{"id":1021,"date":"2017-01-19T16:15:35","date_gmt":"2017-01-19T14:15:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=1021"},"modified":"2017-01-19T16:15:35","modified_gmt":"2017-01-19T14:15:35","slug":"wer-ist-denn-nun-des-wahnsinns-fette-beute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=1021","title":{"rendered":"Wer ist denn nun des Wahnsinns fette Beute?"},"content":{"rendered":"<p>Mitte Januar diesen Jahres gab es zwei Meldungen, die sehr unterschiedlich unterschiedliche Menschen beunruhigten. Die Partei DIE LINKE hatte den Entwurf ihres Programms f\u00fcr die Bundestagswahl ver\u00f6ffentlicht. Die Entwicklungsorganisation Oxfam hinwiederum trat vor dem Start des Wirtschaftsforums in Davos mit einer Studie an die \u00d6ffentlichkeit. Oxam stellte fest &#8211; und so meldete es dpa &#8211; dass der Wohlstand noch nie in der j\u00fcngeren Wirtschaftsgeschichte so ungleich verteilt gewesen w\u00e4re wie heute. Die acht reichsten M\u00e4nner der Welt (ja, alles  M\u00e4nner) bes\u00e4\u00dfen \u201egemeinsam ein \u00e4hnlich gro\u00dfes Verm\u00f6gen wie die gesamte \u00e4rmere H\u00e4lfte der Menschheit\u201c (16.01.17, t-online.de). Am gleichen Tag war im nd von Oxam auf der ersten Seite zu lesen, dass das reichste Prozent der Weltbev\u00f6lkerung 50,8 Prozent des Weltverm\u00f6gens in ihren Kassen h\u00e4lt. Im halbwegs wohlhabenden Deutschland verf\u00fcgt das reichste Prozent der Bev\u00f6lkerung \u00fcber ein Drittel des Gesamtverm\u00f6gens. Immerhin braucht es bei uns 36 Milliard\u00e4re, um so viel Verm\u00f6gen zu besitzen, wie die \u00e4rmere H\u00e4lfte. Fett macht das die meisten auch nicht.<br \/>\nWie es nun der Zufall will, \u201eLINKE-Kampfansage gegen Reiche\u201c war die Schlagzeile im nd just neben dem Artikel \u00fcber die himmelschreiende soziale Ungleichheit in der Welt. Es war die Meldung \u00fcber den Entwurf des Bundestagswahlprogramms der Partei DIE LINKE. Sie fordert z.B. einen Mindestlohn von 12 Euro, sie will, dass niemand mehr als ein Drittel seines Einkommens f\u00fcr die Miete ausgeben muss. Sie will Renten, die der Altersarmut einen Riegel vorschieben usw. usw. Daf\u00fcr wollen die Linken unter anderem kr\u00e4ftig in die Taschen der Reichen greifen, die Macht der Banken brechen, Steuerflucht verhindern und Finanztransaktionen belasten.<br \/>\nSo weit, so gut. Wer aber war nun wor\u00fcber beunruhigt? Die Herolde des Kapitals st\u00f6rten die Absichten der LINKE sehr viel mehr, als die Erkenntnisse von Oxam. \u201efocus.de\u201c titelte, &#8222;Linke will mit Wahnsinns-Sozialgeschenken der AfD W\u00e4hler abjagen\u201c, und schrieb im Weiteren, &#8222;die angek\u00fcndigten Linken-Wahlgeschenke sind utopisch und nicht finanzierbar.&#8220; Emp\u00f6rt wurde die Aufforderung der LINKE gemeldet, die Macht der Banken zu brechen. Mag sein, dass das alles durchzusetzen tats\u00e4chlich schwierig wird. Der Wahnsinn sieht aber anders aus. Als Beispiel f\u00fcr die Bedeutung des Wortes \u201eWahnsinn\u201c gibt das \u201eDUDEN &#8211; Deutsches Universalw\u00f6rterbuch\u201c, den eigentlich allbekannten Spruch an, \u201eEs ist zwar Wahnsinn, aber es hat Methode.\u201c Ja, so ist es mit dem Wachstum von Reichtum und Armut. Das ist dem Kapitalismus systemimmanent. \u201eWahnsinn\u201c definiert das gleiche W\u00f6rterbuch als \u201epsychische St\u00f6rung, die von Wahn (und Halluzinationen) begleitet wird.\u201c Und wenn ich dann bei \u201eWahn\u201c nachsehe, erfahre ich, dass es sich um eine \u201eEinbildung,\u201c eine \u201eirrige Annahme; falsche Vorstellung, die sich bei jemandem festgesetzt hat\u201c, handelt. Das Fazit jedes vern\u00fcnftig denkenden Menschen m\u00fcsste ja eigentlich sein, es gibt nicht mehr Gerechtigkeit als im Programm der LINKE. Der Wahnsinn jedoch ist dort angesiedelt, wo die irrige Annahme nicht weiter st\u00f6rt, es sei normal, dass acht Milliard\u00e4re die halbe Welt besitzen. Freilich steht focus mit seiner falschen Zuordnung des Wahnsinns nicht allein. Auch noch am gleichen Tag meldeten die Leitmedien, dass Experten f\u00fcr die Zahlen von Oxam Zweifel anmelden. Die Berechnungen seien irref\u00fchrend. F\u00fcr solche Leute f\u00e4llt mir der Evangelist Lukas ein. Er erz\u00e4hlt das Gleichnis vom armen Lazarus, dem nicht einmal die Kr\u00fcmel vom Tisch des Reichen geg\u00f6nnt waren. Die waren den Hunden vorbehalten. Nach ihrem Tod kam aber Lazarus zu Abraham in den Himmel und der Reiche musste H\u00f6llenqualen leiden. Er bat Abraham, jemanden vom Tode auferstehen zu lassen, um seine f\u00fcnf Br\u00fcdern zu warnen, was ihnen bei ihrer Lebensweise nach dem Tod drohe, so dass sie sich bekehrten. Abraham lehnte dies jedoch mit den Worten ab: \u201eWenn sie nicht auf Moses und die Propheten h\u00f6ren, so werden sie auch nicht glauben, wenn einer von den Toten aufersteht.\u201c (vgl. Lukas 16, 19 -31) Ach die Experten und Focus! Sie w\u00fcrden auf ihren Wahn weiter bestehen, selbst wenn Karl Marx vom Tode auferst\u00e4nde.<\/p>\n<p>(Geschrieben f\u00fcr Links, Februar 2017, 18.01.2017)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitte Januar diesen Jahres gab es zwei Meldungen, die sehr unterschiedlich unterschiedliche Menschen beunruhigten. Die Partei DIE LINKE hatte den Entwurf ihres Programms f\u00fcr die Bundestagswahl ver\u00f6ffentlicht. Die Entwicklungsorganisation Oxfam hinwiederum trat vor dem Start des Wirtschaftsforums in Davos mit einer Studie an die \u00d6ffentlichkeit. 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