{"id":668,"date":"2011-03-11T18:01:34","date_gmt":"2011-03-11T16:01:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=668"},"modified":"2011-03-11T18:01:34","modified_gmt":"2011-03-11T16:01:34","slug":"aschermittwoch-freitalsa-09-03-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=668","title":{"rendered":"Aschermittwoch, Freital\/Sa. 09.03.2011"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen,<\/p>\n<p>eigentlich wollte ich ja heute in \u00d6sterreich sein &#8211; in Graz, der Hauptstadt der Steiermark. Meine Frau, eine Preussin aus der N\u00e4he von Brandenburg, arbeitet dort n\u00e4mlich schon seit einigen Jahren und hat heute Geburtstag &#8211; keinen runden, aber halt Geburtstag. <\/p>\n<p>Prost! &#8211; gell.<\/p>\n<p>Wir haben uns aber gesagt, Aschermittwochsreden sind wichtig, Geburtstag ist in \u00d6sterreich weniger wichtig als z.B. in Sachsen. \u00d6sterreicher sind katholisch und feiern lieber Namenstag. Heute haben wir da das Fest der Heiligen Franziska von Rom, einer Witwe, die &#8211; wie ich meinem alten Messbuch entnahm &#8211; wegen \u201edes vertrauten Verkehrs mit dem hl. Schutzengel gew\u00fcrdigt\u201c wird. Mag sich dabei nun jede und jeder denken, was er oder sie will. Ich m\u00f6chte nicht mit einem Engel verkehren. Da sp\u00fcrst ja gar nichts, weil die nicht aus Materie sind. <\/p>\n<p>Prost!<\/p>\n<p>Bemerken m\u00f6chte ich nur noch, dass die Steiermark und Sachsen die gleichen Landesfarben haben &#8211; wei\u00df\/gr\u00fcn &#8211; so dass es schon fast egal ist, wo ich mich als geborener \u00d6sterreicher, der seit 38 Jahren in Sachsen lebt, heute aufhalte und rede. H\u00e4tten wir ein Schaltjahr, so w\u00e4re der Geburtstag ohnehin erst morgen. Und morgen werde ich dort sein. <\/p>\n<p>Ich werde dort sein, obwohl ich ehrlich gesagt seit einiger Zeit mit gemischten Gef\u00fchlen in dieses \u00d6sterreich fahre. Warum? Ich sage es offen heraus, wegen der Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t. Zwar macht sie nur etwas mehr als ein Viertel der gesamten Kriminalit\u00e4t aus Die \u00d6sterreicher sind also auch nicht ohne. Aber die gr\u00f6\u00dfte T\u00e4tergruppe unter den Ausl\u00e4ndern macht mir Angst. Es sind die Deutschen. Ja, die Deutschen haben mit ca. 12% den gr\u00f6\u00dften Anteil an ausl\u00e4ndischen Tatverd\u00e4chtigen. Da bin ich nat\u00fcrlich lieber in Sachsen, denn hier ist der Anteil der Deutschen an der Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t gleich Null.<\/p>\n<p>Da trinken wir einen drauf! Gell.<\/p>\n<p>Da sind also Deutsche ausgezogen, um im Nachbarland Privateigentum so neu zu verteilen, dass sie dabei erstens ihre besonderen F\u00e4higkeiten entfalten und zweitens ganz nach ihren Bed\u00fcrfnissen leben k\u00f6nnen. \u201eJeder  und jede nach seinen bzw. ihren F\u00e4higkeiten und jeder und jede nach seinen und ihren Bed\u00fcrfnissen.\u201c Kommt mir irgendwie bekannt vor! Ich schlussfolgere: Eine erkleckliche Anzahl an Deutschen hat sich auf den Weg in den Kommunismus gemacht und der f\u00fchrt f\u00fcr sie \u00fcber \u00d6sterreich. <\/p>\n<p>Ich sage es gleich und aus Erfahrung, das ist ein Irrweg. Aber warum sich die hiesigen Medien so \u00fcber Gesine L\u00f6tzsch aufgeregt haben, die ja noch gar nicht losgelaufen ist, verstehe ich nicht.<\/p>\n<p>Aber das wollt ich alles nur am Rande erz\u00e4hlen. Bleiben wir zun\u00e4chst noch katholisch und kehren wir zum Aschermittwoch zur\u00fcck. Wiederum sei mein Messbuch befragt, was es damit auf sich hat: \u201eDer Anfang der Fastenzeit ist durch die inhaltreiche Zeremonie der Aschenbestreuung gekennzeichnet. Die Asche ist das Sinnbild der Verg\u00e4nglichkeit alles Irdischen &#8211; auch des Menschenlebens &#8230;\u201c <\/p>\n<p>Katholiken gehen deshalb heute in die Kirche und holen sich das Aschenkreuz auf die Stirn. Dabei spricht der Priester folgenden Spruch: \u201eBedenk, o Mensch: Staub bist Du und kehrst zur\u00fcck zum Staube.\u201c<\/p>\n<p>Irgendwie wissen wir das ja alle und ganz verschieden tritt es uns an, nicht nur durch den Tod. Daf\u00fcr werden wir Beispiele finden &#8211; heitere und weniger heitere, also in guten und in schlechten Nachrichten.<\/p>\n<p>Staub macht freilich auch Durst. Also schnell noch Prost, bevor die Fastenzeit und der Ernst meiner Rede anf\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Ich fange mit den schlechten Nachrichten an und bleibe bei den deutschen T\u00e4tergruppen im Ausland. <\/p>\n<p>Stellt Euch einmal vor, es klingelt an Eurer Haust\u00fcre und ein Uniformierter steht davor. \u201eGr\u00fc\u00df Gott!\u201c sagt er freundlich oder vielleicht \u201eGuten Tag!