{"id":791,"date":"2013-11-28T15:25:20","date_gmt":"2013-11-28T13:25:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=791"},"modified":"2013-11-28T15:28:37","modified_gmt":"2013-11-28T13:28:37","slug":"der-fuchs-und-der-kranich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=791","title":{"rendered":"Der Fuchs und der Kranich"},"content":{"rendered":"<p>Die meisten kennen die Fabel. Schon der alte Grieche \u00c4sop erz\u00e4hlte sie: Der Fuchs lud sich den Kranich zum Mahle ein und tische die besten Speisen auf. Er wollte angeblich Frieden mit dem Kranich. Die Speisen waren jedoch alle auf ganz flachen Tellern serviert, von denen der Kranich mit seinem langen Schnabel kaum etwas aufnehmen konnte und also hungrig blieb, w\u00e4hrend der Fuchs sich scheinheilig den Bauch voll schlug.<br \/>\nVerlassen wir an dieser Stelle zun\u00e4chst die zwei und erz\u00e4hlen wir eine ganz andere Geschichte. Da hatte die SPD erkannt, dass es vielleicht von Vorteil sei, Frieden zu schlie\u00dfen mit der Linken. Es war ihr wohl allzu langweilig immer mit den Gleichen essen zu m\u00fcssen. Es n\u00e4hrte nicht richtig. Die einen haben nicht genug anzubieten und \u00e4rgern sich deshalb gr\u00fcn und am Ende vielleicht probeweise auch schwarz. Den anderen stehen \u00fcppige Mittel zur Verf\u00fcgung, womit sie auch gewaltig prahlen. M\u00f6gen doch die Nahrung suchenden G\u00e4ste vor Neid erblassen, wenn sie rot vor Scham wegen der eigenen \u00c4rmlichkeit \u00fcber die Schwelle treten. Die Drohung, man k\u00f6nne auch mit anderen essen, sollte dem Dilemma der SPD ein Ende bereiten. Aber genug des Fabulierens. Fakt ist, die SPD hat eingeladen &#8211; nicht ohne Bedingung. Auch sie will wie der Fuchs in der Fabel bestimmen, von welchem Geschirr zu speisen sei. Und siehe, es ist wie bei \u00c4sop: Die Schn\u00e4bel und M\u00e4uler sind zu verschieden. Das ist nun wirklich nur schwer zu \u00e4ndern. Die Linken seien gehalten, sich \u201eregierungsf\u00e4hig\u201c zu machen. Sie m\u00f6gen endlich \u201evern\u00fcnftig\u201c werden. Sie h\u00e4tten also gerade jenen Dingen abzuschw\u00f6ren, f\u00fcr die allein sie bekannt sind. Den Reichen d\u00fcrfte man nicht mehr vorhalten, dass sie abscheulich reich sind und sich deshalb ruhig mit mehr Mitteln an der Bek\u00e4mpfung der Not anderer beteiligen sollten. Die Mittel m\u00fcssten auch so reichen. Man nennt dies \u201efinanzpolitische Vernunft\u201c. Vor allem aber h\u00e4tte man sich au\u00dfenpolitisch zu qualifizieren. Das hei\u00dft, man m\u00f6chte doch endlich anerkennen, dass man das Wohl und Wehe des Landes auch mal weit ab von seinen eigenen Grenzen zu verteidigen gezwungen sein k\u00f6nnte. Zumal wenn das die USA oder andere Partner so wollten. Naja, schimpfen d\u00fcrfe man schon \u00fcber den Brei, der einem vorgesetzt wird. Das macht die SPD auch oft. Ausgel\u00f6ffelt m\u00fcsste aber werden, was eingebrockt sei. Auch das mache die SPD ja immer wieder. Aber genug geunkt. Es ist ja doch erfreulich, dass man pl\u00f6tzlich zu Tisch geladen wird. Ohnehin nicht sofort, auch nicht bald, aber immerhin &#8211; es k\u00f6nnte durchaus sein, demn\u00e4chst, in vier Jahren. Wie auch immer! Die Linke braucht die Einladung nicht misstrauisch auszuschlagen. Sie sollte die Zeit nutzen, die bis zur m\u00f6glichen Mahlzeit bleibt und gleicherma\u00dfen \u00fcber die Speisen diskutieren wie \u00fcber das Geschirr.<br \/>\nDie Fabel hat ja ein anderes Ende. Der Kranich sprach eine Gegeneinladung aus und bestrafte den Fuchs mit Kr\u00fcgen, in denen die Speisen bereitet waren. Der konnte an die K\u00f6stlichkeiten nicht heran und war der Geprellte. In unserem Fall w\u00e4ren aber, w\u00fcrde man sich blo\u00df abwechselnd hereinlegen, weder die SPD noch die Linken die eigentlich Leidtragenden, sondern viele Menschen in der Gesellschaft, die darauf hoffen, dass sich die alten Streith\u00e4hne endlich darauf einigen, wirklich Gutes zu tun. Nicht die Brosamen von den Tischen der anderen, nein, eine eigene K\u00fcche sollte das Ziel sein und endlich ein Mahl, das Massen n\u00e4hrt. Es m\u00fcssen ja nicht noch zw\u00f6lf K\u00f6rbe Rest bleiben. Nicht die Linke, sondern die SPD muss sich jetzt gut \u00fcberlegen, worauf sie hinaus will. Sie wird ja gerade von den Schwarzen von einem Topf zum anderen gef\u00fchrt und hat meist keinen passenden Schnabel daf\u00fcr. Man kann sich den Schnabel dar\u00fcber wetzen. Jedoch weder w\u00f6rtlich genommen wird das den Schnabel je wirklich passend schleifen f\u00fcr das Geschirr und die Suppen von CDU\/CSU, noch lohnt es im \u00fcbertragenen Sinn von \u201eSchnabel-wetzen\u201c, sich aufzuregen, zu schimpfen und dann doch die Br\u00fche zu saufen. Es geht tats\u00e4chlich auch anders!<\/p>\n<p>Geschrieben f\u00fcr Links Dezember 2013, 26.11.2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten kennen die Fabel. Schon der alte Grieche \u00c4sop erz\u00e4hlte sie: Der Fuchs lud sich den Kranich zum Mahle ein und tische die besten Speisen auf. Er wollte angeblich Frieden mit dem Kranich. 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