{"id":590,"date":"2010-01-18T21:32:45","date_gmt":"2010-01-18T19:32:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=590"},"modified":"2010-01-19T13:03:36","modified_gmt":"2010-01-19T11:03:36","slug":"ein-theater-und-seine-sprache-oder-vox-populi-vox-kronen-zeitung-vox-populi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=590","title":{"rendered":"Ein Theater und seine Sprache oder vox populi vox Kronen-Zeitung vox populi."},"content":{"rendered":"<p>1. Prolog<\/p>\n<p>Wer, wie ich, in Wien unmittelbar nach dem letzten Weltkrieg zwischen Augarten und Wallensteinstra\u00dfe aufgewachsen ist, wei\u00df dass in dieser Gegend sehr viel Tschechisch und Slowakisch gesprochen wurde. Die alten Frauen im Beserlpark am Gau\u00dfplatz unterhielten sich in ihren Muttersprachen. Wenn sie Deutsch sprachen, merkte man vor allem an der Phonetik, dass dies h\u00f6chstens ihre zweite Muttersprache sein konnte. Liebevoll nannte man dieses Idiom \u201eBehmageln\u201c, was eben auf den b\u00f6hmischen bzw. slowakischen (f\u00fcr die deutschsprachigen Wienerinnen und Wiener gab es da keinen Unterschied) Grundton Bezug nahm. Die Mehrheit der Familiennamen der 14 Mietsparteien in unserem Haus reflektierten diese Situation: Pany, Schebella, Cerny, Godai, Skolnik, Schrom, Korinek, Schimek; Wasitzky war polnischen Ursprungs. In der Volksschule wurde erhoben, wer zu Hause deutsch sprach und wer eine andere Sprache. Das Ganze war so normal, wie etwas nur normal sein konnte. Es war der alten k.u.k. Monarchie geschuldet &#8211; ihrer ethnischen Vielfalt, ihren sozialen Verh\u00e4ltnissen und ihrer weitgehenden inneren Freiz\u00fcgigkeit. Viele Tschechoslowaken und Tschechoslowakinnen waren beim \u201eSokol\u201c landsm\u00e4nnisch organisiert. Relikte urwiener \u00dcberheblichkeit gegen\u00fcber \u201eZugereisten\u201c gab es wohl. Bei Rangkonflikten z.B. den Spruch \u201eZuerst der Weaner, dann der Behm.\u201c Angewandt wurde er aber bei jeder Art von Rang-Rangelei und war fast immer scherzhaft gemeint. Von einer Freundin meiner Gro\u00dfmutter, einer Heurigens\u00e4ngerin namens Matzke (eine tschechische Ableitung auf Matthias), h\u00f6rte ich \u00f6fter ein Lied \u00fcber die Fronleichnamsprozession, die eine gro\u00dfe Hetz (ein gro\u00dfer Spa\u00df) in Wien war, und dar\u00fcber, wer dort immer hin kam: \u201eder Pany, der Wosselack, der Zwickidack, der Pschisty und der Haderlack, der Jiritschek, der Gebranek und auch der Wenzel Zschiptschaptschek, der Woprehal, der Zapledal &#8230;\u201c<\/p>\n<p>2.\u00a0Vorgeschichte<\/p>\n<p>Wer sie ganz genau wissen will, sehe bei Wikipedia unter \u201eArigona Zogaj\u201c nach. Hinter dem Namen verbirgt sich ein M\u00e4dchen, dessen Vater 2001 aus dem Kosovo illegal nach \u00d6sterreich eingereist ist und trotz eines abgelehnten Asylantrags 2002 seine Frau und seine Kinder nachkommen lie\u00df. Der Vater arbeitet und f\u00e4llt mit seiner Familie niemandem zur Last . Die Kinder besuchen brav Schule bzw. Kindergarten. Sie sind im Heimatort beliebt, sprechen sehr gut Deutsch und gelten als integriert. Schlie\u00dflich wird aber dennoch 2007 die Ausweisung vollzogen. Die Familie kommt in den Kososvo, nur Arigona entzieht sich der Ausweisung durch Verstecken. Eine unendliche, h\u00f6chst tragische Geschichte beginnt: Es gibt Selbstmorddrohungen seitens Arigonas, ein Pfarrer outet sich als Verstecker und quasi Anwalt Arigonas vor der \u00d6ffentlichkeit. Arigona darf die Schule weiter besuchen. Geschwister