{"id":148,"date":"2008-08-13T10:07:31","date_gmt":"2008-08-13T08:07:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=148"},"modified":"2009-08-13T19:13:47","modified_gmt":"2009-08-13T17:13:47","slug":"germknodel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=148","title":{"rendered":"Germkn\u00f6del"},"content":{"rendered":"<p>\u201eGermkn\u00f6del\u201c bestehen aus \u201eGermteig\u201c. Sie werden sowohl als Hauptspeise (dann meist zwei) oder auch als Nachspeise (dann meist einer) gegessen. In Deutschland nennt man den gleichen Teig \u201eHefeteig\u201c, weil dort die \u201eGerm\u201c \u201eHefe\u201c hei\u00dft. Der Unterschied zwischen \u201eGerm\u201c und \u201eHefe\u201c ist also in der Sache keiner, wohl aber in der Sprache. Man kann ihn \u00e4hnlich beschreiben, wie den zwischen \u201eKipferl\u201c und \u201eH\u00f6rnchen\u201c. \u201eH\u00f6rnchen\u201c \u2013 das hatten wir schon \u2013 ist einfach und beschreibt die Form. Ebenso einfach ist \u201eHefe\u201c. Das Wort hat etwas mit \u201eheben\u201c zu tun, weil eben die Hefe den Teig hebt (wenn man nicht aufpasst, gleich auch noch aus dem Gef\u00e4\u00df hinaus). Deshalb hie\u00df die Hefe hin und wieder auch \u201ehebe\u201c, z.B. vereinzelt im Mittelhochdeutschen. Dass \u201eb\u201c und \u201ef\u201c in einem Wort wechseln k\u00f6nnen hat komplizierte und uralte Gr\u00fcnde. Ein D\u00e4ne namens Verner hat das erforscht und \u201eGrammatischen Wechsel\u201c genannt. Zu tun hat es etwas mit wechselnden Akzenten. Mit dem Wort \u201eGerm\u201c ist es komplizierter. Entweder es kommt von dem althochdeutschen Wort \u201egaraven\u201c = \u201ebereitmachen\u201c (hat also etwas mit \u201egaren\u201c zu tun) oder es kommt aus dem Lateinischen: \u201egermen\u201c = \u201eKeim.<\/p>\n<p>Sei es, wie es sei. Den Teig kann man auf sehr unterschiedliche Weise zubereiten. Meine Erfahrung sagt mir, dass die einfachste die erfolgversprechendste ist. Lassen Sie sich die komplizierteren deshalb von anderen Leuten erkl\u00e4ren.<\/p>\n<ol>\n<li>r\u00fchrt man in ein Viertel Liter lauwarme Milch so etwa 50 Gramm Germ und ein bis zwei Eier (je nach Gr\u00f6\u00dfe und Geschmack) hinein.<\/li>\n<li>mengt man Mehl so darunter, dass man es zuerst r\u00fchrt und dann immer mehr schl\u00e4gt bis ein Teig entsteht, der nicht mehr (oder kaum noch) am Kochl\u00f6ffel klebt (statt des Schlagens kann man auch ein R\u00fchrwerk am Handmixer verwenden und die Klebrigkeit mit der Hand pr\u00fcfen).<\/li>\n<li>l\u00e4sst man den Teig an einem warmen, auf keinen Fall zugigen Ort zugedeckt gehen.<\/li>\n<li>Aus dem aufgegangenen Teig formt man Kn\u00f6del, die man mit etwa einem Teel\u00f6ffel Powidl (= Pflaumenmus, siehe \u201ePowidltatschkerln\u201c) f\u00fcllt.<\/li>\n<li>gibt man die Kn\u00f6del in kochendes Salzwasser und kocht sie gar, d.h., bis sie nicht mehr weiter aufgehen.<\/li>\n<li>muss man sie sofort servieren und dabei mit zerlassener Butter betr\u00e4ufeln sowie mit geriebenem Mohn und Staubzucker bestreuen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Bier schmeckt dazu gar nicht, wohl aber Wasser, Saft oder Wein. Die Kinder haben also die Chance gleichberechtigt mitzutrinken, wenn man auf Wein verzichtet.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzt sei, dass es kompliziertre Verfahren des Garens in T\u00fcchern oder auf Sieben \u00fcber Dampf gibt, die vorgeschlagene Methode jedoch gut und wohl auch am weitesten verbreitet ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGermkn\u00f6del\u201c bestehen aus \u201eGermteig\u201c. Sie werden sowohl als Hauptspeise (dann meist zwei) oder auch als Nachspeise (dann meist einer) gegessen. In Deutschland nennt man den gleichen Teig \u201eHefeteig\u201c, weil dort die \u201eGerm\u201c \u201eHefe\u201c hei\u00dft. Der Unterschied zwischen \u201eGerm\u201c und \u201eHefe\u201c ist also in der Sache keiner, wohl aber in der Sprache. 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