Schlagwort-Archive: Hauptgericht

Gebackene Leber

Geröstet haben wir Leber schon genossen, heute wollen wir sie backen. Das ist unglaublich einfach und im Ergebnis unglaublich schmackhaft. Alles geht im Grunde wie Wiener Schnitzel, nur eben mit Leber.

  1. nimmt man Schweinsleber (bitte keine andere), die in nicht zu dicke und möglichst gleichmäßige starke Scheiben geschnitten ist, und pfeffert diese auf beiden Seiten nicht zu wenig (auf keinen Fall aber salzen).
  2. paniert man die Leberscheiben wie Wiener Schnitzel (in Mehl wälzen, mit geschlagenem und mit Milch leicht gestrecktem Ei überziehen, mit Brösel panieren).
  3. bäckt man bei mittlerer Hitze die Scheiben, bis sie schön goldgelb sind.

Man serviert die gebackene Leber mit Erdäpfelsalat oder Petersilerdäpfel und salzt sie auf dem Teller auf beiden Seiten. Dazu würde ich nie zum Wein raten, denn Bier schmeckt so herrlich, dass man versucht ist, es sogar den Kindern aufzudrängen. Freilich sollten die doch Wasser oder Cola trinken. Den guten Obstler danach wollen sie ohnehin nicht.

Faschierter Braten

Dieses Gericht ist auch unter dem Namen „Jägerbraten“ oder vor allem in Deutschland „Falscher Hase“ bekannt. Das Wort „faschieren“ bzw. „Faschiertes“ für das Ergebnis bedeutet, durch den Fleischwolf („Faschiermaschine“) drehen, Hackfleisch erzeugen. Man weiß es nicht genau, aber es könnte mit dem französischen Wort „farce“ zusammenhängen, was so viel wie „Fleischfülle“ heißt. Dann hat es seinen Ursprung im lateinischen „farcire“, mit der Bedeutung „ausstopfen“, „verstopfen“, weshalb auch eine Verwandtschaft mit „Infarkt“ festzustellen ist.

  1. vermischt man einen halben Kilo (ein Pfund) Faschiertes (halb und halb aus Schweine- und Rindfleisch) mit drei in Milch eingeweichten und klein gerissenen Semmeln, einem Ei, würfelig geschnittenem Speck (ca. 5 dag/50 g),Salz, Pfeffer, etwas Majoran und ein/zwei kleingeschnittenen Zwiebeln, einer gequetschten Zehe Knoblauch (können auch zwei sein) sowie Petersilie und noch etwas Mehl.
  2. formt die gut durchgeknetete Masse zu einer Rolle, die
  3. mit heißem Fett übergossen etwa eine und eine halbe Stunde im Rohr bei öfterem Zugießen von Wasser gebraten wird.
  4. wird etwa eine halbe Stunde vor dem Ende des Bratvorganges in die Bratensoße Rahm (saure Sahne) gerührt (Soße eventuell etwas entfetten).

Als Beilage wählt man „Erdäpfelschmarren“ oder „Petersilerdäpfel“ sowie grünen Salat. Besonders mundet natürlich ein kühles Bier, trockener Rotwein wäre auch nicht zu verachten. Das ist aber alles nichts für die Kinder, die zu Wasser oder Cola greifen sollten. Ein Magenbitter oder Obstler zu guter Letzt rundet den Genuss (bitte Kinder fern halten).

Ochsenschlepp

Ochsenschlepp ist nichts anderes als ein Ochsenschwanz. Den schleppt ja der Ochse schließlich hinter sich her. Die Sache hat einen kräftigen Geschmack. Die Zubereitung braucht Zeit.

  1. wird ein großer Ochsenschlepp ca. eine Stunde in Wasser gelegt.
  2. schneidet man das schöne Stück zwischen den Wirbeln in Stücke.
  3. kocht man den Ochsenschlepp etwa eine halbe Stunde in gewöhnlichem Wasser und schreckt ihn dann kalt ab.
  4. werden die Stücke mit Suppengrün, Wurzelwerk und Gewürzen (Salz, Wacholder, Piment, Pfefferkörner) zwischen 2 bis 3 Stunden nicht ganz weich gekocht.
  5. dünstet man die mit der Brühe etwa halb übergossenen Schwanzstücke in einer Backform im heißen Backrohr so lange, bis die Brühe einzudicken beginnt (den Schlepp dabei wiederholt mit der Brühe übergießen).
  6. fügt man Karotten, Sellerie und weiße Rüben, die zuvor etwa 10 bis 15 Minuten gekocht wurden, in kleine Stücke geschnitten hinzu und lässt
  7. das Ganze im Rohr fertig dünsten.
  8. kann man noch geschält gekochte Kartoffeln hinzugeben.
  9. ist alles fertig, wenn es weichgedünstet ist und eine leicht braune Farbe angenommen hat.

In einer tiefen Schüssel serviert, mit dem Gemüse drum herum und dem Saft begossen ist der Ochsenschlepp eine Augenweide zuerst und eine Gaumenfreude gleich danach. Besonders gut schmeckt jetzt das Bier, von dem die Kinder zumindest den Schaum kosten dürfen sollten. Natürlich brauchen sie gegen den Durst dann noch Wasser oder Cola. Den Großen schmeckt ein Obstler danach ganz besonders. Die Kinder kann man zum Abgewöhnen daran riechen lassen.