{"id":763,"date":"2013-02-21T16:08:47","date_gmt":"2013-02-21T14:08:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=763"},"modified":"2013-02-21T16:08:47","modified_gmt":"2013-02-21T14:08:47","slug":"rosa-und-karl-ihrer-gedanken-gedenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=763","title":{"rendered":"Rosa und Karl &#8211; ihrer Gedanken gedenken!"},"content":{"rendered":"<p>In Falkenstein im Vogtland gab es viele Jahre einen Karl-Liebknecht-Platz. Von daher r\u00fchrt ein Gedenkstein an den Namensgeber und Rosa Luxemburg. Der Platz hei\u00dft heute, wie schon einmal zu Vorzeiten, Carolaplatz. Der Stein aber ist geblieben und wird gepflegt. Jedes Jahr treffen sich hier im Januar Menschen zu kurzem Gedenken an die Ermordeten. Reden werden gehalten, Blumen niedergelegt. So weit so gut!<br \/>\nIm Vorjahr jedoch f\u00fchlten sich ein paar braune Deppen bem\u00fc\u00dfigt, vor der Veranstaltung Jauche \u00fcber den Stein zu gie\u00dfen. \u201eBraune Deppen\u201c? Das sicher! Aber es ergoss sich hier auch ein Teil einer stinkenden braunen Br\u00fche, aus der Gefahr aufsteigt, die nicht mehr klein zu reden ist. Ein \u201eNationalsozialistischer Untergrund\u201c zog mordend durch das Land und wurde von denen, die angeblich daf\u00fcr verantwortlich sind, uns vor solchen M\u00f6rderbanden zu sch\u00fctzen, nicht nur nicht aufgehalten; nein, dieser \u201eUntergrund\u201c wurde gerade von den staatlich beauftragten \u201eVerhinderern\u201c verharmlost, gedeckt und zum Teil sogar noch unterst\u00fctzt. Der Untergrund kroch an die Oberfl\u00e4che und wurde grauenhaft aktiv. Und jetzt wird vertuscht, Akten werden geschreddert und die Schnipsel werden ganz gewiss nicht wieder zusammengeklebt.<br \/>\nDie Welt ist immer noch voller Krieg, Gewalt und Tod. Paris mit den erschossenen drei Kurdischen Aktivistinnen ist das aktuellste Beispiel f\u00fcr politischen Mord mitten unter uns. Drohnen schwirren durch die Luft und entladen t\u00f6dliche Last. Feige gesteuert aus sicherer Entfernung. Jugoslawien war nach 1990 der Beginn f\u00fcr eine ungeniert kriegerische Neuordnung im \u201eHinterhaus\u201c der EU. Dann erz\u00e4hlte man uns scheinheilig, man m\u00fcsse in Afghanistan, am Hindukusch unsere Freiheit verteidigen und den Anf\u00e4ngen von terroristischer Gefahr wehren. Und heute?<br \/>\nAus den Anf\u00e4ngen sind l\u00e4ngst unz\u00e4hlige Feuernester und Fl\u00e4chenbr\u00e4nde geworden. Libyen, Syrien, Mali, Kongo &#8230; Die Liste ist beileibe nicht vollst\u00e4ndig und wird sicher immer noch l\u00e4nger werden. Die aber, die skrupellos ihre hegemonialen Interessen mit Hilfe von Krieg und Gewalt durchsetzen wollen, bekommen den Friedensnobelpreis und k\u00f6nnen es gar nicht erwarten, mit all ihrer Technik in neue Kriege zu ziehen. Welch ein Hohn!<br \/>\nBereits 1911 warnt uns Rosa Luxemburg: \u201eUnd jedesmal, wo b\u00fcrgerliche Politiker die Idee des Europ\u00e4ertums, des Zusammenschlusses europ\u00e4ischer Staaten auf den Schild erhoben, da war es mit einer offenen oder stillschweigenden Spitze gegen die ,gelbe Gefahr\u2018, gegen den ,schwarzen Weltteil\u2018, gegen die ,minderwertigen Rassen\u2018, kurz, es war stets eine imperialistische Missgeburt.\u201c (GW 2,502) Wie wahr und immer noch wahr!<br \/>\nMan w\u00fcnschte sich wahrlich mehr Gedenksteine und Denkm\u00e4ler f\u00fcr Karl und Rosa. Herr de Maiziere aber, so genannter \u201eVerteidigungsminister\u201c der Bundesrepublik Deutschland, hat nur neue Kriegerdenkmale im Auge. Die Toten gibt es schon &#8211; viel zu viele; er hat es jedoch offensichtlich recht eilig, die Zahl noch zu erh\u00f6hen.<br \/>\nVon einer kapitalistischen Union kann ganz offensichtlich kein Frieden ausgehen &#8211; h\u00f6chstens ein zeitweiliger untereinander. Aber auch dieser Frieden &#8211; und damit die Union selbst &#8211; sind heute immer mehr gef\u00e4hrdet durch Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung der einen Mitglieder durch die anderen.<br \/>\nDas spricht freilich nicht prinzipiell gegen eine europ\u00e4ische Union, wohl aber gegen die Zust\u00e4nde und die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse in der real existierenden.  Es stimmt n\u00e4mlich noch etwas, was uns Rosa Luxemburg 1911 bereits ins Stammbuch geschrieben: \u201eDie V\u00f6lker sollen und k\u00f6nnen ohne Unterschied der Rasse und Farbe zusammen in Frieden leben. Nur dann kann man von Kultur reden, wenn Bande der Solidarit\u00e4t die V\u00f6lker umschlingen. Solange die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen nicht abgeschafft ist, ist diese Solidarit\u00e4t nicht m\u00f6glich.\u201c (GW 3,62)<\/p>\n<p>(Geschrieben f\u00fcr DISPUT, Februar 2013)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Falkenstein im Vogtland gab es viele Jahre einen Karl-Liebknecht-Platz. Von daher r\u00fchrt ein Gedenkstein an den Namensgeber und Rosa Luxemburg. Der Platz hei\u00dft heute, wie schon einmal zu Vorzeiten, Carolaplatz. Der Stein aber ist geblieben und wird gepflegt. Jedes Jahr treffen sich hier im Januar Menschen zu kurzem Gedenken an die Ermordeten. 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