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Grammelknödel aus Erdäpfelteig

Grammeln = Grieben
Knödel = von der Form her wie Klöße

Grammelknödel sind Knödel aus Erdäpfelteig, gefüllt mit Grammeln, serviert mit heißem Schmalz übergossen, dazu reichlich grüner Salat. Weil die Sache recht fett ist, isst kaum jemand mehr als zwei bis drei Knödel, diese aber mit großem Genuss.

Der Erdäpfelteig ist das Grundrezept für viele billige, aber schmackhafte und nahrhafte Speisen. Diese können sehr deftig sein, wie eben die Grammelknödel, aber auch süß, wie z.B. Zwetschkenknödel oder Powidltatschkerln (beides haben wir noch später).

  1. Man koche (je nach Anzahl der EsserInnen) festkochende, schon etwas abgelagerte Erdäpfel mit der Schale (Kochzeit eine halbe Stunde). Faustregel: aus einem Erdapfel werden etwa 2 Knödel.
  2. Die gekochten Erdäpfel schälen und etwas abkühlen lassen; danach auf ein vorbereitetes Mehlbett quetschen.
  3. Mit einer Prise Salz und weiterem Mehl einen Teig kneten, der nur mehr wenig an den Händen klebt (Vorsicht: zu viel Mehl macht einen faden Geschmack; entgegen manchmal vorgebrachter Meinung wird auch kein Ei für den Teig verwendet).
  4. Den Teig zu einer etwa 4 – 5 cm dicken Rolle auswälzen und in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben im Handteller platt drücken, einige Grammeln darauf legen und danach zu einem Knödel formen.
  5. Die Knödel werden in sprudelnd heißes Salzwasser gelegt und sollen so lange kochen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Servieren wie oben angegeben.

Dazu passt kühler, rescher (sehr trockener, sagen wir mal, etwas saurer) Weißwein, genau so gut aber auch Bier und am Ende der Mahlzeit ein Schnäpschen. Für Kinder gilt, wie schon beim falschen Schweinsbraten, dass man auch Cola oder Limo dazu trinken kann.

Falscher Schweinsbraten

Da echter Schweinsbraten außer vom Fleisch und dem Fleischsaft von der Kruste, die beim Braten entsteht, und von Knoblauch und Kümmel (fördert die Fettverdauung) lebt, kommt es bei falschem Schweinsbraten darauf an, ohne Fleisch ähnliche Geschmackseffekte zu entwickeln.

Man nehme also für jede/n eingeplante/n Esser/in etwa 4 mittelgroße festkochende Erdäpfel (Kartoffeln) und wäscht sie in klarem Wasser mit der Schale sehr sauber (evtl. eine Bürste verwenden). Danach schneidet man die Erdäpfel in Hälften oder Viertel (je nach Größe). In einer Kasserole (Schmortopf) erhitzt man reichlich Schweineschmalz (Boden der Kasserole etwa Zeigefingerdick bedeckt) und gibt die Erdäpfel mit der Schale nach unten in das heiße Fett. Dabei presst man mit der Knoblauchpresse Knoblauch nach Geschmack und Verträglichkeit auf die rohen Erdäpfelflächen und streut außerdem Kümmel darüber (nicht allzu sparsam).

Das ganze noch salzen und in ein vorgewärmtes Backrohr geben. Bei großer Hitze so lange braten lassen, bis sich die Oberflächen der Erdäpfel goldbraun färben (auch hier nach Geschmack mehr oder weniger Färbung zulassen – zu hell dürfen die Erdäpfel jedoch nicht sein, da sie sonst innen noch roh sein könnten, dunklere Färbung schmeckt etwas bitter).

Heiß servieren und mit dem heißen Schmalz übergießen. Dazu grünen Salat reichen und Bier sowie zum Ende der Mahlzeit klaren Schnaps (bei Bier und Schnaps Mengen nach Verträglichkeit – für Kinder reicht der Kümmel für die ausreichende Fettverdauung und Cola oder Limonade statt Bier).

Erdäpfelgulasch

  1. Viele Zwiebel (mindestens eine pro EsserIn) ziemlich klein schneiden/hacken und in Öl sehr goldbraun rösten (müssen der Sauce Farbe geben).
  2. Einen Schuß Essig darüber und
  3. die vorher geschälten und relativ klein (Würfel) geschnittenen Kartoffeln zugeben,
  4. mit Wasser aufgießen (wie bei Salzkartoffeln),
  5. süßes Paprikapulver hineinrühren (gibt der Sauce ebenfalls Farbe),
  6. Ketch-up nach Geschmack und finalem Farbwunsch,
  7. Salz und eventuell etwas Kümmel.

Das Ganze so lange kochen, bis die Kartoffeln sehr weich sind und das Wasser nicht mehr wässrig, sondern etwas sämig; zwischendurch (nicht Pflicht, hebt aber den Geschmack und Wert) Würstchen ganz oder in Scheiben geschnitten zugeben. Dies geht auch alles im Schnellkochtopf, allerdings etwas zum Schaden der Würstchen. Im normalen Topf kann man zwischendurch kontrollieren und kosten.

Zum ganzen reiche man Bier, es geht aber auch umgekehrt.

Hoffentlich klappt es. Wenn nicht, habe ich etwas vergessen.
Viel Spaß und guten Appetit