kehren zeitweilig \u00fcber Ungarn nach \u00d6sterreich zur\u00fcck usw. usw. Von einem Magazin wird Arigona, die weiter um ihren Aufenthalt k\u00e4mpft 2009 zum \u201eMensch des Jahres&#8220; gew\u00e4hlt. Ihr Schicksal wird Gegenstand eines Theaterst\u00fcckes von Franzobel:\u00a0 \u201eA Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit\u201c. Anfang Januar wurde eine weitere Dramatisierung der Geschichte durch Holger Schober unter dem Titel \u201eHeimat.com\u201c in Heilbronn uraufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>3. Eine Meldung und die Kommentare<\/p>\n<p>Eine, nimmt man den blanken Text und entkleidet man ihn seiner Intertextualit\u00e4t (der Beeinflussung seines Verst\u00e4ndnisses durch bereits bekannte fr\u00fchere Texte), sehr neutral gehaltene Meldung auf der Internetseite \u201ekrone.at\u201c informiert am 06.01.10 \u00fcber die Urauff\u00fchrung, verweist auf die bereits vorhandene Dramatisierung und erinnert in zwei S\u00e4tzen an die realen Begebenheiten rund um Arigona. Au\u00dferdem wird dar\u00fcber informiert, dass auch in Deutschland 14.000 Kosovaren von der Abschiebung bedroht w\u00e4ren, Europarat und Vereinte Nationen allerdings der Meinung seien, dass eine R\u00fcckkehr dieser Menschen in Sicherheit und W\u00fcrde nicht m\u00f6glich sei.<\/p>\n<p>Stellt man f\u00fcr diese Meldung die Intertextualit\u00e4t her &#8211; und alle Kommentatorinnen und Kommentatoren im Netz haben dies offensichtlich getan &#8211; so st\u00f6\u00dft man auf einen sehr emotional ausgetragenen Streit um das Schicksal der Familie, um die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Abschiebung und mehr noch um deren Angemessenheit. Verquickt ist dieser Streit mit den Konflikten kontr\u00e4rer Einsch\u00e4tzungen der Situation und Motive der Asylbewerber. Es geht um \u201eMenschen in Not\u201c versus \u201eSchmarotzer am \u00f6sterreichischen Wohlstand\u201c. Die Kronen-Zeitung ist dabei haupts\u00e4chliche Plattform der Vertreterinnen und Vertreter der zweiten Wertung. Die Kommentare zur gegenst\u00e4ndlichen Meldung sind quantitativ und qualitativ Indiz daf\u00fcr. Sprachlich spiegeln sich die Einstellungen der Kommentierenden zu Asylbewerberinnen und -bewerbern generell, zur Familie Zogaj, zu Arigona und ihren Unterst\u00fctzerinnen und Unterst\u00fctzern im Besonderen und zur Dramatisierung in Deutschland im aktuellen Fall. In einer Nebenlinie wird auch mehrmals noch (durchg\u00e4ngig negativ wertend) auf das Schicksal von Natascha Kampusch Bezug genommen, die, als Kind entf\u00fchrt, acht Jahre in Gefangenschaft gehalten wurde. Der Bezug wird immerhin f\u00fcnf Mal hergestellt (z.B. \u201ehauts eich auf a packal\u201c, \u201egemeinsam im keller einsperren\u201c) immer mit ver\u00e4chtlich machender Wertung und insgesamt mit Zustimmung von 157 Leserinnen und Lesern.<\/p>\n<p>Untersucht habe ich 59 Kommentare, die am 06.01.10 zwischen 16:51 Uhr und 18:33 Uhr abgegeben wurden. Bei den Kommentaren wird immer die Zahl der Zustimmungen durch Leserinnen und Leser genannt. Ich f\u00fcge diese ebenfalls hinzu. Man kann aber nicht erkennen, wie viele verschiedene Leserinnen und Leser hinter den jeweiligen Kommentaren stehen. Wenn ich zitiere, behalte ich die Originalorthographie bei.