{"id":768,"date":"2013-05-26T10:24:30","date_gmt":"2013-05-26T08:24:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=768"},"modified":"2013-05-26T10:24:30","modified_gmt":"2013-05-26T08:24:30","slug":"das-runde-muss-in-das-eckige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=768","title":{"rendered":"&#8222;Das Runde muss in das Eckige!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Der Spruch stammt von Sepp Herberger, einst Trainer der westdeutschen Fu\u00dfballmannschaft, die das \u201eWunder von Bern\u201c vollbrachte. Das \u201eRunde\u201c war nat\u00fcrlich der Ball und das \u201eEckige\u201c das Tor. Eine einfache Philosophie f\u00fcr ein einfaches Spiel. Reich konnte man damit zu Zeiten Herbergers vielleicht noch nicht werden, sicher aber wohlhabend und angesehen. Die Sache entwickelte sich jedoch zu einem Millionen- und schlie\u00dflich Milliardengesch\u00e4ft. Nun zeugen so manche Spr\u00fcche von Fu\u00dfballern nicht gerade von au\u00dferordentlicher Intelligenz. Der legend\u00e4re Horst Szymaniak aus dem Ruhrpott meinte z.B.: \u201eEin Drittel? Nee, ich will mindestens ein Viertel.\u201c Aber so waren und sind sie beileibe nicht alle. Der Uli Hoene\u00df, der ist aus anderem Holz geschnitzt. Der Fu\u00dfballerkarriere folgte die Managerkarriere, begleitet von erfolgreicher W\u00fcrstelproduktion. Das \u201eRunde\u201c war nicht nur der Ball. Er besann sich eines alpenl\u00e4ndischen Sprichwortes. \u201eDrum is\u2018s Geld rund, dass\u2018s rollt.\u201c Und wo rollt es hin? Nat\u00fcrlich ins \u201eEckige\u201c; das ist aber jetzt der Geldkasten. Der war dem Uli ganz offensichtlich schon bis obenhin gef\u00fcllt. \u201eGeld allein macht nicht gl\u00fccklich\u201c, tr\u00f6stet sich das Volk und stellte auch der amerikanische Komiker Danny Kaye fest. \u201eEs geh\u00f6ren noch Aktien, Gold und Grundst\u00fccke dazu\u201c, belehrte uns deshalb der gute Danny. Auch davon sollte der Uli doch genug gehabt haben. Wie sie aber so sind, sie wollen am Ende doch nur spielen. Wenn es auf dem Spielfeld nicht mehr geht, dann eben woanders. Nat\u00fcrlich nicht im Wirtshaus mit den Karten. Da spielen die Fu\u00dfballfans, die dem Uli die Kassen f\u00fcllen, um die Zehntel. Der Hoene\u00df spielt z.B. an der B\u00f6rse. Das Geld ist am Anfang nicht einmal seines. Einer, der gerne will, dass die Mannschaften von Hoene\u00df\u2018 Verein, die Ausr\u00fcstungen, die seine Firma produziert, tragen, schenkt dem Uli halt ein paar Millionen, damit er spielen kann. Der Uli nimmt\u2018s, der Uli spielt, er spielt an der B\u00f6rse, und der Uli gewinnt &#8211; irgendwo im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich bewegt sich das Gl\u00fcck. Freilich, das Gl\u00fcck ist ein Vogerl und war in die Schweiz geflogen. Was kann der Uli denn daf\u00fcr?  Es w\u00e4re ja auch alles gut gegangen, wenn nicht der deutsche Fiskus als Spa\u00dfverderber aufgetreten w\u00e4re, und wenn nicht im letzten Moment das gro\u00dfe Verschleierungsabkommen mit der Schweiz geplatzt w\u00e4re. So etwas ist wie ein Tor in der letzten Sekunde der Verl\u00e4ngerung. Jetzt ist der gute Uli pl\u00f6tzlich der Buhmann. Und wollte doch nur spielen! Leid tut er mir nicht. Es geht ihm halt wie dem Ochsen, der da feststellte, dass er an der Fuhre selbst schuld ist, als er den Mist zum Feld ziehen musste. Aber ehrlich gesagt, es gibt noch Schlimmere und Schlimmeres.<br \/>\nDa h\u00f6rt man doch immer wieder, dass gro\u00dfe internationale Konzerne ihre Steuerpflichten gegen Null rechnen. Wie sie das genau machen, verbirgt sich Otto-Normalverbraucher und Lieschen-M\u00fcller im Einzelnen. Irgendwie schieben sie Gewinne und Verluste so lange in ihren internationalen Firmengeflechten hin und her, bis die Rechnung stimmt und der Fiskus, wo auch immer, durch die Finger schaut. Das geschieht durchaus nach Recht und Gesetz. Dagegen ist der Uli nur ein kleiner Dilettant. Die ganze Rechnerei und Verschieberei der Konzerne ist jedoch oft gar nicht n\u00f6tig. Denen wird der \u201erote Teppich\u201c der Steuererleichterung bis gegen Null von der \u00f6ffentlichen Hand ohnehin meist ausgerollt. Da br\u00fcstet sich nicht nur Bayern mit seinen seltenen Finanzpr\u00fcfungen. Es wurde ja auch die K\u00f6rperschaftssteuer, einst eine der Haupteinnahmequellen des Staates, praktisch fast abgeschafft. \u00dcberhaupt Bayern. Da ist man noch sehr viel erfinderischer, als der Uli dies vermuten l\u00e4sst. Man betr\u00fcgt den Staat nicht um seine Steuereinnahmen, sondern man greift einfach unversch\u00e4mt ins Steuers\u00e4ckel. Der Uli ist da noch ein Ehrenmann dagegen. Dessen W\u00fcrstelfirma wird von seinen S\u00f6hnen gef\u00fchrt und es ist nichts B\u00f6ses daran. Bayerische Politiker hingegen lie\u00dfen ihre Verwandtschaft f\u00fcr sich arbeiten. Jedenfalls tat die so, als ob. Daf\u00fcr gab es Knete vom Staat &#8211; und nicht wenig. F\u00fcr solche \u00fcblen Zwecke r\u00fcckt der Uli sein Geld eben nicht raus. \u201eMan soll die Dinge nicht so schlecht reden, wie sie sind\u201c, sagte schon der Fu\u00dfballer Fredi Bobic.  <\/p>\n<p>(Geschrieben f\u00fcr &#8222;Links&#8220; am 23.05.2013)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Spruch stammt von Sepp Herberger, einst Trainer der westdeutschen Fu\u00dfballmannschaft, die das \u201eWunder von Bern\u201c vollbrachte. Das \u201eRunde\u201c war nat\u00fcrlich der Ball und das \u201eEckige\u201c das Tor. Eine einfache Philosophie f\u00fcr ein einfaches Spiel. Reich konnte man damit zu Zeiten Herbergers vielleicht noch nicht werden, sicher aber wohlhabend und angesehen. Die Sache entwickelte sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":[]},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/pBNn2-co","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/768"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=768"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/768\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}