\u201c &#8211; \u201eIch komme von der ISAF, das ist ein Truppe der NATO, die hier weilt, weil sie Sie hier sch\u00fctzen soll. Nun muss ich Ihnen leider mitteilen, dass wir, als unsere Sch\u00fctzen gerade wieder beim Sch\u00fctzen waren, irrt\u00fcmlich einmal 40 und dann noch einmal neun Kinder get\u00f6tet haben. Wir bedauern das und \u00fcbernehmen die volle Verantwortung. Wir werden uns auch noch pers\u00f6nlich bei Ihrem Pr\u00e4sidenten entschuldigen. Auf Wiedersehen!\u201c <\/p>\n<p>Jetzt einmal kein Prost, obwohl das nat\u00fcrlich so nicht passiert ist und so auch nicht passieren wird. <\/p>\n<p>Ich meine, das mit den Kindern schon. Das ist erst j\u00fcngst in Afghanistan tats\u00e4chlich so gewesen. 40 Kinder tot bei Beschuss durch die ISAF. Die anderen neun Kinder haben Holz gesammelt. Aber so ein ISAF-Soldat kann das auch nicht immer gleich vom Verteilen von Handgranaten und Minen unterscheiden. Das geht schwer vom Hubschrauber aus. Also das mit den zu Staub gemachten Kindern stimmt. Aber keine Angst, keiner der Soldaten w\u00fcrde deshalb je an ihrer Haust\u00fcr klingeln, um sich zu entschuldigen. Eher fliegt da noch eine Granate durch Ihre T\u00fcr. <\/p>\n<p>Eine kurze Presseerkl\u00e4rung, das Versprechen genauestens zu untersuchen, bei Bedarf auch Konsequenzen zu ziehen, ein kurzes Schimpfen des Pr\u00e4sidenten, der ohnehin nur schimpfen kann, weil man ihn sch\u00fctzt. Das gen\u00fcgt im gegebenen Fall.<\/p>\n<p>Ein Prosit der Gem\u00fctlichkeit! <\/p>\n<p>Vor Jahren hat die Bundesregierung ja auf entsprechende Anfragen der Linksfraktion noch so getan, als w\u00fcsste sie \u00fcberhaupt nicht, was in Afghanistan vorgeht, und ob der Einsatz ein Weg zu mehr Demokratie und Frieden f\u00fcr die dort ans\u00e4ssige Bev\u00f6lkerung ist. <\/p>\n<p>Die Abgeordneten fragten z.B. \u201eGibt es Indizien f\u00fcr die Annahme, und wenn ja, welche, dass der Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der \u201aOperation ENDURING FREEDOM\u2019 Terroranschl\u00e4ge verhindert hat?\u201c<\/p>\n<p>Und jetzt die bemerkenswerte Antwort: \u201eDer Einsatz der Bundeswehr stellt nur einen Teil der insgesamt eingesetzten multinationalen Kr\u00e4fte der \u201aOperation ENDURING FREEDOM\u2019 dar, mit der im Zusammenwirken mit den Staaten in der Region die Sicherheitslage verbessert und der terroristischen Bedrohung entgegengewirkt wird. Dabei ist der Erfolg der Operation aufgrund der synergetischen Effekte mehr als nur die Summe der Einzelbeitr\u00e4ge. Insofern l\u00e4sst sich nicht beantworten, welche spezifischen Terroranschl\u00e4ge durch den konkreten Einsatz der Bundeswehr verhindert wurden.\u201c Das Ganze findet sich in DS 16\/3272. Ist schon \u2018ne Weile her.<\/p>\n<p>Also! Nichts Genaues wusste man nicht. Aber wie es danach geworden ist, wissen wir heute schon genauer. Drehen wir es doch mal um, dann kommen wir der Wahrheit in Afghanistan n\u00e4her: \u201eMitgehangen, mitgefangen\u201c, sagt der Volksmund. Das gilt auch f\u00fcr Deutschland. Seine Gener\u00e4le, Offiziere und Soldaten tragen die Verantwortung f\u00fcr die Toten am Tanklastzug und sie tragen mit an der Verantwortung f\u00fcr die toten Kinder. Verhinderte Terroranschl\u00e4ge sind das keine. Eher begangene!<\/p>\n<p>\u201eDarauf kannst\u2018e einen lassen!\u201c, sagte einst Alfred das Ekel. Das machen wir aber jetzt nicht!<\/p>\n<p>Es hat sich seit DS 16\/3272 schon was getan in Afghanistan: Der nun bereits wieder ehemalige Verteidigungsminister, Herr zu Guttenberg, hat in einem Anfall von Wahrheitsliebe die Gefechte in Afghanistan \u201eKrieg\u201c genannt. Kann nat\u00fcrlich auch sein, das war gar nicht sein Einfall, sonder er hat nur vom Blatt gelesen, was andere vorher aufgeschrieben haben. Das \u00e4ndert aber nichts am Wahrheitswert, sondern nur etwas an der Urheberschaft. Wir alle hier und anderswo wissen doch l\u00e4ngst, dass in Afghanistan Krieg gef\u00fchrt wird und wir sagen das auch schon lange.<\/p>\n<p>Und weil Krieg eben Krieg ist, lehrt uns die Bundsregierung, gibt es eben auch \u201eKollateralsch\u00e4den\u201c. Der Kriegseinsatz der Bundeswehr ist dennoch\u201ealternativlos.\u201c Nun, sowohl \u201eKollateralschaden\u201c als auch \u201ealternativlos\u201c haben es bereits zu Unw\u00f6rtern des Jahres gebracht. <\/p>\n<p>Darauf trinken wir einen. Prost!<\/p>\n<p>Von \u201eKollateralnutzen\u201c habe ich freilich noch nichts geh\u00f6rt. Dieses Wort steht auch nicht im DUDEN.<\/p>\n<p>Wir bleiben enthaltsam. Wenn es dieses Wort jedoch einmal in den W\u00f6rterb\u00fcchern geben wird, saufe ich einen ganzen Eimer Bier auf Ex.