<\/p>\n<p>Die gesamte Asylproblematik, die in \u00d6sterreich wesentlich von der negativen Haltung der rechtspopulistischen Parteien FP\u00d6 und BZ\u00d6 zu illegal eingereisten Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4ndern sowie Asylantinnen und Asylanten gepr\u00e4gt ist, wird z.B. als \u201eWahnsinn\u201c bezeichnet (einmal schlie\u00dfen sich 17 Leserinnen und Leser dieser Wertung an und einmal 46), mit dem \u201eSchluss\u201c gemacht werden m\u00fcsse (eine Meinung, der sich 46 Leserinnen und Leser anschlie\u00dfen). \u201eDiese Ausl\u00e4nder f\u00fchren sich auf, als ob sie bei uns zu Hause w\u00e4ren!!!!!\u201c wird in einem Kommentar gesagt (21 Leserinnen und Leser machen sich dies zu eigen). Das Theaterst\u00fcck k\u00f6nnte in Deutschland die Ansicht st\u00fctzen, in \u00d6sterreich w\u00e4re es sehr einfach, illegal leben zu k\u00f6nnen und die Beh\u00f6rden l\u00e4cherlich zu machen. Das k\u00f6nnte dazu f\u00fchren \u201edass wir demn\u00e4chst wort-w\u00f6rtlich \u00fcberrannt werden. den dise st\u00fcck wird beispielgebend sein.\u201c (dazu gibt es 16 Zustimmungen). Andererseits wird die Premiere des St\u00fccks in Heilbronn zum Anlass und Argument genommen, Arigona mit ihrer Familie doch nach Deutschland abzuschieben oder auf Welttournee zu schicken. In sieben Kommentaren kommt dies zum Ausdruck (281 Leserinnen und Leser unterst\u00fctzen dies). Allein dem Kommentar \u201eBitte die Arigona nach Deutschland schicken und lasst sie und ihre Familie an dem Theaterst\u00fcck mitverdienen &#8211; dann sind wir sie los und die Diskussion h\u00e4tte endlich ein Ende!!!\u201c schlie\u00dfen sich 104 Leserinnen und Leser an. Das angesprochene Theaterst\u00fcck wird auch als Provokation des Volkes verstanden (einmal 22 Zustimmungen und einmal 4). \u201eSolche ,Theaterst\u00fccke\u2018 werden von Nestbeschmutzern gemacht\u201c (14 Zustimmungen). Der Empfehlung, dass \u00d6sterreich bei falscher Darstellung der Sachverhalte im St\u00fcck klagen sollte (\u201ewegen unwahrheit, verh\u00f6hnung \u00f6sterreichs usw. alles was man da klagen kann\u201c) schlie\u00dfen sich 26 Leserinnen und Leser an. Der Darstellung der Welt auf dem Theater wird mit dem \u201eFall Arigona\u201c die Welt als Theater oder auch \u201eKasperletheater\u201c (79 Zustimmungen) gegen\u00fcbergestellt. \u201e,Unsere neuen Super Stars\u2018 &#8211; Arigona u. Natascha! Applaus\u201c gef\u00e4llt 82 Leserinnen und Lesern. F\u00fcr \u201ena bei uns in \u00f6sterreich is das schon l\u00e4ngst a theater\u201c k\u00f6nnen sich 31 Leserinnen und Leser erw\u00e4men. In einem Kommentar wird gefragt, \u201eKommt nach Hollywood und Bollywood jetzt Kosowood ??????\u201c und 42 Leserinnen und Leser w\u00fcrden die gleiche Frage stellen. Dass die Vorg\u00e4nge um Arigona eine \u201eschmierenkom\u00f6die\u201c und \u201ewohl ein geschmackloser witz\u201c seien, sehen 46 andere ebenso. Die Akteure der realen Vorg\u00e4nge seien \u201ebesser als jeder gelernte Schauspieler, sonst k\u00f6nntens uns ja nicht so ein Theater vorspielen und das \u00fcber Jahre hinweg\u201c findet die Zustimmung von 21 Personen. \u201eTheaterst\u00fcck\u201c sei sehr treffend, denn die &#8222;show die da abgezogen wurde entsprach einem theater. allerdings einem schlechten\u201c wird 12 mal unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Vergleiche dazu DUDEN Deutsches Universalw\u00f6rterbuch:<\/p>\n<p><strong>Theater: <\/strong>&#8230; (ugs. abwertend) <em>Unruhe, Verwirrung, Aufregung, als unecht oder \u00fcbertrieben empfundenes Tun &#8230;<\/em><\/p>\n<p>Als \u201eMensch des Jahres\u201c wird Arigona in einem Kommentar als \u201eschmarotzerin\u201c ironisch den \u201eeinheimischen frauen\u201c gegen\u00fcbergestellt, die &#8211; wiederum ironisch &#8211; nichts leisten. Es ist aber Arigonas Generation, die \u201egar nicht ans arbeiten denkt oder noch weniger daran gew\u00f6hnt ist? aber andersrum. warum soll man etwas leisten, wenn man alles geschenkt bekommt\u201c (9 Leserinnen und Leser sind auch dieser Meinung). Was das Arbeiten betrifft war allerdings Arigona mit ihrer Familie sehr vielmehr das Beispiel f\u00fcr das Gegenteil von dem, was hier behauptet wird.