{"id":756,"date":"2013-02-14T13:08:55","date_gmt":"2013-02-14T11:08:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=756"},"modified":"2013-02-14T13:08:55","modified_gmt":"2013-02-14T11:08:55","slug":"rede-zum-politischen-aschermittwoch-chemnitz-13-02-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=756","title":{"rendered":"Rede zum Politischen Aschermittwoch (Chemnitz, 13.02.2013)"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Aschermittwochg\u00e4ste,<\/p>\n<p>der Fasching ist aus!<br \/>\nCarne val\u00e9 &#8211; dem Fleisch ad\u00e9!<br \/>\nBedenkt, dass Ihr aus Staub seid und wieder zu Staub werdet. Regt Euch also nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig auf! Wirbelt nicht auch noch unn\u00f6tig Staub auf. Die Welt ist doch wieder in Ordnung! Die N\u00e4rrinnen und Narren sind verschwunden. Die Fastenzeit hat angefangen <\/p>\n<p>Dem Gysi hauen sie die Stasi wieder an die Backe &#8211; das hei\u00dft nach einer alten Bauernregel, dass Wahlen auf uns zukommen: \u201eHast Du im Februar Namenstag und trifft Dich voll der Stasi-Schlag, w\u00e4hlen wir im Herbst den Bundestag.\u201c <\/p>\n<p>Ihr werdet es nicht glauben, aber es stimmt, ich habe nachgeschaut. Nach dem Namenstagskalender der katholischen Heiligen ist der 13. Februar einer der m\u00f6glichen Namenstage f\u00fcr Gregor. W\u00fcnschen wir ihm von hier vor allem gute Besserung.<\/p>\n<p>Nun ja, CDU\/CSU\/FDP\/SPD\/GR\u00dcNE und der Justiz f\u00e4llt nichts Neues mehr ein, weil Stasi die einzige Sache ist, von der sie annehmen k\u00f6nnen, dass sie, so weit sie Wessis sind, selbst davon nicht getroffen werden k\u00f6nnen. Es sind eben auch einfach nur feige, hinterh\u00e4ltige Borstentiere. Hinter dem Popanz &#8222;Stasi&#8220; bauen sie aber selbst ein \u00dcberwachungs- und Repressionssystem auf, das so ziemlich alles bisher da Gewesene \u00fcbertrifft. Da werden auch Akten angelegt, noch mehr aber wird geschreddert, zumindest wenn es um die Verbindungen in die rechte Szene und deren Finanzierung geht. Glaubt nicht, dass diese Akten noch einmal zusammengeklebt werden! <\/p>\n<p>Die Welt ist jedoch wieder in Ordnung: Guttenbergs Schmach ist ger\u00e4cht. Wie Du mir, so ich Dir! Frau Dr. Schavan ist wieder die einfache Frau Schavan. Ehrlich gesagt, so sieht sie doch mit dieser Brille auch aus. <\/p>\n<p>Der Br\u00fcderle hinwiederum h\u00e4lt sich bei den Weibern zur\u00fcck. Bringt ja auch nichts, so wie er aussieht.<\/p>\n<p>Die Nazis wollten in Dresden marschieren. Die s\u00e4chsische Staatsregierung findet das gar nicht gut, hat aber dem \u201eNetzwerk f\u00fcr Demokratie und Courage\u201c die Mittel gek\u00fcrzt. W\u00e4re ja noch sch\u00f6ner, man f\u00e4nde die Nazis nicht nur bl\u00f6d, sondern w\u00fcrde auch noch zulassen, etwas gegen sie zu tun. Dem sei schon die s\u00e4chsische Staatsanwaltschaft davor. Die wird heute sicher wieder Futter f\u00fcr ihren Arbeitshunger gefunden haben und vielleicht noch finden.<\/p>\n<p>Wer wei\u00df, wie viele Telefone wieder abgeh\u00f6rt werden. Da kennt man kaum noch Genzen. Wenn es aber um wirklich gef\u00e4hrliche Nazis geht, zieht man den Schwanz ein. Der Stellvertretende Leiter des Landesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz in Sachsen erkl\u00e4rte unl\u00e4ngst, den Hinweisen aus Th\u00fcringen zum Aufenthalt des M\u00f6rdertrios des nationalsozialistischen Untergrundes im Raum Dresden sei nicht nachgegangen worden, weil es sich um ein zu gro\u00dfes Gebiet handele.<\/p>\n<p>Na dann soll doch dieser tapfere Herr Varenhold Polizeipr\u00e4sident im Vatikan werden. Der hat nur 0,5 Quadratkilometer.<\/p>\n<p>So! &#8211; und jetzt wird es mystisch: Als ich mir das am Montag aufgeschrieben hatte, trat 5 Minuten sp\u00e4ter der Papst zur\u00fcck. Ich fasse es nicht! Da l\u00e4uft irgend etwas hinter meinem R\u00fccken.<\/p>\n<p>Egal &#8211; jedenfalls kennen wir auch schon den Nachfolger. Oskar Lafontaine hat ja am Sonntag bei Jauchs Sendung \u201eWer wird Papst?\u201c gewonnen. <\/p>\n<p>Und die Sahra?, werden jetzt manche erschreckt aufschreien. F\u00fcr die beten wir die Lauretanische Litanei!