{"id":819,"date":"2014-05-24T15:32:11","date_gmt":"2014-05-24T13:32:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=819"},"modified":"2014-05-24T15:33:50","modified_gmt":"2014-05-24T13:33:50","slug":"warum-und-zu-welchem-ende-entfuehrt-man-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=819","title":{"rendered":"Warum und zu welchem Ende entf\u00fchrt man Europa?"},"content":{"rendered":"<p>Diese Glosse schreibe ich eine Woche vor der Wahl zum Europ\u00e4ischen Parlament. Da kann man die Antwort auf die Frage nat\u00fcrlich f\u00fcr offen erkl\u00e4ren. Dann muss man aber auch daran glauben, dass dieses Europ\u00e4ische Parlament wirklich \u00fcber das Schicksal Europas entscheiden kann. Wenn die Glosse in &#8222;Links&#8220; erscheint, ist die Wahl gelaufen. Auf die Frage zu antworten wird deshalb nicht einfacher geworden sein.<br \/>\nDie \u00e4lteste Antwort findet sich in der griechischen Mythologie. \u201eEuropa\u201c war eine ph\u00f6nizische K\u00f6nigstochter, auf die Zeus eine Auge geworfen hatte. In Gestalt eines Stiers entf\u00fchrt er sie schwimmend nach Kreta und verf\u00fchrt sie dort endg\u00fcltig. Europa &#8211; sch\u00f6n, erotisch, sexy &#8211; wie Conchita Wurst? Nun, das Europa von heute scheint komplizierter zu sein, selbst komplizierter als das reale Fabelwesen Conchita. Man wei\u00df schon nicht, wer und was ist Europa. Die \u00f6sterreichische \u201eKleine Zeitung\u201c titelte am Sonntag vor der Europawahl, \u201eEuropa hautnah erlebt\u201c. Es ging nicht um Erotik und Sex, auch wenn \u201ehautnah\u201c fett und gr\u00f6\u00dfer als die anderen Worte gedruckt wurde. Im Untertitel stand vielmehr die Aufforderung: \u201eLesen Sie in Nahaufnahme, wie es sich in und mit der EU lebt.\u201c Aha! Die EU ist gleich Europa? Nein, das noch nicht, aber verf\u00fchrerisch f\u00fcr den Rest, der noch nicht zur EU geh\u00f6rt? Zum Anbei\u00dfen attraktiv wird diese EU jedenfalls in insgesamt 10 Beitr\u00e4gen dargestellt. Wer kann da widerstehen, gar einen Haken vermuten? Soll ja auch keiner und keine! Man l\u00e4sst sich doch gerne entf\u00fchren in ein Europa, in dem ein slowenischer Junge, der sieben Sprachen spricht, das Gymnasium im benachbarten \u00f6sterreichischen St\u00e4dtchen besuchen kann. Nat\u00fcrlich erweitert das das Weltbild, und nebenbei erf\u00e4hrt man noch, dass er in \u00d6sterreich schon als Siebzehnj\u00e4hriger Bier trinken darf, was ihm in Slowenien erst mit 18 Jahren erlaubt w\u00e4re. Eine junge Frau erz\u00e4hlt von ihren Heimaten. In Serbien wurde sie geboren. In Zagreb leben die Gro\u00dfeltern. In Wien hat sie trainiert, um schlie\u00dflich f\u00fcr \u00d6sterreich die Goldmedaillen aus dem Wasser zu fischen. An anderer Stelle lesen wir von einer ukrainischen Studentin; wie sie das Europa der EU erlebt und deshalb auch die Ukraine diesem Charme erliegen sollte. Und, und, und &#8230; K\u00fcnstler, Unternehmer, Bauern &#8230; verf\u00fchrerische Chancen!<br \/>\nUm ja keine Missverst\u00e4ndnisse aufkommen zu lassen. Ich finde ein solches Europa toll. Deswegen werde ich aber nicht gleich zum Stier wie der verliebte Zeus. Zum \u201eStier\u201c wird man n\u00e4mlich hierzulande nicht  aus Liebe. Zum \u201eStier\u201c wird man vielmehr auf spanische Art, wenn eine Sache sich zum \u201eroten Tuch\u201c wandelt und man ihr w\u00fctend den Kampf ansagt. Genau auf solche Weise werde ich zum Stier, wenn ich feststelle, dass die \u201eVerf\u00fchrer\u201c Europas ganz andere sind als nur sympathische Studentinnen, Gymnasiasten, Sportlerinnen, K\u00fcnstler oder Bauern. Dieses Europa ist l\u00e4ngst entf\u00fchrt zu anderem Vorteil und anderen Zwecken. Bei einer Podiumsdiskussion im Vorfeld der Europawahlen ging es um die Frage, ob man nicht vielleicht aus der EU austreten sollte. K\u00f6nne man so nicht dem Einfluss des gro\u00dfen Geldes und seiner Banken entgehen, die sich Europas bem\u00e4chtigt haben und es sch\u00e4ndlich f\u00fcr ihre Zwecke missbrauchen? Kapital und Banken h\u00f6rige Politiker und Politikerinnen r\u00fchmen und verteidigen den Burgfrieden im Inneren und verhalten sich aggressiv und kriegerisch nach au\u00dfen. Und hinter der Ecke lauern zu allem \u00dcberfluss noch die USA mit einem Freihandelsabkommen zur Entf\u00fchrung der Entf\u00fchrten. Dem allen k\u00f6nne man nur durch Austritt entgehen und h\u00e4tte es leichter, im nationalstaatlichen Rahmen eine soziale, gerechte, \u00f6kologische und demokratische Gesellschaft durchzusetzen. Doch schon bei Zeus war die Devise gegen\u00fcber der sch\u00f6nen Europa klar und deutlich: \u201eBist Du nicht willig, so brauch\u2018 ich Gewalt!\u201c  Glaubt wer im Ernst, das eigentlich herrschende Kapital lie\u00dfe die Wahl, nicht mehr mitzumachen? Nein, aus diesem Serail entf\u00fchren k\u00f6nnen ihr sch\u00f6nes Europa nur die Menschen selbst, um sich zu befreien zum Widerstand von unten f\u00fcr ein Europa der Menschen und ihrer Kulturen!<\/p>\n<p>(geschrieben f\u00fcr Links Juni 2014, 18.05.2014)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Glosse schreibe ich eine Woche vor der Wahl zum Europ\u00e4ischen Parlament. Da kann man die Antwort auf die Frage nat\u00fcrlich f\u00fcr offen erkl\u00e4ren. Dann muss man aber auch daran glauben, dass dieses Europ\u00e4ische Parlament wirklich \u00fcber das Schicksal Europas entscheiden kann. Wenn die Glosse in &#8222;Links&#8220; erscheint, ist die Wahl gelaufen. Auf die Frage [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":[]},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/pBNn2-dd","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/819"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=819"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/819\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":822,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/819\/revisions\/822"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=819"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}