<\/p>\n<p>Was jedoch noch wichtiger ist &#8211; es werden schon alle bemerkt haben &#8211; ich bin endlich beim Freiherrn zu Guttenberg gelandet. Au\u00dferdem in Bayern. Und weil die Aschermittwochreden eine bayerische Erfindung sind, werden wir uns jetzt etwas l\u00e4nger bei den Bayern aufhalten. Auch wenn wir mit dem Franken zu Guttenberg beginnen. Aber immerhin ist er in M\u00fcnchen geboren und r\u00f6misch-katholisch. Das ist schon viel f\u00fcr einen Franken, so dass er auch als Bayer zugelassen ist.<\/p>\n<p>Prost!<\/p>\n<p>Ich kann ihn trotzdem nicht mehr leiden, den bayerischen Bazi, den fr\u00e4nkischen. Hatte ich doch vorigen Dienstag schon ganz genaue Vorstellungen von meiner heutigen Rede &#8211; und dann? Dann tritt der einfach zur\u00fcck! Nicht wegen dreier toter Soldaten in einer wachsenden Reihe in Afghanistan Gefallener. Nein, deretwegen ist er ja noch ein paar Tage l\u00e4nger im Amt geblieben, obwohl man gerade wegen der Toten alle so genannten Verteidigungsminister in den Aschermittwoch-Staub treten sollte. W\u00fcrden sie meinen Sohn im Sarg aus Afghanistan oder jedem anderen beliebigen Krieg bringen, k\u00f6nnten sie sich aus ihrer Flagge da drauf Fu\u00dflappen machen und es d\u00fcrfte sich keiner von denen bei einer Trauerfeier sehen lassen.<\/p>\n<p>Der Guttenberg geht aber hin zur Trauerfeier und tritt danach einfach wegen Plagiats zur\u00fcck und l\u00e4sst mich mit meiner Vorbereitung auf den Aschermittwoch h\u00e4ngen. <\/p>\n<p>Das traf \u00fcbrigens nicht nur mich, sondern auch viele B\u00fcttenredner. Einer davon durfte sich sogar dar\u00fcber im ND am 4. M\u00e4rz auf Seite 4 beschweren. Da hatte ich meinen Text aber schon geschrieben. Meine Worte sind deshalb kein Plagiat.<\/p>\n<p>Das Prost war mir dar\u00fcber dennoch vergangen!<br \/>\nOder doch Prost!<\/p>\n<p>Denn eigentlich schien mir der R\u00fccktritt zun\u00e4chst sogar ein Vorteil zu sein. Eine Aschermittwochrede schrieb sich doch im Laufe dieses Tages von selbst. Am Ende musste man sie nur mehr k\u00fcrzen. Ich w\u00fcrde Euch jedoch &#8211; h\u00e4tte ich all\u2018 das aufgenommen, was an diesem Tag zu h\u00f6ren war &#8211; heute wieder nur mit Plagiaten oder im g\u00fcnstigsten Fall mit Zitaten von D\u00fcmmlichkeiten langweilen k\u00f6nnen. Hier wissen doch alle, wie sich dem Guttenberg vorl\u00e4ufig alles in Staub verwandelt hat und wie er da dar\u00fcber gelobt und beschimpft wurde.<\/p>\n<p>Ich zitiere aber Politiker nur mehr ungern. Wer wei\u00df, wen ich da wirklich zitiere? In Graz gab es sogar ein Wahlplakat &#8211; so gegen Ausl\u00e4nder und Bettler &#8211; das war de facto ein Goebbels-Zitat. Es hat jedoch niemanden gest\u00f6rt. Erstens wussten es die meisten nicht und zweitens, so sagte man mir: (Zitat eines Spazierg\u00e4ngers) \u201eEs war ja auch nicht alles falsch, was der Goebbels gesagt hat.\u201c  <\/p>\n<p>Ich habe meine Rede also neu angefangen und m\u00f6chte hier und heute ein paar Akzente in der Sache setzen, die so noch kaum jemand beachtet hat. Wenn ich dabei doch zitiere, so nur mit peinlich genauer Quellenangabe &#8211; als Vorbild und zu meinem Schutz.<\/p>\n<p>Ich selbst &#8211; ich betone, \u201eich selbst\u201c &#8211; ich selbst habe vor einiger Zeit schon \u00fcber facebook und twitter verbreitet, dass ich manche Leute f\u00fcr ziemlich undankbar halte. Man muss doch stolz darauf sein, wenn ein Bundesminister und Freiherr zu Guttenberg Dinge, die man einmal aufgeschrieben hat, so gutt findet, dass er sie zu bergen bereit ist und zu seinen eigenen macht. Das Zeug h\u00e4tte doch sonst nie wer gelesen oder gar noch f\u00fcr bedeutsam gehalten. <\/p>\n<p>Ein Thomas Urdine &#8211; Ihr merkt, ich bin sehr genau beim Zitieren &#8211; ein Thomas Urdine konnte deshalb am 21. Februar diesen Jahres im \u00f6sterreichischen Standard auf Seite 21 schreiben: \u201eWen Guttenberg nicht benutzt, der existiert nicht.\u201c <\/p>\n<p>Es stimmt: Guttenberg hat durch Plagiat Existenzen geschaffen und gesichert.<\/p>\n<p>Dem geb\u00fchrt schon ein Prost! <\/p>\n<p>Au\u00dferdem hat bereits der \u00f6sterreichische Kabarettist Helmut Qualtinger erkannt: \u201eWenn Shakespeare den Plutarch abschrieb, so tat er es nicht, obgleich er ein Dichter war, sondern weil er ein Dichter war. Die Halbgenies\u201c, so Qualtinger weiter, \u201e&#8230; suchen sich und \u00fcberall nur sich. &#8230; Das Genie aber hat eine leidenschaftliche Liebe zum Guten, Wertvollen; es sucht nichts weiter als dieses. Hat schon ein anderer die Wahrheit, zum Beispiel Plutarch, wozu sich auch nur einen Schritt von ihm entfernen &#8230; Lieber schreibt er (das Genie) ab, lieber ist er ein Plagiator.