<br \/>\nHeilige Jungfrau der Jungfrauen &#8211; bitte f\u00fcr uns!<br \/>\nDu weiseste Jungfrau &#8211; bitte f\u00fcr uns!<br \/>\nDu Spiegel der Gerechtigkeit &#8211; bitte f\u00fcr uns!<br \/>\nDu Sitz der Weisheit &#8211; bitte f\u00fcr uns!<br \/>\nDu Ursache unserer Freude &#8211; bitte f\u00fcr uns!<br \/>\nDu geheimnisvolle Rose &#8211; bitte f\u00fcr uns!<br \/>\nusw. usw. usw.<\/p>\n<p>Der Feind jedoch &#8211; ja es ist wieder so weit &#8211; der Feind steht auch wieder in unseren eigenen &#8211; linken &#8211; Reihen. Das sah ja seit dem G\u00f6ttinger Parteitag schon richtig traurig aus. Aber jetzt ist er zum Gl\u00fcck wieder da, paktiert mit der CDU bis zum Einknicken, erg\u00f6tzt sich am Mitmachen bei neoliberalen Machtspielchen, verr\u00e4t alle Opposition und deren W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler dazu, wird zum Kapitalistenknecht, versaut uns die linke Lust am Schuldenmachen und versteckt sich feige hinter einem sozialen Ausgleich im Landeshaushalt und finanzieller Besserstellung der Kommunen. Eine produktive Diskussion zu einem komplizierten Problem kommt dabei eher unter die R\u00e4der. Es freuen sich die Reine Lehre und ihre Mullahs. <\/p>\n<p>LINKS sein hei\u00dft eben f\u00fcr manche, Dinge ihrer selbst willen abzulehnen. Da fragt man nicht nach anderem Sonnenschein. <\/p>\n<p>Umso mehr muss ich mich allerdings wundern, dass im nd vom vorigen Sonnabend, in dem die ganze Seite 2 zur Problematik und zum neoliberalen Charakter einer \u201eSchuldenbremse\u201c vollgeschrieben ist, auf Seite 8 pl\u00f6tzlich ein \u00e4u\u00dferst kritischer Kommentar zur EU als \u201eSchuldengemeinschaft\u201c auftaucht. Und unser langmonatiger Ex-Parteivorsitzender Klaus Ernst haut am Abend im Fernsehen in die gleiche Kerbe und verurteilt das Schuldenmachen als Basis des neuen EU-Haushaltes auf das Sch\u00e4rfste.<\/p>\n<p>Ich selbst rege mich eigentlich mehr \u00fcber 25 Milliarden verschleuderter Steuergelder auf, was der Bundesrechnungshof erst j\u00fcngst festgestellt hat. Und ich rege mich auf \u00fcber Elbphilharmonie, Berliner Flughafen, Leipziger City-Tunnel, Stuttgart 21 usw. Da h\u00e4tte man sparen k\u00f6nnen und Wohltaten verteilen!!!<\/p>\n<p>Die Welt ist also in Ordnung! Und ich halte wieder einmal eine Aschermittwochrede! Deftig, kr\u00e4ftig!!!<\/p>\n<p>Diesmal muss ich aber vorneweg Grunds\u00e4tzliches kl\u00e4ren: Ich mache Euch nicht den neuen Steinbr\u00fcck. Der schweigt ja jetzt und das auch noch gratis. Ist auch besser so. Denn wenn der auch nur noch ein Wort sagt, glaubt dem Gabriel niemand mehr, wenn er in BILD am Sonntag t\u00f6nt, dass die SPD mit Steinbr\u00fcck die soziale Marktwirtschaft neu begr\u00fcnden will.<\/p>\n<p>Aber wenn ich rede, dann rede ich Klartext und m\u00f6chte das bitte nach dem Tarif vom alten Steinbr\u00fcck machen, diesem Klartexter von Hartz IV und Aufsichtsratsmitglied von Thyssen-Krupp. <\/p>\n<p>&#8211; naja, oder doch zumindest ann\u00e4hernd &#8211; also wenigstens im Prinzip. <\/p>\n<p>Ich gebe ja zu, verglichen mit dem alten Steinbr\u00fcck bin ich ja nur ein \u201eLeih- und Zeitarbeiter\u201c, also \u201eRandbelegschaft\u201c, wie die Unternehmerinnen und Unternehmer sagen. Ich habe mich deshalb f\u00fcr heute auf Freibier geeinigt. Ein ehrliches Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>\u201eRandbelegschaft\u201c? <\/p>\n<p>Klingt auch nicht gut! Aber die Sprache hat immer Recht. Und wenn sie Unrecht hat, muss man sie ver\u00e4ndern. Und wenn sie weder Recht noch Unrecht haben soll &#8211; oder sagen wir es doch deutlich &#8211; wenn die Sprache was verbergen soll, dann muss man sie nur richtig verwenden.<\/p>\n<p>\u201eRandbelegschaft\u201c ist ja schon so ein Wort. Wenn Du da dazu geh\u00f6rst, traust Du Dich doch schon gar nicht mehr den Lohn abzuholen. <\/p>\n<p>Deshalb gebe ich mich ja hier auch mit einem oder zwei Bier als Honorar zufrieden. Die armen Veranstalter k\u00f6nnen ja f\u00fcr mich nicht einmal F\u00f6rdergelder einwerben. Sie w\u00fcrden keine bekommen, weil ich die so genannte \u201eExtremismusklausel\u201c nicht unterschreiben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\u201eExtremismusklausel\u201c, wiederum so ein b\u00f6ses Wort. Nein Leute, das geht auch anders!