Der Friedrich war‘s! Zum Glück nicht der Friedrich Schiller, sondern der Friedrich mit Nachnamen; der frühere Innenminister und kurzzeitige Agrarminister von der tiefschwarzen CSU. Weil es der war, kann ich mir politisch korrekt den „Mohr“ vom Schiller ersparen und für „Links“ weiterschreiben. Bei Schiller heißt es übrigens, „Der Mohr hat seine Arbeit getan…“ Aber lassen wir sprachliche Spitzfindigkeiten. Das und der „Schwarze“ haben es mir angetan. Bei Schiller wird Fiesko von einem gut informierten Mohren sozusagen „schwarz“ darüber informiert, dass es ein Mordkomplott gegen ihn gibt. Zum Beweis wird ein Brief überbracht, aus dem die Verschwörung ersichtlich ist. Jetzt nur keine platten Analogien, aber Edathy, Friedrich, Staatsanwaltschaft, Gabriel, Oppermann usw., das sind die Akteure in der wirklichen Verwicklung und Verschwörung. Der Schiller hat es jedoch geahnt und auf die Bühne gebracht, wie es zugeht bei den Staatsgeschäften – damals in Genua und heute in der „Schwarzen Republik“. Damals mit Fiesko, heute als Fiasko.
Der Edathy hat sich schwarz Fotos von nackten kleinen Jungs besorgt – wurde behauptet. Diese Schweinereien sollen uns nicht weiter interessieren. Dafür gibt es Polizei, Staatsanwälte und Gerichte. Das ist aber das eigentliche Problem. Ermittler (und sicher auch Ermittlerinnen) hatten bei Edathy möglicherweise ins einschlägig Schwarze getroffen. Ihm drohten nun schwarze Tage, weshalb wiederum Herr Friedrich – damals noch Innenminister – Herrn Gabriel – damals nur Parteivorsitzender der SPD – unter der Hand, also eigentlich illegal, man kann auch sagen schwarz informierte. Es liefen gerade die Verhandlungen für die Große Koalition und Herr Friedrich sah schwarz für deren Erfolg, wenn Missetaten des Edathy ans Licht kämen. Edathy war schließlich nicht irgendwer, sondern Hoffnungsträger der SPD und vormals Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages und aktuell Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zur Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund. Sicher ärgerten sich die rosa Genossen schwarz ob der drohenden Gefahr. Die Warnung gelangte auf zumindest dunklen, wenn schon nicht schwarzen Wegen zum eigentlichen Delinquenten. Sorgte der für Schwärzung und Vernichtung allen belastenden Materials? Jetzt war es an der Staatsanwaltschaft, sich schwarz zu ärgern. Der Schwarze, der Friedrich aber hatte – wie gesagt – seine Arbeit getan, die Post zur Verschwörung überbracht und konnte gehen. Die „Schwarze Republik“ in den Farben Schwarz-Rot war gerettet. Fontane weiß bereits wie im Schluss seines Gedichts „Die Alten und die Jungen“: „Der Mohr kann gehn, neu Spiel hebt an. Sie beherrschen die Szene, sie sind dran!“
Genug des „Schwarzen“ könnte man denken. Diese Republik hat jedoch noch mehr zu bieten. Z.B. Alice Schwarzer. Das ist kein wohlfeiler Kalauer eines übermütigen Glossenschmiedes. Gegen diesen Verdacht bringe ich vor, dass sie immerhin Schwarzgeld schwarz über die Grenze in die Schwarz, Verzeihung, Schweiz gebracht hat. Dem deutschen Fiskus wollte sie nicht das Schwarze unter den Nägeln gönnen. Ein Fehler, wie sie jetzt einräumt, um aus Schwarz vielleicht noch Weiß machen zu können. Wenn auch das Sprachspiel nur auf Schwarzer passt, der Schwarzen Schafe haben wir viel mehr. Der Hoeneß wurde ins Licht gezerrt, ein paar andere auch, darunter ein Staatssekretär in Berlin und Liebling seiner Partei. Doch die im Dunklen sieht man nicht (weiß schon Brecht). Es sind viel mehr, sehr viel mehr! Ich will nicht schwarzmalen, aber irgendwie kommt mir vor, dass ein Großteil unserer so genannten Eliten ziemlich verkommen ist. Wie „Schwarze Löcher“ saugen sie gierig alles in sich hinein. Licht geben sie keines ab. Man kann auch sagen, sie sind keine Leuchten und helfen nicht in schwarzer Nacht. Sei‘s drum: Selbst die schwärzeste Nacht endet mit der Morgenröte. So viel nur zu den anstehenden Wahlen. Die Schwarzen können gehn!
(geschrieben für Links März 2014, 15.02.2014