\u201c (Standard, 02.03.11 &#8211; und jetzt ist mir die Seite verloren gegangen. Bitte verzeiht, aber mir geht es auch nicht viel anders als dem manchmal \u00fcberforderten Menschen Guttenberg: die Enkel um mich rum, die Erinnerung an meine \u00c4mter und das Alter &#8230;. Das l\u00e4sst schon manchmal Unordnung aufkommen.)<\/p>\n<p>Qualtinger hat also das Genie im Plagiat erkannt &#8211; und diese Erkenntnis deshalb wortw\u00f6rtlich abgeschrieben; bei Egon Friedell, Kulturgeschichte der Neuzeit! Der klitzekleine Unterschied zu Guttenberg: Er hat es, als er mit dem Abschreiben fertig war, sofort zugegeben. Sozusagen Asche auf sein Haupt gestreut, um mal wieder beim Aschermittwoch zu landen. Diese Asche war ihm jedoch ein Lorbeerkranz, weil, wie wir ja eben geh\u00f6rt haben, ihn gerade diese Asche des Plagiats als Genie auswies. Und der Guttenberg? Der hat gar nicht gewusst, dass er ein Genie ist und deshalb das Plagiat verborgen und lange geleugnet. So  bl\u00f6d  muss  man  erst  einmal  sein!<\/p>\n<p>Prost!<\/p>\n<p>Oder der Guttenberg hat das Klauen zun\u00e4chst halt an einfachen Dingen, wie geistigem Eigentum ge\u00fcbt. Da kann man viel Erfolg versprechender auf die Vergesslichkeit der Beklauten setzen als bei materiellem Eigentum. Klau mal jemandem eine Jacke. Der merkt es, weil er friert! Wer wei\u00df heute aber schon noch, was er vor Jahren gedacht, geschrieben oder gesagt hat. Manchmal will man sich ja gar nicht mehr erinnern und ist froh, wenn es ein anderer als Seines ausgibt. Ist halt so meine Erfahrung als Politiker und Wissenschaftler und ehemaliges SED-Mitglied.<\/p>\n<p>Kriminelles musste f\u00fcr den Guttenberg auf jeden Fall her, wohl wegen der CSU. Da kommt doch kaum jemand in die F\u00fchrungsetagen, ohne kriminellen Dreck am Stecken. Solcher Dreck ist das bayerisch-katholische Taufwasser beim Eintritt in die CSU. Aschenkreuze tr\u00e4gt deshalb dort niemand. <\/p>\n<p>\u00dcbrigens schnell einen Schluck. Prost! Denn das mit dem Taufwasser war gerade ein indirektes Plagiat: Im Tagesspiegel vom 28.02. schrieb ein Harald Martenstein, \u201eDie Guttenberg-Aff\u00e4re ist gar keine Aff\u00e4re, sondern ein Initiationsritual, das jeder CSU-Politiker absolvieren muss, um der Partei seine Bef\u00e4higung f\u00fcr h\u00f6chste \u00c4mter zu beweisen.\u201c Im Grunde wei\u00df das aber auch jede und jeder, so dass meine Rede vom Taufwasser kein Plagiat, sondern ein allgemein anerkannter Lehrsatz \u00fcber die CSU ist.<\/p>\n<p>Mir war in dem Zusammenhang spontan allerdings nur der einstige Bundesinnenminister Zimmermann von der CSU eingefallen. Den hatte man schon wegen Meineides verurteilt, um dann doch der Berufung stattzugeben. Nicht weil der Tatbestand nicht stimmte. Er hatte tats\u00e4chlich und nachweislich einen Meineid geleistet, war aber zum Zeitpunkt der Tat, wie das Gericht feststellte, unterzuckert und deshalb nicht zurechnungsf\u00e4hig. <\/p>\n<p>Darauf einen kleinen Schluck. Prost!<\/p>\n<p>R\u00fcckkehr war doch auch bei dem korrupten Machtmissbr\u00e4uchler und CSU-Urvater Franz-Josef Strau\u00df nach jedem Skandal wieder angesagt. Seine Dissertation soll \u00fcbrigens im Krieg verbrannt sein. Ist das jetzt ein \u201eKollateralnutzen\u201c? Die Stasi-Akte zu seiner Person wurde auf h\u00f6heren Befehl vernichtet. Allerdings war er auch ein Opfer von Kriminalit\u00e4t, als ihm einst in einer dunklen New Yorker Nacht eine Prostituierte die Brieftasche aus der Arschtasche klaute. Wie die da hin kam &#8211; die Prostituierte n\u00e4mlich an die Arschtasche &#8211; wie die da hinkam, blieb ein Geheimnis. Wie der Strau\u00df da hinkam &#8211; n\u00e4mlich zur Prostituierten bleibt ebenso f\u00fcr ewig verborgen. Vielleicht war er unterzuckert und braucht so eine S\u00fc\u00dfe?<\/p>\n<p>Franz-Josef Strau\u00dfens Kinder machten ihrem Vater ebenfalls alle kriminelle Ehre, sind freilich noch nicht wieder so richtig zur\u00fcckgekehrt. Die haben n\u00e4mlich auch das eigene Nest beschmutzt bzw. mit Informationen \u00fcber Schandtaten ihrer Parteifreundinnen und -freunde beschmutzen wollen. <\/p>\n<p>Otto Wiesheu schadete es nicht, dass er, bevor er bayerischer Verkehrsminister wurde, im Rausch einen Rentner totgefahren hat und deshalb wegen fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung rechtskr\u00e4ftig verurteilt wurde. Vielleicht war das sogar eine Empfehlung f\u00fcrs Amt. Merke jedoch: Bei Alkoholgenuss klappt das mit der Unterzuckerung nicht so richtig.