<\/p>\n<p>Unsere jungen Leute wollen n\u00e4mlich \u201eExtremismus\u201c als Begriff politischer Verortung \u00fcberhaupt abschaffen. Damit nat\u00fcrlich auch \u201eLinks- und Rechtsextremismus\u201c. Recht haben sie, denn dann verschwindet auch die selbst ernannte Mitte &#8211; zumindest aus der Sprache. Die Leute und ihre Ideen und Ziele bleiben nat\u00fcrlich. Aber die Mitte sind sie nicht mehr!!!<\/p>\n<p>Ich hatte ja kurz den Gedanken, gar nicht mehr von \u201erechts\u201c und \u201elinks\u201c zu sprechen, sondern von \u201evorn\u201c und \u201ehinten\u201c. Dann w\u00e4ren die Faschos die Zur\u00fcckgebliebenen, wir jetzigen Linken w\u00e4ren jedoch allen ganz weit voraus. Eben die \u201eProgressiven\u201c, die \u201eVorangeschrittenen\u201c. Und dann g\u00e4be es noch welche, die keinen Horizont haben, im \u201ehier und heute\u201c verfangen sind und wie die Kaninchen auf die Schlange auf die angeblichen Sachzw\u00e4nge starren. Stolz wollte ich den Gedanken in facebook und damit in die Welt tragen. Leider fiel mir vorher ein, \u201evorw\u00e4rts immer, r\u00fcckw\u00e4rts nimmer\u201c, hatten wir auch schon. Fanden viele albern. <\/p>\n<p>Vielleicht sollten wir doch die Welt ver\u00e4ndern, anstatt sie nur verschieden &#8211; mit Hilfe von Sprache &#8211; zu interpretieren?!<\/p>\n<p>In den Chefetagen des Handels beherrscht man nat\u00fcrlich die richtige Sprache, die angemessen interpretiert. Also verk\u00fcndet man, die Entlohnung \u201ean die heutigen Bedingungen anpassen zu wollen\u201c. Freilich hei\u00dft das f\u00fcr die Frauen und M\u00e4nner an den Supermarktkassen, Lohneinbu\u00dfen hinnehmen zu m\u00fcssen. Aber die sehen das zu verbissen und dann wieder so ein b\u00f6ses Wort: \u201eLohneinbu\u00dfen\u201c?<\/p>\n<p>So etwas sagt man einfach nicht: Es geht doch nur um \u201ein sich stimmige Verg\u00fctungszusammenh\u00e4nge f\u00fcr die Zukunft\u201c, um \u201eausgewogene Verg\u00fctungsstrukturen\u201c und darum, \u201eBewertungswiderspr\u00fcche bei unterschiedlichen T\u00e4tigkeiten zu beseitigen\u201c. So habe ich das erst unl\u00e4ngst bei mdr-info geh\u00f6rt. Weshalb dann aber auch noch einer von der Gewerkschaft dazwischen brabbelt, dass das eben im Klartext hie\u00dfe, \u201edie Kassiererinnen verdienen zu viel\u201c, und dass damit \u201edie Verschiebung der Arbeitszeiten zu ung\u00fcnstigen Tageszeiten ohne Zuschl\u00e4ge bleiben sollten\u201c, das verstehe ich nicht. Hat der sich doch so viel M\u00fche gegeben, der Herr vom Handelsverband, um uns ungeschminkt und verst\u00e4ndlich die Wahrheit zu sagen.<\/p>\n<p>Bei Thyssen-Krupp kann man das selbstverst\u00e4ndlich auch: \u201e&#8230; geplant sind Personalanpassungen in der H\u00f6he von 2800 Stellen &#8230;\u201c. Das h\u00f6rte ich am 08.02. in der tagesschau. Gut so! Wer wird denn auch einfach \u201eentlassen\u201c.<\/p>\n<p>So sprechen kann eben nicht jeder und jede und die LINKE schon gleich gar nicht. Herr de Maiziere ist da aber ein Vorbild. Ihr kennt den Herren? Der war schon viel: Chef der Staatskanzlei in Dresden, Justizminister, Finanzminister, Innenminister in Sachsen, Bundesminister f\u00fcr besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes und jetzt \u201eVerteidigungsminister\u201c in der Bundesregierung.&#8212; Ein richtiger Tausendsassa! Ich denke nur manchmal, die Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass man gar nichts kann.<\/p>\n<p>Der will ja auch wieder neue Heldendenkm\u00e4ler f\u00fcr unsere gefallenen Soldaten. Das hat nat\u00fcrlich nichts mit Krieg zu tun. Da m\u00fcsste er ja auch \u201eKriegsminister\u201c hei\u00dfen. Um Himmels Willen! Nein, das hat was mit Verteidigung zu tun, mit Verteidigung unserer Freiheit z.B. am Hindukusch. <\/p>\n<p>So ganz war es ja damit nichts, deshalb wollen wir uns jetzt auch zur\u00fcckziehen. Aber neue Aufgaben warten. Z.B. in Mali. Und Herr Thomas de Maiziere spricht das auch umwunden aus. Am 30.01. z.B. im Fernsehen: Es ginge um die \u201eVorbereitung eines kleinen nachsorgenden Einsatzes\u201c. <\/p>\n<p>Na bitte! Und da haben schon wieder einige von einem neuen Kriegsabenteuer gesprochen.