{"id":603,"date":"2010-04-14T09:45:47","date_gmt":"2010-04-14T07:45:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=603"},"modified":"2010-04-14T13:11:29","modified_gmt":"2010-04-14T11:11:29","slug":"vom-krieg-von-der-umgangssprache-und-vom-klartext-der-sprichworter-und-weisheiten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=603","title":{"rendered":"Vom Krieg, von der Umgangssprache und vom Klartext der Sprichw\u00f6rter und Weisheiten."},"content":{"rendered":"<p>\u201eUmgangssprachlich\u201c, hat er gesagt, der zu Guttenberg, und das \u201eUmgangssprachlich\u201c noch einmal betont, \u201eumgangssprachlich\u201c handele es sich um Krieg, was in Afghanistan passiert. Drei tote deutsche Soldaten und mindestens f\u00fcnf tote Afghanen haben das aktuell best\u00e4tigt, was das Umgangssprache sprechende Volk schon lange wusste. Deutschland ist im Krieg! \u00dcberhaupt das Volk: Es wei\u00df immer schon mehr und das meistens besser als jene, die es regieren. \u201eWenn man anf\u00e4ngt zu kriegen, so f\u00e4ngt man an zu l\u00fcgen\u201c, lautet ein altes Sprichwort. Die verantwortlichen Politiker tun es und wollen es zugleich l\u00fcgnerisch nicht eingestehen. Eine Ausnahme war einst ein Hiram Johnson, seines Zeichens Gouverneur von Kalifornien und Senator im US-Kongress. Er meinte auch, \u201edas erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.\u201c Das ist jedoch schon lange her. Er wirkte von 1911 bis 1945 &#8211; Die Einsicht entsprang aber der Erfahrung von zwei Weltkriegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Sprichw\u00f6rter sind es, die die Weisheit des Volkes fixieren; Weisheit geboren aus Erfahrung. Und die Erfahrung lehrt, \u201eKrieg s\u00e4t Krieg\u201c und \u201eKrieg ist leichter angefangen als beendet\u201c. Freilich gibt es auch Sprichw\u00f6rter, die die Herrschenden unters Volk gestreut haben. Das taten schon die alten R\u00f6mer: \u201eSi vis pacem, para bellum.\u201c (\u201eWillst Du den Frieden, so bereite den Krieg vor\u201c) und manche meinten gar, \u201eKrieg ist der Vater aller Dinge.\u201c Das waren aber die Oberen. Bert Brecht hingegen, der das Ohr am Volke hatte, sprach diesem Volk aus der Seele, als er feststellte: \u201eDie Oberen sagen: Es geht in den Ruhm. Die Unteren sagen: Es geht ins Grab.\u201c Wie wahr, und deshalb \u201egibt es keine kriegsl\u00fcsternen V\u00f6lker; es gibt nur kriegsl\u00fcsterne F\u00fchrer.\u201c Allein schon f\u00fcr diese Erkenntnis, die ebenfalls nichts anderes in Worte kleidet, als was die V\u00f6lker schon lange wissen, bekam der amerikanische B\u00fcrgerrechtler Ralph J. Bunke 1950 den Friedensnobelpreis zu Recht. Die gro\u00dfe Mehrheit des deutschen Volkes will diesen Krieg in Afghanistan nicht. Aber Herr zu Guttenberg und die gesamte deutsche Regierung unter der Pastorentochter aus der DDR will von all\u2018 dem nichts wissen. Sie verirren sich in Sprachregelungen und semantischen Kunstkniffen und best\u00e4tigen doch nur das Volk, das da sagt, \u201eKrieg hat viel Gaukelei\u201c. Nein, die Schwerter werden nicht zu Pflugscharen geschmiedet, wie es einst die Kirche des Pastorentochtervaters der DDR empfahl, sondern noch mehr Schwerter werden in den Krieg gebracht. Als wollte man die Erkenntnis Karl Jaspers ad absurdum f\u00fchren: \u201eDer Krieg ist in wachsendem Umfang kein Kampf mehr, sondern ein Ausrotten durch Technik.\u201c Sie lehnen sich auf die Guttenbergs und Merkels, gegen das, was sie l\u00e4ngst wissen m\u00fcssten: Das \u201eAusrotten durch Technik\u201c verliert gegen den Kampf, wenn ihn das Volk unterst\u00fctzt. Und je mehr Technik man einsetzt, umso mehr Volk geht in den Kampf. Die jugoslawischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg, das vietnamesische Volk seien zwei Beispiele f\u00fcr viele. \u00dcberlegene Waffen schaffen kein Recht. Nein, das Sprichwort stimmt: \u201eIm Krieg schweigt das Recht\u201c. Guttenberg aber will mit seinem Trick mit der Umgangssprache vertuschen, dass seine Waffen das Recht zum Schweigen gebracht haben. Es geht auch gar nicht um Recht. Es geht um Macht, z.B. \u00fcber \u00d6lstra\u00dfen. \u201eDie Spekulation hat die Welt ruiniert und Krieg ist Spekulation\u201c, meinte der Schweizer Schriftsteller John Knittel aus indischen und nordafrikanischen Erfahrungen im 20. Jahrhundert. \u201eKrieg ist die Fortsetzung der Spekulation mit anderen Mitteln\u201c, m\u00f6chte man deshalb heute das Wort von Clausewitz abwandeln, der dies bez\u00fcglich der Politik feststellte. Aber was nun, Herr zu Guttenberg und Frau Merkel? \u201eKrieg ist leichter angefangen als beendet\u201c, haben wir schon geh\u00f6rt.\u00a0 Vielleicht hilft ihnen in dieser Not Benjamin Franklin weiter: \u201eEs gab noch nie einen guten Krieg oder einen schlechten Frieden.\u201c\u00a0 Das ist Klartext in verst\u00e4ndlicher Umgangssprache.<br \/>\n(geschrieben f\u00fcr &#8222;Sachsens Linke&#8220;, Mai 2010)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eUmgangssprachlich\u201c, hat er gesagt, der zu Guttenberg, und das \u201eUmgangssprachlich\u201c noch einmal betont, \u201eumgangssprachlich\u201c handele es sich um Krieg, was in Afghanistan passiert. Drei tote deutsche Soldaten und mindestens f\u00fcnf tote Afghanen haben das aktuell best\u00e4tigt, was das Umgangssprache sprechende Volk schon lange wusste. 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