<\/p>\n<p>Prost! jetzt also nur jenen, die keine Unterzuckerung f\u00fcr den Heimweg brauchen. <\/p>\n<p>\u201eEr hat wie eine Eiche gelebt und wurde wie eine Eiche gef\u00e4llt\u201c, sagte ein Mann namens Ratzinger am Grab des Franz-Josef Strau\u00df. Aus dem etwas schm\u00e4chtigeren Ratzinger wurde dann eine Lilie &#8211; nicht auf dem Felde, sondern im Vatikan; eine Lilie, die nicht s\u00e4t und wohl aber erntet und deshalb immer sch\u00f6n gekleidet ist, von Gottes Gnaden. (Vgl. Matth\u00e4us Kap. 6) Es reicht f\u00fcr diese Gnade, dass er sich Benedikt nennt und \u201ebene dicit\u201c, das hei\u00dft, dass er gut redet.  <\/p>\n<p>Leider kommen Ratzingers geweihte Untertanen mit dem Preis f\u00fcr die Gnade nicht zurecht. Da kommt es schon vor, dass sich der eine oder andere den \u00f6den Z\u00f6libat mit ein paar Ministranten oder Jungscharm\u00e4dels vers\u00fc\u00dft. Vielleicht wird hier wieder ein Weg zum Kommunismus versucht, f\u00fcr den ja manche, die nichts davon verstehen, eine freie Sexualit\u00e4t im Gewande legalisierter Vergewaltigung annehmen. F\u00fcr die Priester w\u00e4re es so gesehen blo\u00df ein Vorgriff auf das himmlische Paradies hier auf Erden. Das ist doch Kommunismus! Oder?<\/p>\n<p>Oder nein, jetzt habe ich mich geirrt! Die vierzehn oder gar 40 Jungfrauen f\u00fcr jeden gibt es ja nur in einem mohammedanischen Himmel. Aber vielleicht gibt es wenigstens Ministranten im katholischen Himmel? Ich kenne mich bald nicht mehr aus. Oder gibt es die Ministranten nur auf Erden? Deshalb besser gleich zugegriffen. Priester m\u00fcssen es ja wissen.<\/p>\n<p>Luja! sag ich deshalb dem bayrischen Papst und Prost f\u00fcr uns!<\/p>\n<p>Jetzt ist leider alles rausgekommen und die katholische Kirche will daf\u00fcr bezahlen. Ich g\u00f6nne den Betroffenen das Geld, sie werden aber durch die Kirche damit nachtr\u00e4glich noch zu Prostituierten gemacht, wenn die denkt, mit Geld sind die \u00dcbergriffe zu erledigen. Obendrein macht man die Missbrauchten zu billigen Prostituierten, denn man zahlt ihnen einen viel zu geringen Preis: 5.000.- \u20ac! F\u00fcr 5.000.- \u20ac bekommt man die Dienste f\u00fcr Nobel-Escorten maximal f\u00fcr drei Tage und die katholische Kirche will mit dem Geld oft jahrelangen Missbrauch entgelten. Hallo! Geiz ist eine Tods\u00fcnde, genau so wie die Wolllust.<\/p>\n<p>Die zahllosen Amigo-Affairen und Vorteilsnahmen im Amt geh\u00f6ren zum bayerischen Brauchtum. Wer das nicht beherrscht, kann in Bayern nat\u00fcrlich auch keine Karriere machen. Da ist man in der CSU schon konsequent. <\/p>\n<p>Und die CDU steht ihr nicht unbedingt nach: Die haben den Kohl &#8211; ein wahrer Ehrenmann. Er hat sein Ehrenwort gehalten und den Geldkoffer behalten<\/p>\n<p>Verst\u00e4ndlich wird jetzt auch eine \u00c4u\u00dferung von Horst Seehofer \u00fcber Guttenberg: \u201eGuttenberg geh\u00f6rt weiter zu unserer Familie &#8230;\u201c h\u00f6rte ich ihn am 1. M\u00e4rz bei mdr-info gegen 18:00 Uhr sagen. Manchmal sagt er auch \u201epolitische Familie\u201c.<\/p>\n<p>Familienmitglieder brauchen ja gegeneinander vor Gericht nicht auszusagen. Das sch\u00fctzt schon ungemein. <\/p>\n<p>Die CSU ist aber, wie es mir scheint, noch eine ganz andere Familie. Ich zitiere wieder ganz genau, was ich bei Wikipedia unter dem Stichwort \u201eDie Mafia und die organisierte Kriminalit\u00e4t\u201c zur \u201eFamilie\u201c gefunden habe: \u201eDie Mafia sizilianischen Ursprungs besteht aus so genannten Familien.\u201c<\/p>\n<p>Jetzt haben wir es! Das Vorbild bayerischer Familienpolitik! Prost!<\/p>\n<p>Weiter im Text: \u201ewobei es sich hier nicht um Familien im engeren Sinne einer Blutsverwandtschaft handelt, sondern um einen engen, streng hierarchisch gegliederten Gruppenverband aus Mitgliedern sizilianischer Herkunft &#8230; die Mitglieder sind ausschlie\u00dflich M\u00e4nner &#8230;\u201c usw. usw. usw.<\/p>\n<p>Sakrament! Prost!<\/p>\n<p>\u00dcber dem Beitrag steht \u201ebearbeiten\u201c. Es wird auch ganz klar, warum die Bearbeitung n\u00f6tig ist. Neben \u201esizilianisch\u201c muss in jedem Fall auch noch \u201ebayerisch\u201c hinzugef\u00fcgt werden. Dem Seehofer sein Bekenntnis zur Familie zwingt dazu. <\/p>\n<p>Blutsverwandt ist er mit dem Guttenberg ja nicht &#8211; obwohl man beim Seehofer auch nicht immer wei\u00df, wo er noch so Ableger hat. Aber beim Guttenberg kann es nicht sein. <\/p>\n<p>\u201eNur M\u00e4nner\u201c, stimmt eigentlich auch f\u00fcr diese CSU-Familie. Die Hohlmeier war eine Irrl\u00e4uferin, die au\u00dferdem noch gegen die Regeln versto\u00dfen hat, was nach Wikipedia bei der Mafia eben mit brutalen Mitteln geahndet wird. Die ist weg vom Fenster. Ham wa schon gesagt. Na und die Pauli?! &#8211; Die war ein Kuckucksei und wurde als solches erkannt und ausgesto\u00dfen. Ihr Bleiben war ja dann auch in keinem Nest von Dauer.