Archiv der Kategorie: Rezepte

Hier veröffentliche ich vor allem „Arme-Leute Essen“.

Kitzfleisch gebacken

Neben Lamm schmeckt zu Ostern auch Kitz (junge Ziege). Relativ einfach, aber ausgesprochen schmackhaft ist es gebacken zuzubereiten.

  1. löst man dazu Kitzfleisch vom Knochen (Schulter, Schlögel = Hinterkeule oder Karree = Rippe).
  2. wird das Fleisch in Streifen geschnitten (fingerlang und etwa zwei Finger breit – als Maß nimmt man meist den/die Zeigefinger, aber bitte von gut ausgewachsenen und ordentlich genährten Personen).
  3. salzt man die Fleischstreifen durchaus kräftig und lässt sie
  4. eine Stunde abliegen.
  5. werden die Fleischstücke paniert wie Wiener Schnitzel und
  6. ebenso in Schmalz hellbraun gebraten.

Serviert wird alles mit Zitronenscheiben und Erdäpfelsalat. Bier schmeckt vorzüglich dazu, Weißwein freilich ebenso. Die Kinder haben sicher nichts gegen Cola, wenn sie sich zuvor eine der Blume des Osterhasen ähnelnde Blume ins Gesicht pflanzen dürfen, indem man sie am Bierschaum etwas nippen lässt.

Grießschmarren

Die Zutaten wechseln, das Grundmuster bleibt – etwas backen und dann zerreißen.

  1. verrührt man ¼ Liter Grieß mit ½ Liter Milch plus einer Prise Salz.
  2. lässt man das Ganze eine halbe Stunde stehen.
  3. macht man Butter in einer Pfanne heiß und schüttet die Masse hinein.
  4. stellt man alles in das auf gut mittlere Hitze vorgeheizte Backrohr und lässt es so lange drin, bis alle Feuchtigkeit verdampft ist.
  5. jetzt zerreißt man die Masse mit zwei Backschaufeln und röstet noch einige Minuten durch.
  6. fügt man Rosinen hinzu und serviert mit Zucker, nach Geschmack auch noch mit Zimt überstreut.

Zum Getränk ist nicht viel zu sagen. Bier kann es nicht sein. Es gehört aber unverzichtbar dazu ein Kompott aus gedörrten Zwetschken, zur Not geht auch Kirschenkompott oder dicker Fruchtsaft zum Übergießen. Nichts anderes bekommen die Kinder.

Palatschinken

Kurz war von den Palatschinken schon bei den Fridatten die Rede. Das Wort ist im Ungarischen und in slawischen Sprachen belegt und von dort in die Wiener Küche gekommen. Gemeinsam mit den Fridatten hat es seinen Ausgangspunkt im lateinischen „placenta“, kam so ins Rumänische (placinta = Pastete) und breitete sich von da ins Ungarische (palacsinta), Tschechische (palacinka) und Slowakische (palacinka) aus. In diesen Fällen benennt es jene Mehlspeise, die in Deutschland meist „Eierkuchen“ heißt. In Österreich hört man freilich auch noch manchmal „Omlette“. Neuerdings kommt aus dem Französischen Crepes.

  1. Vermengt man Mehl, Milch, mehrere Eidotter und Zucker (nach Geschmack) zu einem Teig, der noch vom Kochlöffel läuft (Menge natürlich nach Anzahl der Esser/innen).
  2. schlägt man das Eiklar zu Schnee und hebt diesen unter den Teig.
  3. zerlässt man in einer möglichst heißen Pfanne Margarine und gießt soviel Teig hinein, dass die Palatschinke etwa messerrückendick wird.
  4. Ist die Unterseite braun, so wendet man die Palatschinke und bäckt auch die andere Seite.
  5. Die fertigen Palatschinken werden mit Marillenmarmelade (vgl. Marillenknödel) bestrichen und eingerollt serviert.

Manche Leute nehmen statt Marmelade Zucker oder Powidl oder Apfelmus oder beliebige andere Marmeladen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Nimmt man die Palatschinken als Nachspeise, so passt der Kaffee schon gut dazu. Als Hauptspeise vertragen sie sich gut mit Weißwein oder – die Kinder werden sich freuen – mit Wasser oder Cola.