<\/p>\n<p>Der Herr Mackenroth, seines Zeichens CDU-Landtagsabgeordneter, ehemaliger s\u00e4chsischer Justizminister und jetzt Vorsitzender des Untersuchungsauschusses zum so genannten \u201eM\u00fcllskandal\u201c kann auch sch\u00f6n umschreiben, wenn es um die M\u00fcllbranche geht und ihre Neigung einschl\u00e4gige kriminelle Machenschaften zu vertuschen. Ganz klar sagte er am 28.01 bei mdr-info: \u201eDie Aussagebereitschaft der Branche ist nicht extrem ausgepr\u00e4gt &#8211; man m\u00f6chte vielleicht nicht alles aufgekl\u00e4rt sehen, was den Untersuchungsausschuss interessiert.\u201c <\/p>\n<p>Der hat wohl die Glaceehandschuhe im M\u00fcll gefunden. Aber dort landen sie auch wieder, denn jetzt wird er ganz, ganz deutlich, ohne R\u00fccksicht auf Verluste, wie sich das f\u00fcr einen gestandenen Politiker geh\u00f6rt: \u201eDa werden wir dann vielleicht gelegentlich ungeduldig&#8230;\u201c &#8211; \u201edann vielleicht gelegentlich\u201c? Nein, aber jetzt kommt\u2018s wirklich: \u201e&#8230; und bestehen darauf, dass uns auch die Wahrheit gesagt wird.\u201c Punktum! Ein Mann ein Wort! <\/p>\n<p>Es gibt aber doch auch immer wieder Missverst\u00e4ndnisse. Ich bin da selbst nicht frei davon. Das gebe ich ehrlich zu. Unl\u00e4ngst d\u00fcnkte mir wirklich, Frau Merkel streckte die deutschen Finger nach dem chilenischen Kupfer aus, als sie bei der Konferenz zur s\u00fcdamerikanisch-europ\u00e4ischen Zusammenarbeit so beil\u00e4ufig bemerkte, Chile h\u00e4tte doch so gro\u00dfe Kupfervorr\u00e4te, da k\u00f6nne Deutschland ja mit seiner Technik beim Abbau \u201ehelfen\u201c. Ja, \u201ehelfen\u201c hat sie gesagt, und ein Schelm, der B\u00f6ses dabei denkt. Wir brauchen doch gar kein Kupfer. Das liegt in Deutschland neben den Bahnschienen nur so herum.<\/p>\n<p> \u00dcbrigens \u201eSchelm\u201c? Wir m\u00fcssen doch gendern bei der LINKE. Wie hei\u00dft denn davon die weibliche Form? Oh! Tats\u00e4chlich, \u201eSchelmin\u201c. Das steht so im DUDEN-Universalw\u00f6rterbuch, 11. Auflage, 2011.<\/p>\n<p>Dieses W\u00f6rterbuch &#8211; ich habe es mitgebracht &#8211; dieses W\u00f6rterbuch ist sehr n\u00fctzlich und hilft in vielen Lebenslagen.<\/p>\n<p>Dem Br\u00fcderle zum Beispiel: der war doch sicher auf so eine reingefallen, die die M\u00e4nner alle spitz macht und sie dann nicht ranl\u00e4sst. Das w\u00e4re jedenfalls eine gute Ausrede und steht auch so in diesem W\u00f6rterbuch. Man\/Mann findet da tats\u00e4chlich unter \u201espitz\u201c, \u201evom Sexualtrieb beherrscht; geil; sinnlich: die Frau ist so was von s.; sie macht die Typen s. und l\u00e4sst sie dann nicht ran.\u201c Also, Herr Br\u00fcderle, fein raus!!!<br \/>\nDUDEN kaufen, weiter saufen!<\/p>\n<p>Ja, es gibt eben immer noch solche Frauen, die es nur auf M\u00e4nner abgesehen haben und auf ihre Karriere. Das W\u00f6rterbuch sagt es uns. Stichwort \u201eabsehen\u201c:  \u201eauf jmdn., etw. begierig sein; jmdn., etw. gerne f\u00fcr sich haben wollen: die Frau hat es auf ihn, [nur] auf sein Geld abgesehen\u201c. Da ist es kein Wunder mehr, was man unter anderem bei \u201eschlafen\u201c erf\u00e4hrt: \u201eum ein bestimmtes Ziel zu erreichen] nacheinander mit verschiedenen Partnern koitieren: sie hat sich schon durch die ganze Abteilung geschlafen\u201c.<\/p>\n<p>Die DUDEN-Redaktion kennt eben die Frauen &#8211; und die M\u00e4nner auch. Es arbeiten ja auch &#8211; nat\u00fcrlich au\u00dfer dem Chef &#8211; fast nur Frauen in der Redaktion. Da spricht es von viel Lebenserfahrung, wenn man unter \u201eauflesen\u201c erf\u00e4hrt, \u201ejmdn. irgendwo auffinden u. mit sich nehmen:\u201c und als Beispiel daf\u00fcr: \u201ewo hast du den Kerl blo\u00df aufgelesen?\u201c  <\/p>\n<p>Und der Br\u00fcderle kann froh sein, dass er nicht im Ortsteil \u201eAllzunah\u201c der Gemeinde \u201eFrauenwald\u201c im Ilmkreis in Th\u00fcringen wohnt.