<\/p>\n<p>Irgendwie tut mir der Guttenberg aber auch leid. Kann sein wir missverstehen ihn alle. Ich glaube, er war auf dem Weg zum Kommunismus. Nicht weil ihm am Ende alles zu Staub geworden war. So etwas behaupten vom Kommunismus ja nur dessen Feinde. Nein, Guttenberg nahm die Sache ernst und versuchte Gemeineigentum herzustellen. Expropriation der Expropriateure war angesagt. Diese Fu\u00dfnotengaukler, die mit der Fu\u00dfnote fremdes Eigentum doch wieder nur in ihren privaten Besitz nehmen, mussten \u00fcberwunden werden. Guttenberg machte mit seiner Vorgehensweise das Private endg\u00fcltig unkenntlich. Er h\u00e4tte doch auch sicher nichts dagegen gehabt, wenn nun bei ihm abgeschrieben worden w\u00e4re. <\/p>\n<p>Ganz sicher bin ich mir dabei nicht. <\/p>\n<p>Schlie\u00dflich war er zuletzt ja kein bescheidener Freiherr und einfacher Jurist mehr mit Talent zum Winkeladvokat. Er war Verteidigungsminister. Wenn man ihn beim Wort nimmt, sogar Kriegsminister. Bei einem solchen darf man nicht abschreiben, der hat Geheimnisse &#8211; Staatsgeheimnisse! <\/p>\n<p>Wumm, da brauchst einen Schluck!<\/p>\n<p>Staatsgeheimnisse sind nat\u00fcrlich gesch\u00fctzt und wer das nicht beachtet, ja sogar ins Gegenteil verkehrt, der muss zu Staub werden. Herr Assange und sein Helfer z.B. Am 28.02. fand ich im Internet ein Fernsehinterview mit dem amerikanischen \u00d6konomen, Politikberater und Journalisten Paul Craig Roberts. Der war \u00fcberzeugt davon, dass die CIA Assange liquidieren w\u00fcrde, wenn ein Gerichtsverfahren nicht zustande k\u00e4me. Das sei nichts Ungew\u00f6hnliches, sagte er. Dem Helfer aber, der schon in amerikanischem Knast sitzt, so war dieser Tage zu lesen, diesem Helfer drohe die Todesstrafe oder zumindest lebensl\u00e4nglich. <\/p>\n<p>Abschreiben kann also auch verdammt gef\u00e4hrlich sein. Da wird der Aschermittwoch schnell zum Assangermittwoch &#8211; trotz oder sogar wegen der Quellenangabe. <\/p>\n<p>Und mir vergeht fast der Durst!<\/p>\n<p>Guttenberg jedoch war auf dem Weg zum Kommunismus und er war schon weit vorgedrungen. \u201eJedem nach seinen F\u00e4higkeiten, jedem nach seinen Bed\u00fcrfnissen!\u201c Er hat das umgesetzt. Zu sehr viel f\u00e4hig war er ja nicht. Jedenfalls zu nichts Gutem.  Aber sage doch niemand, er h\u00e4tte nicht nach seinen Bed\u00fcrfnissen gelebt. Das herzhafte Schmalz der Anerkennung und Bewunderung hat er sich t\u00e4glich selbst in die Haare geschmiert. Und auch ansonsten hat es ihm doch an nichts gefehlt. <\/p>\n<p>Jetzt ist es aber mit dem Kommunismus f\u00fcr Ihn aus. Knapp vor dem Ziel ausgeschieden aus dem Rennen. Und jetzt auf dem Weg zur\u00fcck zu den Boxen. Und der kommt bald zur\u00fcck &#8211; glaubt mir &#8211; und f\u00e4ngt immer wieder an, wie in \u00d6sterreich der Haider, bevor der sich selbst endg\u00fcltig in Asche verwandelt hatte. Der ist auch mehrmals zur\u00fcckgetreten und am Ende stellte sich immer wieder heraus, er ist gar nicht zur\u00fcckgetreten, er hat vielmehr zur\u00fcck getreten. Also, warten wir es auch beim Guttenberg ab.<\/p>\n<p>Geben wir dem gutten Ding Weile, ehe es endg\u00fcltig \u00fcberm Berg ist. Da gibt es zuvor noch schwere Zeiten. Wir haben jetzt de Mesaire, den de Maizere. Zwar haben wir im Osten und gar in Sachsen mit dem und seinem Cousin schon einiges durch. Aber wer wei\u00df, was noch kommt? Sch\u00f6n daran ist, dass die Wessis jetzt mitgehangen sind. Der Thomas de Maiziere ist doch auch ein Wessi. Den haben sie nur wieder einmal zuerst im Osten ausprobiert.<\/p>\n<p>Irgendwo im Internet habe ich gelesen, der Thomas de Maiziere w\u00e4re ein politisches Schwergewicht. Das bezweifle ich allerdings. Der ist eher ein politischer Falter, der von Blume zu Blume flattert und schwebt. Der kann angeblich alles und wahrscheinlich deshalb nichts.<\/p>\n<p>Was der schon alles war: Staatssekret\u00e4r bei seinem Vetter. Chef der Staatskanzlei in Schwerin, Chef der Staatskanzlei in Sachsen, s\u00e4chsischer Finanzminister, Justizminister und Innenminister. Der k\u00f6nnte glatt allein ein Kabinett bilden. In Berlin hat er begonnen als Minister f\u00fcr besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes. Dann war er Innenminister und jetzt ist er Verteidigungsminister. <\/p>\n<p>Universalgenie oder Scharlatan? Das ist hier die Frage (Shakespeare). Ich pl\u00e4diere f\u00fcr Letzteres &#8211; Scharlatan! Prost!<\/p>\n<p>In Dresden verlangte er am 13.02. diesen Jahres \u201erechte und linke Chaoten\u201c zu trennen. Dies zeugt doch von politischem Augenma\u00df, dem eine h\u00f6chst gef\u00e4hrliche Unbedarftheit zugrunde liegt. Es l\u00e4sst aber f\u00fcr Afghanistan hoffen.  