{"id":779,"date":"2013-08-25T09:58:05","date_gmt":"2013-08-25T07:58:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=779"},"modified":"2013-08-25T09:58:05","modified_gmt":"2013-08-25T07:58:05","slug":"planet-der-affen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=779","title":{"rendered":"Planet der Affen"},"content":{"rendered":"<p>Das war der Titel eines 1968 gedrehten Films mit Charlton Heston in der Hauptrolle. Im Wesentlichen folgte er Hollywood-Klischees, lieferte aber auch bemerkenswerte politische Aussagen. Knapp erz\u00e4hlt: Der US-amerikanische Astronaut Taylor (Charlton Heston) verl\u00e4sst mit seiner Crew im Jahre 1972 die Erde. In Tiefschlaf versetzt, sollen sie Jahrtausende sp\u00e4ter auf einem anderen Planeten landen. Taylor macht bei dieser Expedition ohne R\u00fcckkehr mit, weil ihm die Erde l\u00e4ngst zuwider ist, weil sich die Menschheit in Kriege verwickelt und gegenseitig umbringt. Die Raumfahrt endet in einer Katastrophe. Das Raumschiff muss in einem See notlanden. Ein weibliches Mitglied der Truppe hat den k\u00fcnstlichen Schlaf nicht \u00fcberlebt. Die anderen finden sich zun\u00e4chst in einer unwirtlichen Gegend ausgesetzt, was einen von ihnen aber nicht hindert, das Sternenbanner zu hissen. Der Titel des Films erkl\u00e4rt sich aus der Tatsache, dass die Astronauten schlie\u00dflich auf eine Gesellschaft intelligenter Affen sto\u00dfen, denen Wesen mit menschlichem Antlitz gegen\u00fcber stehen, b\u00f6sartig aber, h\u00f6chstens von der Intelligenz, wie wir sie Affen zuschreiben, und von der Affengesellschaft \u00e4ngstlich gehasst und unterdr\u00fcckt. Eines langen Filmes kurzer Sinn besteht dann darin zu erkennen, dass es auch in dieser Affengesellschaft soziale Hierarchien, Herrschaft und streng geh\u00fctetes Herrschaftswissen gibt. Nach langen Auseinandersetzungen werden die Menschen-Astronauten von den Affen in eine verbotene Zone entlassen und m\u00fcssen mit Schrecken feststellen, nirgendwo anders gelandet zu sein als auf der alten Erde. Ersch\u00fcttert stehen sie vor den Tr\u00fcmmern der New Yorker Freiheitsstatue. Alles, was sie auf diesem Planeten erlebt haben, waren die Folgen menschlicher Selbstvernichtung in einem Atomkrieg. Die Angst der Affen vor den Menschen war erkl\u00e4rt.<br \/>\nGelernt haben wir Menschen aus diesem Film freilich nichts. Im Gegenteil &#8211; eine Neuverfilmung 2001 ver\u00e4nderte den Schluss und verlegte alles nun doch auf einen anderen Planeten als die Erde. Fortsetzungen delektierten sich eher an Liebesgeschichten zwischen Astronauten und Affenfrau. Ich aber hege neuerdings in Erinnerung an diesen Film und im Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen wieder Hoffnung in einer Welt voller Dummheit, Krieg und Morden. Man mag mir das Obskure meiner folgenden \u00dcberlegungen verzeihen. Es n\u00e4hrt sich aus einer Utopie, in der Affen die Wegweiser aus der Dunkelheit zum Licht sein k\u00f6nnten.<br \/>\nGibraltar, ein von Briten, Spaniern, Marokkanern und anderen bewohnter Felsen an der S\u00fcdspitze der Iberischen Halbinsel ist wieder einmal zum Zankapfel geworden. Insgesamt geht es um 28.750 Einwohnerinnen und Einwohner, 6,5 Quadratkilometer Land und ungez\u00e4hlte bissige Berberaffen. Gro\u00dfbritannien beherrscht den Felsen. Spanien h\u00e4tte ihn gerne wieder in seine \u201eObhut\u201c genommen, nachdem es ihn 1713 an die Engl\u00e4nder verloren hatte. Der Kampf wird verbissen, also auf Menschenart, gef\u00fchrt. Die Spanier machen Grenzen dicht, die Briten versenken Betonkl\u00f6tze im Meer. Kriegsschiffe fahren auf. Es tr\u00f6stet nicht, dass es wahrscheinlich, wie seit langem, nur Theaterdonner sein wird, der da rumort. Im Mittelmeerraum toben derzeit bewaffnete Auseinandersetzungen besonders brutaler Art, und Europ\u00e4er halten st\u00e4ndig das Feuer an die Lunten und haben sie auch schon l\u00e4ngst gez\u00fcndet. Libyen, \u00c4gypten, Tunesien, Sudan, Syrien, der Dauerkonflikt zwischen Israel und Pal\u00e4stinensern &#8230; Alles legt Zeugnis ab von einer Welt, aus der sich der Astronaut Taylor im Film angewidert verabschiedet hat. Aber auf Gibraltar wohnen bei\u00dffreudige Affen. Man darf sich doch einmal wenigstens vorstellen, sie k\u00f6nnten sich gegen den Irrsinn, der ihre Insel beherrscht, siegreich auflehnen. Allerdings sollte ihre notwendige Mutation ohne vorherige Atomkatastrophe ablaufen. Erich K\u00e4stner hatte mit seiner \u201eKonferenz der Tiere\u201c ja schon eine \u00e4hnliche Idee. Jonathan Swift meinte in \u201eGullivers Reisen\u201c, dass alles auch mit Pferden ginge. George Orwell jedoch zeigte uns in seiner \u201eFarm der Tiere\u201c, dass die Hoffnung auf animalische Vernunft so vergebens ist wie jene auf die menschliche. Nein, es bleibt der Weisheit letzter Schluss, \u201euns aus dem Elend zu erl\u00f6sen, das m\u00fcssen wir schon selber tun.\u201c<\/p>\n<p>Geschrieben f\u00fcr Links September 2013, 24.08.2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das war der Titel eines 1968 gedrehten Films mit Charlton Heston in der Hauptrolle. Im Wesentlichen folgte er Hollywood-Klischees, lieferte aber auch bemerkenswerte politische Aussagen. Knapp erz\u00e4hlt: Der US-amerikanische Astronaut Taylor (Charlton Heston) verl\u00e4sst mit seiner Crew im Jahre 1972 die Erde. In Tiefschlaf versetzt, sollen sie Jahrtausende sp\u00e4ter auf einem anderen Planeten landen. 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