{"id":688,"date":"2011-06-28T13:07:07","date_gmt":"2011-06-28T11:07:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=688"},"modified":"2011-06-28T13:07:07","modified_gmt":"2011-06-28T11:07:07","slug":"wenn-einer-eine-reise-tut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=688","title":{"rendered":"Wenn einer eine Reise tut &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Unl\u00e4ngst war ich in Br\u00fcssel. Da gibt es viel zu sehen und man trifft die verschiedensten Leute. Also kann man was erz\u00e4hlen: Zum Beispiel \u00fcber das \u201eAtomium\u201c, neben dem \u201eManneken Pis\u201c das bekannteste Wahrzeichen von Br\u00fcssel. Das Atomium, 1958 zur Weltausstellung in Br\u00fcssel er\u00f6ffnet, gilt als Symbol f\u00fcr das \u201eAtomzeitalter\u201c. Gro\u00df und m\u00e4chtig steht es noch da, klein, ja winzig aber ist die Euphorie \u00fcber die \u201eNutzung der Urkraft im All\u201c, wie man einst h\u00f6ren konnte, geworden. \u201eErstens kommt es anders, zweitens als man denkt\u201c m\u00f6chte man mit Wilhelm Busch sarkastisch bemerken. Das Atomzeitalter begann mit den wohl gr\u00f6\u00dften je von Menschen ausgel\u00f6sten Katastrophen, den Bombenabw\u00fcrfen \u00fcber Hiroshima und Nagasaki, sollte mit der friedlichen Nutzung der Kernkraft die Menschen in neue Dimensionen f\u00fchren und muss jetzt nach Super-Gaus in Tschernobyl und Fukushima f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt werden. Und doch k\u00f6nnen die Menschen von der Atomkraft noch immer nicht lassen &#8211; aus den unterschiedlichsten Gr\u00fcnden, wie die aktuellen Debatten zeigen. Die \u00c4ngstlichen, oder sind es nicht doch die Vern\u00fcnftigen, warnen vor ungeahnten und Jahrmillionen w\u00e4hrenden Folgen, ger\u00e4t die Sache au\u00dfer Kontrolle. Die Lobby meint aber, Sicherheit sei m\u00f6glich. Die Profiteure schlie\u00dfen sich an, weil sie ihre Gewinne dahinschwinden sehen, bevor sich Ersatzinvestitionen rechnen. Die Technokraten beschw\u00f6ren notwendige Br\u00fccken in ein atomfreies Zeitalter und finden damit wieder Geh\u00f6r bei den Profiteuren aus anderen Energiequellen. Das ist die Grundlage f\u00fcr einen Streit, der sich fast nur mehr um den Zeitpunkt des endg\u00fcltigen Ausstiegs aus der Kernkraft f\u00fcr die Energiegewinnung dreht. Die einen wollen gar nicht raus, die andern 2034 oder 2023 oder 2018 oder 2014 oder sofort &#8230; Ist \u201eEile mit Weile\u201c Basis solider L\u00f6sungen, fragt man, oder \u201eWas Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen\u201c? Alte Weisheiten bringen uns hier offensichtlich nicht weiter.<br \/>\nGenau hingesehen, lehrt mich die Erfahrung, gibt es in einer politischen Debatte keine Wahrheiten, die schlie\u00dflich als Ergebnis zutage treten, sondern es geht um Interessen, die sich am Ende durchsetzen oder unterdr\u00fcckt werden. Es gibt aber Wahrheiten auf der sachlichen Ebene. Da geht es auch um die Gefahren von Alternativen: St\u00fcndlich verbrauchen die Menschen 1 Milliarde Tonnen Erd\u00f6l. Der gr\u00f6\u00dfte Teil davon wird wohl verbrannt. Dazu kommen Kohle und Gas und deren Verbrennung als Energiequellen. Erderw\u00e4rmung, Treibhauseffekt und m\u00f6glicher Klimawandel sind die Folgen. Wasserkraft zerst\u00f6rt unter Umst\u00e4nden Lebensr\u00e4ume, Windr\u00e4der verschandeln die Natur und bel\u00e4stigen in ungeb\u00fchrlicher Weise in der Umgebung Wohnende. Biosprit bringt Hungersn\u00f6te. Einzig die Sonne scheint uns Energie ohne Nebenfolgen zu liefern. Die Ausbeute reicht aber bei weitem (noch) nicht, um die notwendige Versorgung auch nur ann\u00e4hernd zu sichern. Die W\u00fcsten mit Solarzellen zuzupflastern, mag auch nicht erstrebenswert sein, und die dann notwendigen Fernleitungen sind gewiss keine ungef\u00e4hrliche Zierde. Die Geister, die wir riefen, werden wir nicht los. Oder doch?<br \/>\nDiese Ausgabe enth\u00e4lt ein Interview mit G\u00fcnter Dietzsch, einem flei\u00dfigen T\u00fcftler aus einem kleinen Dorf, pardon, einer kleinen Stadt am Rande Sachsens. Der schl\u00e4gt sich nicht mit den allm\u00e4chtigen \u201eR\u00f6mern\u201c, er macht sich lieber Gedanken \u00fcber die Welt und handelt in seinem \u00fcberschaubaren Lebensraum. Der Aufbau einer \u201eenergieautarken Region\u201c in und rund um seine Heimatstadt Bad D\u00fcben ist sein Ziel. \u201eGemeinnutz vor Profitwirtschaft\u201c leitet die Sache prinzipiell und macht Akteure offensichtlich sehr viel freier, als dass es sie Zw\u00e4ngen unterwirft. Wir lernen, dass der Abbau von Energieverschwendung momentan die ergiebigste Quelle f\u00fcr Energiegewinnung \u00fcberhaupt sein k\u00f6nnte. Da wird so manches an Belastung vermeidbar.<br \/>\nZur\u00fcck nach Br\u00fcssel: Das Atomium erinnert an vergangene Irrwege. Manneken Pis aber mahnt, dass auch der Mensch sich nicht auf Dauer gegen die Natur stellen kann.<\/p>\n<p>Peter Porsch, geschrieben f\u00fcr \u201elinks\u201c, Ausgabe Juli\/August 2011<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unl\u00e4ngst war ich in Br\u00fcssel. Da gibt es viel zu sehen und man trifft die verschiedensten Leute. Also kann man was erz\u00e4hlen: Zum Beispiel \u00fcber das \u201eAtomium\u201c, neben dem \u201eManneken Pis\u201c das bekannteste Wahrzeichen von Br\u00fcssel. Das Atomium, 1958 zur Weltausstellung in Br\u00fcssel er\u00f6ffnet, gilt als Symbol f\u00fcr das \u201eAtomzeitalter\u201c. Gro\u00df und m\u00e4chtig steht es [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":[]},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/pBNn2-b6","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/688"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=688"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/688\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":692,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/688\/revisions\/692"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=688"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=688"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=688"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}