen oder geräuschvoll, weil bitterlich weinen, dann beachten Sie dennoch: „In Deutschland gilt ab 22.00 Uhr die Nachtruhe.“
(Geschrieben für Links, Dezember 2015, 11.11.2015)
Lieber Peter,
Kompliment, toller Beitrag, allerdings muß ich dir sagen,als Mannheimer ehemals, aber jetzt Röbeler an der Müritz, also zum Ossi verwandelt, hier spricht man deutsch wie auf Mallorca, Hardheim liegt in Baden noch konkreter Nordbaden, somit keine Schwaben, aber das machts nicht besser, Hardheim geprägt von schwarzer CDU Filbinger Leitkultur, die Mannheimer holten während des Krieges dort Kartoffeln ab, weil im „Bauland“ der Kartoffelanbau zu Hause ist, dort war man stramm naziorientiert, und in den Kartoffelacker hat schon gar keiner gepinkelt, aber man hatte die Hosen voll vor dem „Russen“ ,der „Sowiertzone“(jargon Adenauer) – gemeint war die DDR. Auch Kretschmann hat daran ni geändert, will er wohl auch gar nicht mehr, weil selbst nun angekommen im Sumpf der „Willkommenskultur“ a la De Maiziere, Seehofer etc. Was mich anbetrifft, werde ich meine Notdurft“ wenn auf Fahrradtour rund um die Müritz, wenns Not tut im Nationalpark verrichten, leit(d)er.
Grüße nach Sachsen
D-ROLF grüsst !
Lasst uns den „Spiess rumdrehen“ , was wirklich am Hindukus und in Timbuktu „abgeht“ könnt ihr in unserer Multimedia-Show erfahren…
bucht D-ROLF jetzt !!
Hallo Fränkle, Rainer: Bitte genau lesen. Ich habe immer von Baden-Württemberg gesprochen und alle Dialekte genannt, die in diesem Bundesland gesprochen werden (nämlich ein reines Alemannisch, ein schwäbische Alemannisch und Fränkische Dialekte). Nie habe ich aber behauptet, dass in Hardheim Schwaben wohnten. Dass die Badener nicht gerne mit den Schwaben in einen Topf geworfen werden und genau so umgekehrt, ist mir bekannt. Dazu sagt mein Beitrag aber nichts.
da geht der Rassismus los -der Schwabe will kein Badner sein…aber Djiiten u Suniten in einen Topf werfen…für mich als Hallenser sind die Machdeburjer die Schlimmsten !! Schade das es bei uns z.Zt. keine Blutrache gibt …D R
Hätts’te „dass“ geschrieben, hätte es vielleicht geklappt.
liebe Leute nun mal den Ball flach halten, ironische Abstraktion muß ja noch erlaubt sein, dass die Schwaben keine Badener sind oder umgekehrt, oder die Suniten keine Schiiten, ist verkraftbar, aber nicht verkraftbar ist die unselige deutschtümelei,die aus dem Leit(d)faden aus allen Ritzen blickt, der Herrenmensch ist nicht tot zu kriegen, und so kommt dummerweise die Pegida Söldnertruppe aus Dresden und das liegt in Sachsen.