<\/p>\n<p>Es ist ein wirklich tolles, sehr realistisches Frauenbild in diesem W\u00f6rterbuch zu finden. Aber es entwickelt sich und manche Beispiele waren in fr\u00fcheren Auflagen noch krasser. Zum Beispiel noch 2003 unter \u201eAnatomie\u201c, \u201edie A. des Menschen, der Frau, der Hauskatze; die weibliche A.\u201c Man und wiederum Mann wird also gleich zwei Mal darauf aufmerksam gemacht, dass die weibliche Anatomie, die Anatomie der Frau eine andere ist, als die des Menschen. Das hat sie mit der Hauskatze gemeinsam.<\/p>\n<p>Wie gesagt, die Sache entwickelt sich aber. Darum findet man in der vorl\u00e4ufig letzten Auflage auch schon als Beispiele f\u00fcr die Anrede mit \u201eFrau\u201c, \u201eF. Bundeskanzlerin, F. Direktorin, F. Rechtsanw\u00e4ltin, F. Studienr\u00e4tin;\u201c neben dem einfachen \u201esehr geehrte F. M\u00fcller;\u201c Das war ebenfalls nicht immer so. Noch bis zur vorletzten Auflage, waren solche Ehrentitel und noch einige mehr, wie Doktor, Professor, Minister und Abgeordneter nur der Anrede mit \u201eHerr\u201c, vorbehalten. Bei Frauen reichte es nebst der \u201esehr geehrten Frau M\u00fcller\u201c nur noch zur \u201eFrau Meier\u201c und \u201eFrau Oberin\u201c. <\/p>\n<p>Da ist die Frau Schavan eben w\u00f6rterbuchm\u00e4\u00dfig um eine Auflage zur\u00fcckgestuft worden.<\/p>\n<p>Wichtig ist freilich, das lese ich jetzt immer wieder, dass man Sexismus durch angemessene, h\u00f6fliche Versuche der Ann\u00e4herung ersetzt. Da kann man nicht so plump wie einst Prinz Charles mit der T\u00fcr ins Haus fallen, als er seiner Camilla am Telefon fl\u00fcsterte, \u201eIch w\u00e4re so gern Dein Tampon\u201c. Korrekt und Erfolg versprechend w\u00e4re hingegen \u201eLass\u2018 mich Dein Labello sein!\u201c &#8211; ein altbekannter Sponti-Spruch.<\/p>\n<p>Es geht also irgendwie vorw\u00e4rts mit der Gleichstellung der Geschlechter. Manchmal stimmt nur die Richtung nicht. Wenn den Frauen in der US-Army neuerdings erlaubt ist, sich auch an Kampfeins\u00e4tzen zu beteiligen, so h\u00e4tte ich es, ehrlich gesagt, f\u00fcr fortschrittlicher gehalten, man w\u00fcrde Kampfeins\u00e4tze endlich auch den M\u00e4nnern verbieten. <\/p>\n<p>Mit der Sprache ist es \u00e4hnlich; es geht vorw\u00e4rts; vor allem seit wir die \u201epolitical correctness\u201c haben. Diese gilt nicht nur f\u00fcr die Gegenwart bzw. muss alte Unkorrektheit der neuen correctness angeglichen werden. Pipi Langstrumpfs \u201eNegerk\u00f6nig\u201c musste schon daran glauben. Ich bin gespannt, wann Karl May dran ist. Der ist bestimmt ein dankbares Objekt f\u00fcr solche Bem\u00fchungen &#8211; Rothaut, Bleichgesicht? Geht das noch? Und gegen das \u201eGreenhorn\u201c werden die Gr\u00fcnen protestieren.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen wirklich an unsere Kinder denken. Die sind ja doof. Viel d\u00f6fer, jedenfalls als wir je waren. Die gehen bestimmt in die vielen Sprachfallen. Ich meine, wir haben von den Negerk\u00f6nigen, Menschenfressern, b\u00f6sen Hexen usw. gelesen und sind linke, korrekte Antirassistinnen und Antirassisten geworden. Aber unsere Kinder? Nein! Nein! Da muss Kontrolle schon sein. <\/p>\n<p>In meiner Geburtsstadt Wien gibt es \u00fcbrigens ein ganz besonders b\u00f6ses Wort f\u00fcr Menschen, die im Sommer statt sonnengebr\u00e4unt, blass und wei\u00dfh\u00e4utig herumlaufen. Solche Menschen nennt man \u201eTopfenneger\u201c. Der Topfen, hierzulande Quark genannt, steht f\u00fcr das Wei\u00dfe, der das Schwarze, also das lateinische \u201eniger\u201c eben auch in wei\u00df umkehrt. Darf ich jetzt zu jemandem \u201eNeger\u201c sagen, wenn ich doch genau das Gegenteil meine? Sehr schwer zu entscheiden. Da sollte mal jemand eine Dissertation dar\u00fcber schreiben. Bei der g\u00e4be es mit Sicherheit kein Plagiat, weil sich noch niemand an dieses komplizierte Problem mit dem \u201eTopfenneger\u201c herangetraut hat.<\/p>\n<p>Vielleicht ist das was f\u00fcr Frau Schavan: Anstatt \u201ePerson und Gewissen\u201c den Titel \u201eNeger und Topfen\u201c &#8211; und dann wird die Arbeit wegen dem \u201eNeger\u201c nicht angenommen. Das Leben kann tragisch sein!