{"id":86,"date":"2008-08-12T23:01:55","date_gmt":"2008-08-12T21:01:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=86"},"modified":"2009-08-13T19:15:54","modified_gmt":"2009-08-13T17:15:54","slug":"huhnersuppe-und-wiener-backhendl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=86","title":{"rendered":"H\u00fchnersuppe und Wiener Backhendl"},"content":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher waren H\u00fchner eine teure Angelegenheit, aber umso schmackhafter. Deshalb taugten sie nicht f\u00fcr Armeleuteessen, es sei denn, es ergab sich hin und wieder die gute Gelegenheit, weil einem ein Huhn mehr oder weniger unterst\u00fctzt durch eigenes Handeln pl\u00f6tzlich in den H\u00e4nden lag. Dass man ihm dann vor Schreck den Hals umdrehte, kann keiner ver\u00fcbeln.  Backhendel konnte man deswegen aber noch lange nicht machen, erstens weil dieses viel zu verr\u00e4terisch duftet und zweitens ein sehr junges Huhn braucht, was aber bei auf die eben beschriebene Weise \u201eerworbenen\u201c H\u00fchnern nicht immer der Fall war. Eine fette Suppe war deshalb oft das einzige, wenn auch nicht ganz schlechte Ergebnis.<\/p>\n<p>Heute stehen die Dinge anders. Die jungen Gockel schmecken nach nichts, wenn sie tiefgefroren und mit Einheitsgewicht erworben werden, sind allerdings erschwinglich, auch f\u00fcr kleine Geldb\u00f6rsen. Aber was soll man mit Billigem, wenn es nicht schmeckt? Ich empfehle deshalb die effektive Verwertung eines etwas teureren, aber nat\u00fcrlich gewachsenen, durchaus fetten Huhnes zu Backhendl und Suppe. Da bekommt man vier Personen satt mit einem Huhn.<\/p>\n<p>F\u00fcr mein Rezept bedarf es aber noch einer Vorbemerkung, einer sozusagen \u201ekochhistorischen\u201c: Original Wiener Backhendel sind wie Wiener Schnitzel panierte H\u00fchnerteile (Schenkel und Brust), die am Knochen paniert wurden und deshalb eines sehr jungen Hahnes bedurften, damit das zarte Fleisch beim Backen so schnell gar wird, dass die Panade nicht wegen eines zu langen Garprozesses zu braun oder gar schwarz wird. F\u00fcr eine Suppe blieb da nichts mehr \u00fcbrig. Das machte die Sache eben teuer. Mein Rezept schafft Abhilfe, ohne den Geschmack und damit den Genuss zu ver\u00e4ndern, zugleich eine Suppe als Zugabe liefernd, allerdings auch mehr M\u00fche machend.<\/p>\n<p>Man zerlegt ein durchaus fettes Suppenhuhn zun\u00e4chst so, dass man die Beine des Huhnes (Oberschenkel und Unterschenkel) vom Rumpf trennt,<br \/>\nzertrennt man Ober- und Unterschenkel, befreit sie von der Haut und von Fett (beides gibt man gleich in den Suppentopf ) und l\u00f6st sie s\u00e4uberlich vom Knochen und den Gelenkknorpeln (auch diese kommen in den Suppentopf),<br \/>\ntrennt man die Haut vom Rumpf (ab in den Suppentopf) und l\u00f6st wiederum sehr s\u00e4uberlich und akkurat die beiden gro\u00dfen Brustst\u00fccke aus (Fett in die Suppe),<br \/>\nl\u00f6st man die unter den Brustst\u00fccken zum Vorschein kommenden beiden schmalen Muskelfleischst\u00fccke ebenfalls aus und gibt den Rest (Fl\u00fcgel und Brust und Rumpfknochen) in den Suppentopf (eventuell noch zerteilen, damit es in den Topf passt).<br \/>\nF\u00fcr die Suppe f\u00fcgt man noch Suppengr\u00fcn hinzu (mindestens eine Zwiebel m\u00f6glichst mit Lauch, Karotten, Sellerie und Kohlrabi), ganze Pfefferk\u00f6rner sowie jeweils sieben bis acht Pimentk\u00f6rner und Wacholderbeeren. Alles zusammen vertr\u00e4gt Dreiviertel Liter Salzwasser. Am besten ist es, wenn alles schon am Vorabend vorbereitet wird, dann kann man die Suppe eine halbe Stunde kochen, eine ganze Nacht ziehen und dann noch einmal eine halbe Stunde vor dem Servieren kochen lassen. Ist das nicht m\u00f6glich, so kocht man die Suppe gut sprudelnd eine Stunde.<br \/>\nDie ausgel\u00f6sten Fleischst\u00fccke pfeffert und salzt man, um sie dann wie Wiener Schnitzel zu panieren (in Mehl w\u00e4lzen, mit geschlagenem und mit etwas Milch gestrecktem Ei vollst\u00e4ndig befeuchten und dann in Semmelbr\u00f6seln \/Paniermehl w\u00e4lzen) und bei nicht ganz gro\u00dfer Hitze zu backen.<\/p>\n<p>Auf diese Weise bekommt man leicht vier Personen satt, zumal wenn man eine s\u00e4ttigende Suppenbeilage w\u00e4hlt (Leberkn\u00f6del oder Nudeln) und zum Backhendel bissfest ged\u00fcnsteten Reis reicht. Noch besser schmeckt ein Erd\u00e4pfelsalat, wof\u00fcr das Rezept bald geliefert wird.<\/p>\n<p>Mit Bier dazu erreicht der Genuss seinen H\u00f6hepunkt, aber auch die Freude an Bier kann man mit dieser Speise unglaublich steigern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher waren H\u00fchner eine teure Angelegenheit, aber umso schmackhafter. Deshalb taugten sie nicht f\u00fcr Armeleuteessen, es sei denn, es ergab sich hin und wieder die gute Gelegenheit, weil einem ein Huhn mehr oder weniger unterst\u00fctzt durch eigenes Handeln pl\u00f6tzlich in den H\u00e4nden lag. Dass man ihm dann vor Schreck den Hals umdrehte, kann keiner ver\u00fcbeln. 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