<\/p>\n<p>Die zitierten Beispiele und andere zeigen ausreichend, Leserinnen und Leser von \u201ekrone.at\u201c und die dazu geh\u00f6rigen Kommentare artikulieren in gro\u00dfer Mehrheit ihre ablehnende Distanz zu differenziertem Umgang mit Asylbewerberinnen und -bewerbern. \u201eAbschieben\u201c, \u201eheimschleichen\u201c, \u201eabstrafen\u201c, \u201eSchluss machen mit dem Wahnsinn\u201c, \u201enach Deutschland holen\u201c sind die Empfehlungen. \u201e&#8230; im Wohnhaus sind mehr Immigranten als Einheimische &#8230;\u201c, wird b\u00f6se festgestellt. Langwierige Prozeduren werden als \u201eTheater\u201c auf Kosten der Steuerzahler empfunden. K\u00f6nnte man dies alles noch als zwar wenig sachliche, gef\u00e4hrlich verk\u00fcrzende, schablonenhafte, sprachlich manchmal deftige, dennoch aber legitime Meinungs\u00e4u\u00dferung verstehen, so entlarven die direkten Bezeichnungen f\u00fcr Arigona und ihre Familie bzw. Asylbewerberinnen und -bewerber \u00fcberhaupt den inhumanen, intoleranten, z.T fachistoiden Meinungssumpf, aus dem unertr\u00e4gliche Sprachblasen aufsteigen: Immerhin 31 Leserinnen und Leser meinen, man k\u00f6nne von \u201eArigona und ihre Muschpoke\u201c sprechen, von \u201edem Kaliber\u201c, von dem man hier genug h\u00e4tte. Mit der Benennung \u201eSchmarotzerin\u201c stimmen 14 Personen \u00fcberein (die \u201eschmarotzt\u201c dann nat\u00fcrlich, was 27 andere genau so sehen), 20 freuen sich \u00fcber \u201ekosovarisches Gsiachtl\u201c, ebenso 20 \u00fcber \u201egrinsende Kosovoabzockergesindel\u201c. \u201eIllegal eingereiste arbeitsscheugesindel\u201c stimmen 24 Leserinnen und Leser zu. \u201ePack\u201c h\u00f6ren 22 Personen offensichtlich gerne, 21Leserinnen und Leser bekr\u00e4ftigen \u201eillegal eingereiste Gesetzesbrecher\u201c und 12 halten diese f\u00fcr \u201eGesocks\u201c. Zweimal wird auch einfach von \u201eFamilie\u201c gesprochen, allerdings auch in negative wertenden Kontexten. Der Arigona sch\u00fctzende Pfarrer, ist \u00fcbrigens der \u201epfarrer, der ihr am hintern gafft\u201c\u00a0 (36 Leserinnen und Leser sehen das genau so).<\/p>\n<p>Der Genauigkeit halber seien hier wieder die jeweils zutreffenden Bedeutungsdefinitionen aus dem \u201eDUDEN\u00a0 Deutsches Universalw\u00f6rterbuch eingef\u00fcgt:<\/p>\n<p><strong>Mischpoke<\/strong>: ..,. \u00fcble Gesellschaft, Gruppe von unangenehmen Leuten &#8230;<\/p>\n<p><strong>Kaliber<\/strong>: &#8230; (ugs. h\u00e4ufig abwertend)<em> Art, Sorte: <\/em>ein Verbrecher tollsten\u00a0 -s &#8230;<\/p>\n<p><strong>schmarotzen: &#8230; (<\/strong>abwertend): <em>faul auf Kosten anderer leben &#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Gesindel<\/strong>: &#8230; (abwertend): <em>Gruppe von Menschen, die als asozial, verbrecherisch o.\u00e4. verachtet, abgelehnt wird &#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Pack<\/strong>: &#8230; (salopp abwertend): <em>Gruppe von Menschen, die als asozial, verkommen o.