M\u00f6glicherweise erkennt er dort und diesmal zu Recht auch auf beiden Seiten Chaoten und trennt sie, indem er die Bundeswehr zur\u00fcck zieht.   <\/p>\n<p>Liebes Publikum, bevor ich auf andere Gedanken komme und auch damit ich auf andere Gedanken komme, m\u00f6chte ich noch einmal zu Guttenberg zur\u00fcck. Ich meine, wir schimpfen und zecken auf den und zugleich h\u00e4tten ihn laut BILD 87 % gerne behalten. Das ist doch ein eindrucksvolles Votum, aber die Linke, die so sehr das Plebiszit\u00e4re f\u00f6rdern will, h\u00e4lt sich nicht daran. Wenn wir meinen, diese 87 % seien einfach doof, dann k\u00f6nnen wir mit unseren Plebisziten einpacken. Aber ich denke, da wird anders ein Schuh daraus.<\/p>\n<p>Es sind 87 %, die sich nicht vorstellen k\u00f6nnen, dass der Diebstahl von geistigem Eigentum schlimm sein soll. Das ist &#8211; so glaube ich &#8211; deshalb so, weil offensichtlich diese 87 % \u00fcberhaupt kein geistiges Eigentum besitzen. <\/p>\n<p>Das ist jedoch kein Ausweis von Dummheit, sondern von Armut. Es ist eine Armut, die zum Himmel schreit und mit materieller Armut in vielfacher Weise zusammenh\u00e4ngt. <\/p>\n<p>Auch sich geistiges Eigentum schaffen hat seinen Preis. Marx lehrt uns, so sagte Engels an dessen Grab, dass der Mensch zuerst essen, trinken, wohnen und sich kleiden muss, ehe er philosophieren kann. Und das Philosophieren im weitesten Sinne ist die Produktion und Beschaffung von geistigem Eigentum. Wenn es aber kaum f\u00fcr Essen, Trinken, Wohnen und Sich-Kleiden reicht, bleibt f\u00fcr geistiges Eigentum eben nichts \u00fcbrig. Man bleibt bildungsfern und ersetzt Bildung durch BILD und durch Bild und Ton des Fernsehens. Die besetzen dann die Pl\u00e4tze, die eigentlich f\u00fcr geistiges Eigentum reserviert sind. Sie dringen ein ins Hirn mit geistigen Kartoffelchips und Popcorn, mit Bildern von kraftstrotzenden Milchschnitten und gegeelten Friseurmodellen. Das wird alles niemandem geklaut. Im Gegenteil, es kommt frei Haus. <\/p>\n<p>Und man kann dabei noch essen und trinken, jedenfalls so man hat &#8211; <\/p>\n<p>Prost-Mahlzeit!<\/p>\n<p>Ich habe aber jetzt doch noch geklaut und streue den ganzen Aschermittwoch auf mein Haupt. Das mit dem \u201eFriseurmodell\u201c steht in einem Gedicht von Erich Weinert. Er spricht von \u201eeinem Friseurmodell auf sch\u00f6n\u201c und wirft den Deutschen vor, sich \u201eausgerechnet den\u201c zum F\u00fchrer auserkoren zu haben. <\/p>\n<p>Ein Vergleich der hier zur Rede stehenden Personen ist nicht zul\u00e4ssig. Ich ziehe ihn auch nicht. Wohl aber ist es zul\u00e4ssig, die Deutschen mit Erich Weinert davor zu warnen, sich in der Politik zu sehr nach \u00c4u\u00dferlichkeiten zu richten und sich den \u201estarken Mann\u201c f\u00fcr die L\u00f6sung aller Probleme zu w\u00fcnschen. <\/p>\n<p>Das beschw\u00f6rt Katastrophen herauf!<\/p>\n<p>Aber wen st\u00f6ren die noch? W\u00e4hrend im ZDF am 27.01.2011 bei Frau Illner \u00fcber die Traumatisierung von Soldaten in Afghanistan gesprochen wird, l\u00e4uft parallel dazu bei RTL die Urwaldgruselshow \u201eIch bin ein Star. Holt mich hier raus!\u201c Wer sich vor gar nichts gruselt, kriegt eben die Kaulquappen auf die Couch gesch\u00fcttet oder ins Maul gestopft. <\/p>\n<p>Nicht, dass man sich nicht entscheiden k\u00f6nnte. Aber dreimal d\u00fcrfen wir alle raten, welche Sendung die h\u00f6heren Einschaltquoten hatte und den breiteren Raum in der medialen Vorschau.  <\/p>\n<p>In BILD schreibt aber derweil ein Herr Franz Josef Wagner (alle wichtigen Menschen hei\u00dfen offensichtlich Franz Josef, das merkt sich leichter) am 24. Februar auf Seite 2: \u201eWas kann ein Mensch mehr tun, als sich zu entschuldigen? &#8230; Was ist so schwer eine Entschuldigung anzunehmen? Verzeihen ist die Tugend der Evolution &#8230; Was soll dieser Mann (gemeint ist Guttenberg) f\u00fcr seine Ehre tun? Sich aus dem Fenster st\u00fcrzen, sich die Pistole an die Stirn setzen, sich im Schlossturm seines Schlosses aufh\u00e4ngen? Das alles hat Guttenberg nicht gemacht. Er war stark. Er hat sich nicht h\u00e4ngen lassen.\u201c <\/p>\n<p>Ein toller Mann! Ein Vorbild! Der kommt wieder &#8211; garantiert und von vielen erhofft. <\/p>\n<p>Und wie schafft der das? Man muss sich halt des \u201eVerzeihens als Tugend der Evolution\u201c sicher sein k\u00f6nnen. Dieses Gl\u00fcck hat der Adel in Deutschland seit jeher. Andere nicht!<\/p>\n<p>\u201eVielleicht brauchen wir wieder mehr Barmherzigkeit im Politikbetrieb, mehr Verst\u00e4ndnis und christliches Verzeihen\u201c, setzt ein Michael Backhaus in der letzten Bild am Sonntag auf Seite 3 noch einen drauf.  <\/p>\n<p>Ich habe in den letzten 20 Jahren Leute in der Politik gesehen, f\u00fcr die das alles nicht zutraf, die darauf nicht hoffen durften und die sich deshalb sehr wohl aus dem Fenster st\u00fcrzten oder aufh\u00e4ngten. Nicht im Schlossturm, sie hatten keinen, sondern auf dem W\u00e4scheboden. Sie taten dies, obwohl sie oft Verzeihung eigentlich gar nicht gebraucht h\u00e4tten, weil die Beschuldigung schon falsch war. <\/p>\n<p>Aber macht Euch aus allem nichts daraus. Wir sind auf dem Weg zum Kommunismus und schon wieder im Etappenlager des Sozialismus angelangt &#8211; diesmal nicht nur im real existierenden, sondern auch im real funktionierenden. Das hat erst vor ein paar Tagen der US-Senator Bernie Sanders so gesagt. Er meinte zwar die USA, aber bei uns ist es nicht viel anders. <\/p>\n<p>Bernie Sanders sagte in einer Rede im Senat: \u201eEs hat sich erwiesen, dass wir  in hohem Ma\u00dfe ein Land sind, in welchem wir den Sozialismus praktizieren.\u201c Das klingt doch gut. Leider musste Bernie Sanders aber etwas Einschr\u00e4nkendes hinzuf\u00fcgen. Er sagte also: \u201eEs hat sich erwiesen, dass wir in hohem Ma\u00dfe ein Land sind, in welchem wir den Sozialismus praktizieren &#8211; f\u00fcr die Reichen &#8211; und groben Kapitalismus f\u00fcr alle anderen.\u201c Das viele \u00f6ffentliche Geld f\u00fcr die Bankenrettung und der Widerstand gegen Obamas Gesundheitsreform seien Beweise daf\u00fcr. <\/p>\n<p>Und ob das Beweise sind! <\/p>\n<p>Prost!<\/p>\n<p>Die 5+3 Erh\u00f6hung bei Hartz IV geh\u00f6rt ebenfalls in diese Beweiskette. Wichtiger ist aber wohl, dass heute die Bonuszahlungen an der Wall Street h\u00f6her ausfallen als je zuvor, um 6% oder 7 Milliarden Dollar mehr im Vergleich zu 2009. Das hat das \u201eWall Street Journal\u201c erhoben und es wird zitiert in der Grazer \u201eKleine Zeitung\u201c am 3. Februar auf Seite 37.<\/p>\n<p>Wir halten fest: Die Reichen sind auf dem Weg zum Kommunismus!<\/p>\n<p>Prost!<\/p>\n<p>Geschieht ihnen recht! Mag man denken. Denn nach den Erfahrungen hierzulande haben ja manche die Erkenntnis gewonnen, man h\u00e4tte einen solchen Weg zun\u00e4chst durch Versuchstiere erkunden lassen sollen. Die Reichen tun das nicht. Offensichtlich scheint ihr Weg zum Kommunismus sicher zu sein. Ihr Ziel ebenso.<\/p>\n<p>Neuerdings erkunden diesen Weg jedoch noch andere: Z.B. die Dresdner Polizei. Anders kann deren Einsatz im Dresdner Haus der Begegnung am 19.02.2011 nicht interpretiert werden.<\/p>\n<p>Von wegen Staatsanwaltschaft und so! Nein, etwa 100 Polizisten waren ihres Hungerlohnes, ihrer \u00dcberstunden und des Personalabbaus genau so \u00fcberdr\u00fcssig, wie ihrer Rolle als S\u00fcndenbock f\u00fcr die Unf\u00e4higkeit von Gerichten und Stadtverwaltung. Sie waren der Dinge \u00fcberdr\u00fcssig und wollten abhauen &#8211;  in eine bessere Zukunft, in den Kommunismus. Irgendwo musste doch der Weg dahin beginnen und sie vermuteten, das muss im Haus der Begegnung sein. Da sitzt DIE LINKE. Da muss irgendwo der Eingang sein, man muss ihn nur finden. <\/p>\n<p>Sie hatten sich alle ihren Harry Potter vorlesen lassen und waren der festen \u00dcberzeugung, im HdB w\u00fcrde es irgendwo so etwas wie ein Gleis \u201eneundreiviertel\u201c geben, das schnurstraks zum Kommunismus f\u00fchrt. Wahrscheinlich muss man wie bei Harry Potter durch die Wand. Aber selbst wenn diese Widerstand leisten sollte &#8211; daf\u00fcr war man ausger\u00fcstet.<\/p>\n<p>Also, nichts wie hin! \u00dcberraschend eindringen! Die W\u00e4chter ausschalten! Das Gleis suchen und finden! Und los gehts ins Paradies auf Erden!<\/p>\n<p>Sie hatten die Rechnung ohne den speziellen Rechenzauber gemacht. Die Sache mit dem Kommunismus ist halt anders als die mit Harry Potter. Man braucht andere Zauberb\u00fccher und es ist ein langer Weg. Auch ein staubiger. Die Polizisten fanden deshalb zwangsl\u00e4ufig den Bahnsteig nicht, glauben aber immer noch, sich nur in der Hausnummer geirrt zu haben.<\/p>\n<p>Gut so! Irgend jemand muss doch noch an den Weg in den Kommunismus glauben. Und wenn es die Polizei ist.<\/p>\n<p>Prost!  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen, eigentlich wollte ich ja heute in \u00d6sterreich sein &#8211; in Graz, der Hauptstadt der Steiermark. Meine Frau, eine Preussin aus der N\u00e4he von Brandenburg, arbeitet dort n\u00e4mlich schon seit einigen Jahren und hat heute Geburtstag &#8211; keinen runden, aber halt Geburtstag. Prost! &#8211; gell. 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