<\/p>\n<p>Der Goethe hat das \u00fcbrigens alles schon geahnt. Der war ja f\u00fcr Trag\u00f6dien zust\u00e4ndig. Der hat gleich selbst die Korrektur f\u00fcr alle Zeiten in seinen Faust eingearbeitet: \u201eSch\u00f6nes Fr\u00e4ulein, darf ich\u2018s wagen, Arm und Geleit Ihr anzutragen\u201c, fragt ja Faust bekanntlich das Gretchen. Und die antwortet politisch korrekt: \u201eBin nicht Fr\u00e4ulein, bin nicht sch\u00f6n, kann ungeleit\u2018 nach Hause geh\u2018n.\u201c Richtig! Man darf Frauen nicht \u00fcber Sch\u00f6nheit definieren und ob sie Fr\u00e4ulein sind oder nicht, geht keinen und keine was an. Womit nat\u00fcrlich auch \u201edas sch\u00f6ne Geschlecht\u201c abgeschafft ist.  <\/p>\n<p>Gleiches gilt f\u00fcr das \u201estarke\u201c und \u201eschwache Geschlecht\u201c. Ich bin allerdings jetzt neugierig auf die neuen \u00dcbersetzungen von Shakespeares Hamlet, wo ja noch steht: \u201eSchwachheit Dein Name ist Weib\u201c.<\/p>\n<p>Ich will mich nicht lustig machen \u00fcber die Menschheitsprobleme, ich will nur zeigen, wie kompliziert das alles ist und welche Probleme noch auf uns zukommen.<\/p>\n<p>Und immer funktioniert das mit der Sprache ja auch nicht so, wie vom guten Willen gewollt. Da haben wir z.B. in der DDR den \u201eSchraubenzieher\u201c korrekter Weise in \u201eSchraubendreher\u201c umbenannt und den \u201eZollstock\u201c in \u201eGliederma\u00dfstab\u201c. Trotzdem blieb der \u201eantifaschistische Schutzwall\u201c eine \u201eMauer\u201c, die \u00e4rgerlich im Wege stand. <\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen aber auch neue W\u00f6rter lernen. Das bringt die von uns ver\u00e4nderte Welt mit sich. Wir sind tolerant und achten alle Lebensweisen und sexuellen Orientierungen. Dennoch, Kinder k\u00f6nnen da schon manchmal komische Fragen stellen. Die d\u00fcrfen uns aber nicht in Verlegenheit bringen. Fragt doch unl\u00e4ngst ein Kind seinen Vater, \u201ePapa, was ist ein Transvestit?\u201c So was bringt einen modernen Vater nicht in Verlegenheit. Der antwortet cool: \u201eFrag\u2018 die Mama, der wei\u00df das.\u201c<\/p>\n<p>Jetzt ist aber Schluss! &#8212; Obwohl \u00fcber neue Bedeutungen von W\u00f6rtern kann man ja auch noch stolpern: Die linkste Frau, die ich kenne, die antisexistischste, die konsequenteste Genderin beim Sprechen, die sagte mir unl\u00e4ngst, als wir wegen meiner kaputten Finger \u00fcber Physiotherapie redeten, \u201eIch kenne da eine Physiotherapeutin. Die ist wirklich geil.\u201c Fast w\u00e4re ich erregt hingegangen. Nur der Gedanke an meine katholische Gro\u00dfmutter hat mich davon wieder Abstand nehmen lassen. Die linke Frau aber h\u00e4tte mir mein Verst\u00e4ndnis von geil sehr \u00fcbel genommen.<\/p>\n<p>Eines muss freilich, bevor ich endg\u00fcltig das Thema wechsle, auch noch gesagt werden. Wir M\u00e4nner werden manchmal ebenfalls geh\u00f6rig sexuell bel\u00e4stigt. Also wenn unser aller Angie immer so da steht und mit ihren Daumen und Zeigefingern dieses Rhomboid vor ihrem Unterleib formt &#8211; Ich wei\u00df ja nicht?! Ich werde in diesem Fall nur deshalb nicht sauer, weil ich dann auch noch ihr Ehemann w\u00e4re, der Joachim Sauer.<\/p>\n<p>Und dass es keine weiblichen \u00c4quivalente f\u00fcr \u201eSchlappschwanz\u201c, \u201eWeichei\u201c und \u201eFrauenversteher\u201c gibt, macht schon nachdenklich.<\/p>\n<p>Aber jetzt wechseln wir wirklich das Thema. Weil das mit dem Sexismus war vielleicht schon einmal anders. Carla Thiele, die Autorin des Buches \u201eGuter Sex ohne Stress\u201c, antwortete auf die Frage, ob Sexismus \u00fcberhaupt ein gesamtdeutsches Thema sei, so: \u201eDie Frau in der DDR war anpackend, f\u00fcr sich selbst sorgend und erlebte sich trotzdem in ihrer Weiblichkeit. Das gab ihr Sicherheit im Rollenbild. M\u00f6glich, dass das ein wenig verloren gegangen ist.