\u00c4. verachtet, abgelehnt wird &#8230;<\/em><\/p>\n<p>Gegenpositionen oder wenigstens abmildernde \u00c4u\u00dferungen findet man kaum: H\u00f6chstens vier Kommentare erf\u00fcllen diese Qualifikation, z.T. auch nur bedingt, insgesamt 28 Leserinnen und Leser schlie\u00dfen sich dem an. Das sind im Urteil der \u00dcbrigen jedoch die \u201egutmenschen\u201c, die sich \u201ewirklich bis zum rand der ersch\u00f6pfung papierln\u201c lassen (12 Zustimmungen).<\/p>\n<p>4.\u00a0Epilog<\/p>\n<p>Am 17.01.2010 schreibt die Kronen Zeitung eine zweiseitige Titelgeschichte zu Thomas Vanek. Dieser Mann ist ein erfolgreicher \u00f6sterreichische Eishockeyspieler in der nordamerikanischen NHL und entscheidender Leistungstr\u00e4ger in der \u00f6sterreichischen Eishockey-Nationalmannschaft. Geboren wurde er 1984 in Baden bei Wien als Sohn eines zwei Jahre zuvor emigrierten tschechisch-slowakischen Ehepaares. \u201eDa hat das Schicksal seien Weichen gestellt: Als seine Eltern auf der Flucht nach \u00d6sterreich nicht aufgaben. Als sich die Mutter auf die K\u00fchlerhaube setzte, mit den H\u00e4nden an die Scheibenwischer geklammert, weil das armselige Auto die Passh\u00f6he sonst nicht derschnauft h\u00e4tte. Als ein Grenzmann die kleine Familie im Urlauber-Stau durchlie\u00df. Sie waren aus dem Osten geflohen, um \u00fcber \u00d6sterreich das Gl\u00fcck in Amerika zu suchen. Sie landeten in Traiskirchen &#8230; Der Vater ein willkommener Eishockey-Spieler und Trainer. &#8230; Sportler des Jahres war Thomas Vanek eh schon. Als Mensch des Jahres k\u00f6nnte seine Vorbildwirkung noch vertieft werden.\u201c (Kronen-Zeitung, 17.01.10, S. 12f.)<\/p>\n<p>5.\u00a0Schlussfolgerung<\/p>\n<ol>\n<li>Die Sprache entlarvt ziemlich einfache und deshalb um so gef\u00e4hrlichere geistige Strickmuster.<\/li>\n<li>Die Kronen-Zeitung legitimiert ihre oft direkte, feindselige Sprache im Zusammenhang mit Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4ndern durch die Sprache ihrer Leserinnen und Leser.<\/li>\n<li>Die Leserinnen und Leser legitimieren ihre Sprach-Gewalt aus der Berichterstattung der Kronen-Zeitung selbst, die sprachlich zwar meist sanfter formuliert, der Sprach-Gewalt der Leserinnen und Leser aber \u00f6ffentlichen Raum und freien Lauf gibt.<\/li>\n<li>Es gibt Unterschiede zwischen illegaler Einreise und illegaler Einreise.<\/li>\n<\/ol>\n<p>4.1. Sie wurde immer begr\u00fcsst, so lange sie aus den alten Ostblockstaaten heraus f\u00fchrte.<\/p>\n<p>4.2. Sie wird begr\u00fcsst, wenn sie sportliche Erfolge bringt.<\/p>\n<p>4.3. Elend und Gefahr f\u00fcr Leib und Leben im Herkunftsland allein und einfache Arbeit und<\/p>\n<p>Schulerfolg gelten nicht als Legitimation.<\/p>\n<p>4.4.Es gibt also Menschen verschiedenen Werts. Dieser Wert misst sich am Nutzen f\u00fcr<\/p>\n<p>\u00d6sterreich und nicht an allgemeiner Menschlichkeit und Menschenrechten.<\/p>\n<p>5.Wer keinen Nutzen bringt, bringt Schaden, wird als asozial und kriminell denunziert.<\/p>\n<p>Manches setzt eben dem Fass die Krone auf!<\/p>\n<div><span style=\"font-family: Helvetica, 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, serif; font-size: small;\"><br \/>\n<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Prolog Wer, wie ich, in Wien unmittelbar nach dem letzten Weltkrieg zwischen Augarten und Wallensteinstra\u00dfe aufgewachsen ist, wei\u00df dass in dieser Gegend sehr viel Tschechisch und Slowakisch gesprochen wurde. 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