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Bierfleisch

Heute soll es wieder etwas herzhafter zugehen. Bierfleisch ähnelt Gulasch, wird jedoch anders gewürzt und auch anders gegart.

  1. wird Schweinefleisch oder Rindfleisch in Würfel geschnitten wie beim Gulasch und mit Salz und Pfeffer kräftig gewürzt.
  2. schneidet man soviel Zwiebeln vom Gewicht her, wie man Fleisch hat klein.
  3. dünstet man die Zwiebeln goldgelb in einem hohen Gefäß.
  4. gibt man das Fleisch dazu und dünstet alles weiter, bis das Fleisch den Saft abgibt.
  5. kommt ein Schluck Essig dazu und süßer Paprika.
  6. gießt man alles mit Bier (scharz oder hell, je nach Geschmack) auf, so dass das Fleisch bedeckt ist.
  7. würzt man mit Thymian und Oregano.
  8. stellt man alles in das sehr gut vorgeheizte Backrohr und gart es unter mehrmaligem Umrühren.

Als Beilage sind Semmelknödel oder Nockerl zu empfehlen. Dazu getrunken werden kann eigentlich auch nur Bier. Die Kinder müssen mit Wasser oder Cola vorlieb nehmen, sind aber stolz, wenn sie wissen, dass Bier immerhin in der Speise ist.

Gefüllte Kohlrabi

Deftig und billig ist dieses Gericht aus Fülle und Kohlrabi. Das Wort „Kohl“ ist aus dem Lateinischen mit der Pflanze – eigentlich den verschiedenen Pflanzen – übernommen: „caulis“ = Stengel, Stiel, Strunk, Kohl, was im späten Vulgärlatein schon „colis“ (mit langem „O“) genannt wurde. Im Italienischen entstand die Verbindung mit lateinisch „rapa“ = die Rübe und wurde auch in dieser Verbindung von den germanischen Völkern bzw. den Deutschen übernommen, insbesondere aus mundartlichen Formen für verschiedene Arten von Kohl, wie z.B. „cavolo rapone“, „calarabi“ oder auch „colrabi“. Das deutsche Wort „Kohlrabi“ kann in verschiedenen Gegenden Verschiedenes bedeuten – entweder „Steckrübe“ (auch „Unterkohlrabi“) oder eben die Knolle, die ich hier meine und die oberhalb der Erde wächst (deshalb auch „Oberkohlrabi“).

  1. wäscht und schält man die Kohlrabi.
  2. schneidet man eine Kappe ab und höhlt den übrigen Kohlrabi aus.
  3. kocht man die Kohlrabi in Salzwasser halbweich, um sie so für die Füllung vorzubereiten.
  4. hält man ein Fülle bereit, die z.B. ein Gemisch aus gedünsteten, klein geschnittenen Zwiebeln, Petersilie, Knoblauch, klein geschnittenen Champignons, Faschiertem und Ei (natürlich gesalzen und gepfeffert) sein kann.
  5. dünstet man die gefüllten Kohlrabi in einer flachen Pfanne im Backrohr, wobei man sie mit zerlassener Butter übergießt.

Es läuft wohl jedem (und jeder?)im Gedanken schon das Bier im Munde zusammen, was man zum Essen des köstlichen Gerichtes auch Wirklichkeit werden lassen sollte. Ein recht rescher Weißwein passt aber auch. Die Kinder erfreuen sich an Wasser oder Cola.

Gefülltes Hendl

Dies ist ein Gericht zu dem es weder einer Worterklärung bedarf, noch der Entwicklung neuer Kochkünste. Eigentlich ist alles, was wir brauchen und tun müssen, schon in anderen Rezepten enthalten. Zum Wort „Hendl“ nur so viel: Es gehört als Verkleinerungsform zu „Henne“, ein Wort für das weibliche Huhn, das in dieser Gestalt aber auch die männlichen mit einbezieht bzw. Geschlechtsunterschiede eigentlich ignoriert.

  1. schneidet man wie für Semmelknödel eine bis eineinhalb Semmeln in kleine Würfel.
  2. fügt man kurz gedünstete Erbsen und Karottenwürfelchen hinzu.
  3. mischt man alles mit der geschabten Hühnerleber.
  4. sind wir noch immer bei den Semmelknödeln und ergänzen mit Petersil
  5. feuchtet man – wieder wie bei den Semmelknödeln – die Masse mit Milch an und lässt sie eine halbe Stunde ruhen.
  6. kann, wer will, noch klein geschnittene Schwammerln dazu tun Achtung die Aufnahmefähigkeit des ausgelösten Huhnes ist begrenzt).
  7. schlägt man nach dem Ruhen ein Ei über die Masse, staubt etwas mit Mehl und knetet alles zu einem Teig.
  8. füllt man die Bauchhöhle des Hendls mit der Fülle und verschließt das Hendl am „Bischof“ (das ist der im gebratenen Zustand so schmackhafte After) mit einer Nadel oder mit Zwirn.
  9. wird das Hendl im gut vorgeheizten Herd zunächst bei großer Hitze und danach bei verminderter etwa zwei Stunden gebraten und dabei immer wieder übergossen (der dazu nötige Saft entsteht durch Fett und Wasser, die man zuvor in die Bratpfanne getan hat – später verliert auch das Hendl Saft).
  10. ist die Oberfläche des Hendls bereits goldbraun soll man sie mit Alufolie, die man nur zum Übergießen entfernt, überdecken.

Die Fülle allein reicht als Beilage nicht. Grüner Salat ist als weitere Beilage empfohlen. Das Getränk kann Bier oder Weißwein sein. Kinder sollten auch keinen mit Wasser gemischten Wein bekommen. Solches würde den Wein beleidigen und Kindern eine falsche Vorstellung von künftigen Genüssen vermitteln.