{"id":767,"date":"2013-04-23T10:21:00","date_gmt":"2013-04-23T08:21:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=767"},"modified":"2013-04-23T10:21:00","modified_gmt":"2013-04-23T08:21:00","slug":"ein-mann-geht-durch-die-wand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=767","title":{"rendered":"Ein Mann geht durch die Wand"},"content":{"rendered":"<p>Wie soll denn das gehen? Mit dem Kopf durch die Wand geht jedenfalls meistens schief und hat Beulen zur Folge. Wenn \u00fcberhaupt, geht das nur im Kino. Und tats\u00e4chlich, 1959 war Heinz R\u00fchmann, \u201eDer Mann, der durch die Wand ging\u201c und schon 1958 wollte Hardy Kr\u00fcger in der deutschen Version eines englischen Films mit dem Kopf durch die Wand. Jedenfalls suggerierte dies der Titel. Heinz R\u00fchmann ging sogar durch Gef\u00e4ngnismauern im Knast aus und ein. Beide Filme wurden von der Kritik als oberfl\u00e4chlich qualifiziert. Das soll uns aber jetzt nicht weiter ber\u00fchren. Die Frage bleibt, kann ein Mensch in der Realit\u00e4t durch die Wand, wenigstens mit dem Kopf, und dann gar noch durch Gef\u00e4ngnismauern? Nun, einer hat es versucht. Er wollte nicht gleich k\u00f6rperlich durchs Gem\u00e4uer, hinter dem er eingeschlossen war. Er wollte es aber bildlich gesprochen mit dem Kopf. Der Typ war ein Neonazi. Solche kennt man zwar eher als Glatzk\u00f6pfe als welche mit K\u00f6pfchen, dieser war jedoch wohl eine Ausnahme. Der Mann selber kam &#8211; wie gesagt &#8211; aus dem Knast nicht raus. Er war wegen Totschlags verurteilt und trug sinnigerweise auch noch den Namen T\u00f6dter. Seine F\u00e4den konnte er jedoch durch die dicken Mauern spinnen und ein Netzwerk von Neonazis \u00fcber Gef\u00e4ngnisse in mindestens neun Bundesl\u00e4ndern werfen. Er machte das mit Hilfe von Anzeigen. Just an F\u00fchrers Geburtstag verk\u00fcndete er 2012 in den \u201eBiker News\u201c die Gr\u00fcndung einer Gefangenenhilfsorganisation \u201eAD Jail Crew\u201c Pfiffig, nicht wahr? Wer vermutet schon, dass sich Neonazis, denen doch das Deutschnationale wie Schaum aus dem Mund trieft, der englischen Sprache bedienen. Damit war die Tarnung wohl perfekt. Aber, \u201ees ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch an die Sonnen.\u201c Das ist der eine Teil der Geschichte. Dieser war schon im Februar 2013 im \u201end\u201c nachzulesen. Der andere Teil trug jedoch die \u00dcberschrift, \u201edass nicht sein kann, was nicht sein darf.\u201c Der Untertitel war au\u00dferdem, \u201ewas ich nicht wei\u00df, macht mich nicht hei\u00df.\u201c Diesen Teil schrieb der hessische Innenminister. Der hei\u00dft \u00fcbrigens Hahn und ist zust\u00e4ndig f\u00fcr die JVA H\u00fcnfeld, wo man Kontaktlisten des Netzwerkes fand. Dieser Hahn betreute sein H\u00fc(h)n(er)feld schlecht. Er verkniff sich das warnende Kr\u00e4hen, selbst als ihn &#8211; wie er selbst zugab &#8211; schon ein \u201eentsprechendes Bauchgef\u00fchl\u201c beschlichen habe.<br \/>\nNun, den Fortgang und Schluss der Geschichte m\u00f6gen meine geneigten Leserinnen und Leser der Tagespresse entnehmen. Ich m\u00f6chte hier aber vermelden, es geht noch schlimmer &#8211; oder d\u00fcmmer? Es sollte sich ein mongolischer Exdiplomat und Geheimdienstmann vor dem Berliner Kammergericht wegen \u201eVerschleppung und K\u00f6rperverletzung\u201c verantworten. Er stand im begr\u00fcndeten Verdacht, den mutma\u00dflichen M\u00f6rder eines mongolischen Oppositionspolitikers unter Anwendung von Gewalt und Drogen aus Frankreich zun\u00e4chst nach Berlin entf\u00fchrt und dann in die Mongolei verbracht zu haben. Doch der Angeklagte fehlte unentschuldigt. Ein Schelm, der B\u00f6ses dabei denkt, dachte sich der Strafsenat. Vielleicht steht der Arme im Stau? Doch er kam auch nach 20 Minuten Wartezeit nicht zum Termin. Die Richter vertagten sich, nicht ohne vorher einen Haftbefehl zu erlassen. Das h\u00e4tten sie sich freilich ersparen k\u00f6nnen, denn der Verd\u00e4chtige war schon mal in Haft. Erst war er in Gro\u00dfbritannien eingesperrt und dann an die deutsche Justiz ausgeliefert worden. Diese hob allerdings 2010 den Haftbefehl auf. Der Mann nutzte dies flugs zum Flug nach Ulan Bator, wohin ihm ein paar Tage sp\u00e4ter die deutsche Kanzlerin folgte &#8211; nat\u00fcrlich nicht, um den \u00dcbelt\u00e4ter wieder zur\u00fcck zu holen. Nein, die Kanzlerin wollte keinen unn\u00fctzen Streit mit der mongolischen Staatsmacht. Die vielversprechenden Wirtschaftsverhandlungen sollten nicht gest\u00f6rt werden durch eine solche Petitesse wie Entf\u00fchrung und K\u00f6rperverletzung. Alle Beteiligten waren doch Mongolen. Was focht es also Frau Merkel an? Der Mann ging durch die Wand des Gef\u00e4ngnisses und Frau Merkel ging mit ihrem Kopf durch die Wand.<br \/>\nMan m\u00f6chte die W\u00e4nde hochgehen!<\/p>\n<p>Geschrieben am 15.04.2013 f\u00fcr &#8222;Links&#8220; Mai 2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie soll denn das gehen? Mit dem Kopf durch die Wand geht jedenfalls meistens schief und hat Beulen zur Folge. Wenn \u00fcberhaupt, geht das nur im Kino. 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