\u201c <\/p>\n<p>Mag sein?! Und schaut mal in DDR-W\u00f6rterb\u00fccher. Dort steht wirklich oft anderes als im DUDEN-Universalw\u00f6rterbuch. Z.B. steht im DUDEN bei \u201etr\u00e4umen\u201c, \u201esie tr\u00e4umte von einer gro\u00dfen Karriere\u201c, im Handw\u00f6rterbuch der deutsche Gegenwartssprache der DDR steht bei \u201etr\u00e4umen\u201c hingegen, \u201eer tr\u00e4umte von einer gro\u00dfen Reise\u201c. Wir wissen: F\u00fcr eine Karriere konnte man sich &#8211; im Westen &#8211; durch die ganze Abteilung schlafen. Wie war das jedoch mit der gro\u00dfen Reise im Osten?<\/p>\n<p>Nun gut! Ich komme jetzt nochmal auf diese \u201eSchuldenbremse\u201c zur\u00fcck: Das ist doch ohnehin alles Schnulli! Von \u00d6sterreich lernen, hei\u00dft siegen lernen. Die haben n\u00e4mlich eine genialen Einfall. Seit Jahren versuchen sie dort der Korruption Herr zu werden. <\/p>\n<p>He? Herr zu werden? Warum nicht Frau zu werden? Na gut, ich wollte mit dem Thema aufh\u00f6ren. <\/p>\n<p>Also seit Jahren versucht man in \u00d6sterreich die Korruption zu bek\u00e4mpfen. Eigentlich schade um das sch\u00f6ne Land, das zuvor so gut funktionierte. Der Erfolg im Kampf ist ohnehin wechselhafter Natur. Und wo man einen korrupten Kopf abschl\u00e4gt, wachsen oft drei neue nach. Deshalb die wirklich gute Idee, die auch jegliche Schuldenbremse \u00fcberfl\u00fcssig macht. Im Steuerjahrbuch 2013 des \u00f6sterreichischen Finanzministeriums findet sich auf Seite 98 der Hinweis, dass Schmiergelder zu versteuern sind. <\/p>\n<p>Aber was sage ich \u201eSchmiergelder\u201c? Auf gut Amtsdeutsch hei\u00dft das \u201eIncentives\u201c Alles ist auch genau geregelt: Es gibt neben dem Formular L 1 f\u00fcr die Lohnsteuer noch das Formular L 1i. Dieses dient der Deklaration von \u201eEinkommen aus nichtselbstst\u00e4ndiger Arbeit ohne Lohnsteuerabzug\u201c. Das sind \u201ebestimmte Provisionen\u201c, z.B. halt Incentives oder Schmiergelder.<\/p>\n<p>Bisher Ungeahntes tut sich auf: Korruption nicht bek\u00e4mpfen, sondern bef\u00f6rdern, und die Steuerquelle sprudelt! Und wenn man doch jemanden erwischt, so ist er das Schmiergeld los und muss die Steuer \u00fcberdies bezahlen. Einen Dieb hat man gerade verurteilt, weil er das Diebsgut nicht versteuert hat. Korrupte Politikerinnen und Politiker, Banker und anderes Gesindel werden jedoch ehrenwerte Steuerb\u00fcrger. Kriminalit\u00e4t wird staatstragend und bleibt trotz Steuerpflicht eintr\u00e4glich, vor allem aber weitgehend ungef\u00e4hrlich. Nur die Russen werden sich vielleicht \u00e4rgern.<\/p>\n<p>Aber das ist ja auch noch etwas anders. Der Depardieu musste doch Russe werden, weil er sein hart erarbeitetes Geld in Frankreich versteuern sollte. Den hat keiner geschmiert. Der musste uns den Obelix machen und solche schweren Sachen. Da hat der \u00d6sterreicher Felix Baumgartner recht. \u201eWir wollen doch alle Geld sparen\u201c, sagte er, bevor er sein Geld in die Schweiz brachte. Und wenn man die Reichen in Frankreich mit 75% besteuern will, dr\u00e4ngt sich wahrscheinlich nicht nur dem Baumgartner die Frage auf, \u201eWo bleibt denn da die Solidarit\u00e4t?\u201c Der Baumgartner sagt es aber wenigstens &#8211; denn der ist mutig. Das ist n\u00e4mlich der, der da in 36 km H\u00f6he aus der Kapsel gesprungen ist und im Fall Schallgeschwindigkeit erreicht hat. <\/p>\n<p>Hier kann man wieder sehen, dass es die H\u00f6he macht. Springst Du aus gro\u00dfer H\u00f6he, bekommst Du viel Geld und bist ein Held und kannst Dein Geld in der Schweiz anlegen. Springst Du aus dem dritten oder vierten Stock, hast Du kein Geld, sollst aus der Wohnung geschmissen werden und wirst auch in Spanien begraben, wo Du bis dahin gelebt hast. Da verleiht kein Red Bull Fl\u00fcgel. Schuld daran ist aber auch niemand, schon gar nicht Deutschland. <\/p>\n<p>Mit Recht hat man sich deshalb im Bundestag von Gr\u00fcn bis Blau schwarz ge\u00e4rgert, ohne auch nur einen Moment blass-rot zu werden, als da ein tiefroter L\u00fcgenbold behauptete, die deutsche Wirtschaft z\u00f6ge mittlerweile eine Blutspur durch die Welt. Wer verhungert blutet ohnehin nicht, auch nicht, wer im Mittelmeer ers\u00e4uft. Nur die toten Fensterspringer hinterlassen unappetitliche Flecken auf den Stra\u00dfen, deshalb geht man mit denen jetzt und f\u00fcr einige Zeit etwas vorsichtiger um. <\/p>\n<p>Deutschland hat aber damit nichts zu tun. Das kann man nicht oft genug wiederholen. Nein, unser reiches Land bietet jetzt sogar Arbeitspl\u00e4tze und Lehrstellen f\u00fcr Menschen aus S\u00fcdeuropa an. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen sie zur EU geh\u00f6ren. Wer aus dem Fenster springen will, wird doch wohl auch das bisschen Mobilit\u00e4t f\u00fcr einen Umzug nach Deutschland aufbringen. Die sollten sich ein Beispiel nehmen, an den vielen, die zu uns kommen, obwohl wir sie gar nicht hier haben wollen. <\/p>\n<p>Die brauchen auch nicht zu uns zu kommen, denn wir brauchen sie nicht. Sie sind meist blo\u00df \u201eWirtschaftsfl\u00fcchtlinge\u201c, die man \u00fcbrigens sehr genau von \u201eSteuerfl\u00fcchtlingen\u201c unterscheiden muss. Wirtschaftsfl\u00fcchtlinge wollen Teilhabe an Wohlstand, der der Welt durch ungerechte Verteilung von Wirtschaftsmacht entzogen wird. Das nennt man hierzulande \u201eschmarotzen\u201c und h\u00e4lt es f\u00fcr illegal. Steuerfl\u00fcchtlinge wollen das Ihre behalten und nichts jenen zur\u00fcckgeben, die ihre Kassen erst gef\u00fcllt haben. Solche nennt man hierzulande \u201eLeistungstr\u00e4ger\u201c und findet ihr Verhalten ganz legal.<\/p>\n<p>Die Zigeuner k\u00f6nnten dann ja nach Spanien ziehen und nach Griechenland, wenn dort unsere europ\u00e4ische Solidarit\u00e4t Platz schafft. Die brauchen ja nicht viel, sind ja eigentlich eher Tiere als Menschen, wie uns erst vor ein paar Tagen ein ungarischer Philosoph belehrte. <\/p>\n<p>Brrrr, es droht mir \u00fcber solchen Dingen der Sexismus zu einem Randproblem zu werden. Soll er aber nicht.<\/p>\n<p>Bleiben wir jedoch noch ein wenig bei der Kriminalit\u00e4t.  <\/p>\n<p>Unl\u00e4ngst haben in Berlin Bankr\u00e4uber eine Meisterleistung abgeliefert. Sie haben in knapp drei Wochen unbemerkt einen 50 Meter langen Tunnel gegraben, bis in den Raum mit den Schlie\u00dff\u00e4chern einer Bank. Diese wurden dann ausgeraubt. <\/p>\n<p>Ich sage \u201eMeisterleistung\u201c, jawohl! Denn ich vergleiche es mit dem City-Tunnel in Leipzig. Ein paar gut ausgebildete Bankr\u00e4uber h\u00e4tten den schon l\u00e4ngst fertiggestellt. \u00dcber eine Milliarde h\u00e4tte das wahrscheinlich auch nicht gekostet, weil sie sich vielleicht mit den Schlie\u00dff\u00e4chern einiger Banken und Sparkassen, die auf der Route liegen, begn\u00fcgt h\u00e4tten. Es stellt sich dabei allerdings eine Frage: Wer ist eigentlich wirklich gemeingef\u00e4hrlich kriminell? Solche Bankr\u00e4uber oder jene, die die Steuerzahler ungeniert ausnehmen f\u00fcr ein Projekt, f\u00fcr das sie zu dumm sind, es zu realisieren, wo aber immer mehr Geld flie\u00dfen muss? Schmiergeld nat\u00fcrlich ganz ausgeschlossen! <\/p>\n<p>Um den Schlie\u00dffachraub in Berlin ist es mittlerweile ziemlich ruhig geworden. Wer wei\u00df, was in den Schlie\u00dff\u00e4chern alles so drin war? Vielleicht Beweise f\u00fcr die allt\u00e4gliche Kriminalit\u00e4t angeblich honoriger Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger. Solche Beweise zu besitzen kann sich ja deutlich mehr lohnen als Bargeld. Die einschl\u00e4gigen Gesch\u00e4fte werden in aller Stille abgewickelt.<\/p>\n<p>Liebe Leute,<br \/>\nsei es, wie es sei! Alles spricht daf\u00fcr, dass die Welt \u00fcberhaupt nicht in Ordnung ist. F\u00fcr 99% ist immer Fastenzeit und der Rest macht Fasching. Verkleidet und verstellt bis zur Unkenntlichkeit versuchen sie uns zum Narren zu halten. Brecht hat deshalb bis heute Recht behalten: Was ist schon der Einbruch in eine Bank im Vergleich zur Er\u00f6ffnung einer Bank?<\/p>\n<p>Sch\u00f6nen Dank f\u00fcr die Aufmerksamkeit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Aschermittwochg\u00e4ste, der Fasching ist aus! Carne val\u00e9 &#8211; dem Fleisch ad\u00e9! Bedenkt, dass Ihr aus Staub seid und wieder zu Staub werdet. Regt Euch also nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig auf! Wirbelt nicht auch noch unn\u00f6tig Staub auf. Die Welt ist doch wieder in Ordnung! 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