{"id":1002,"date":"2016-07-24T16:32:02","date_gmt":"2016-07-24T14:32:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=1002"},"modified":"2016-07-24T16:32:02","modified_gmt":"2016-07-24T14:32:02","slug":"wenn-wir-erklimmen-schwindelnde-hoehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peter-porsch.de\/?p=1002","title":{"rendered":"&#8222;Wenn wir erklimmen schwindelnde H\u00f6hen &#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\u2026 brennt &#8211; wenigstens im Lied &#8211; in unsern Herzen eine Sehnsucht, \u201edie l\u00e4sst uns nimmermehr in Ruh.\u201c So mag es vielleicht zwei Bergkameraden &#8211; korrekt: einem Bergkameraden und einer Bergkameradin &#8211; gegangen sein, die am 10. Juni diesen Jahres die Gipfel der Zugspitze erreicht haben. Der eine kam von Tiroler Seite aus, die andere nahm ihren Ausgangspunkt in Bayern. Von beiden Seiten f\u00fchren ja Seilbahnen in die schwindelnden H\u00f6hen. Die Grenze zwischen Deutschland und \u00d6sterreich verl\u00e4uft \u00fcber den Westgipfel. Ein wahrhaft symbolischer Ort f\u00fcr ein Treffen zwischen \u00d6sterreichs Rechtspopulisten Heinz Christian Strache von der FP\u00d6 und Deutschlands Frontfrau der AfD, Frauke Petry. Der Berg war schon oft Ziel von Leuten, die noch h\u00f6her hinaus wollten. Es landeten Flugzeuge unterhalb des Gipfels, es flogen Segelflieger von dort ab. Seilt\u00e4nzer balancierten zwischen dem Ost- und Westgipfel. Andere fuhren die Strecke auf dem Hochseil mit dem Motorrad. F\u00fcr Nazis war der Berg Symbol Gro\u00dfdeutschlands und einer f\u00fcr sie unnat\u00fcrlichen Grenze. Sie machten 1933 ihr Symbol, das Hakenkreuz, vom Gipfel weithin sichtbar ins Land Tirol und ins Land Bayern. Und jetzt Strache und Petry. Was machen die da oben? Zwei Leute, die die alten Grenzen in Europa lieber wieder aufrichten und undurchl\u00e4ssig machen wollen, \u00fcberwinden eine Grenze von jeweils ihrer Seite kommend. Von dpa erfahren wir, \u201edass Strache und Petry einen Blick hinab auf die deutsche und \u00f6sterreichische Politik werfen wollen.\u201c Deutsch und \u00f6sterreichisch also streng getrennt. Wer es glaubt, wird selig. Die Reaktionen bei facebook und auf den Seiten vor allem der \u00f6sterreichischen Zeitungen im Netz waren eindeutig. Warum trifft man sich nicht gleich am Obersalzberg, wurde gefragt. War die Wolfsschanze zu weit und geschlossen? Man h\u00f6rte wohl die Nachtigall der gro\u00dfdeutschen Tr\u00e4ume schon wieder trapsen. Kein Wunder: \u201eSprache, Geschichte und Kultur \u00d6sterreichs sind deutsch. Die \u00fcberwiegende Mehrheit der \u00d6sterreicher ist Teil der deutschen Volks-, Sprach- und Kulturgemeinschaft.\u201c So steht es im FP\u00d6-Parteiprogramm von 2015. Das wollte und konnte man auf der Zugspitze nat\u00fcrlich nicht gleich in Stein mei\u00dfeln, weshalb man sich zun\u00e4chst mit der Vereinbarung begn\u00fcgte, die Kooperation von FP\u00d6 und AfD auf kommunaler Ebene zur vertiefen. Aber es geht perspektivisch um mehr. Es geht um ein &#8211; wie sie sagen &#8211; \u201ef\u00f6derales Europa\u201c. Gemeinsame Arbeitsgruppen sollen Themen wie nationale Identit\u00e4t, die (zu beschr\u00e4nkende) Zukunft des Euro und die \u201emoderne V\u00f6lkerwanderung\u201c, wie Strache die Fl\u00fcchtlingsbewegungen nennt, behandelt werden. Es geht um die Zusammenarbeit rechter und rechtspopulistischer Parteien in Europa. Am Donnerstag nach dem \u201eGipfeltreffen\u201c war Frau Le Pen aus Frankreich Gast bei Herrn Strache; jetzt nicht so hoch droben, aber daf\u00fcr schon vor Wien. \u201eUnsere Grenzen sind geschlossen. Wir m\u00fcssen unsere eigenen Grenzen wieder unter Kontrolle bringen\u201c, war dort der O-Ton der Franz\u00f6sin. Die Sache ist gef\u00e4hrlich. Der Brexit ist ein Teil davon. Das eingangs zitierte Lied hat eine vierte Strophe: \u201eBeim Alpengl\u00fchen heimw\u00e4rts wir ziehen, Berge, die Leuchten so rot. Wir kommen wieder, denn wir sind Br\u00fcder, Br\u00fcder auf Leben und Tod.\u201c Eventuell rotes Leuchten der Zugspitze nach dem Besuch von Petry und Strache war nicht das linke Rot. Es k\u00f6nnte sehr viel eher das heraufd\u00e4mmernde kriegerische Rot eines erneut zersplitterten \u201eEuropa der Vaterl\u00e4nder\u201c sein. Denn machen wir uns nichts vor, Nationalisten werden nur so lange Geschwister sein, bis sie den Boden f\u00fcr wiederum blutigen Streit um nationale Vorherrschaft und Hegemonie bereitet haben. Hallo Linke! Unser muss &#8211; um die Zukunft Europas willen &#8211; die dritte Strophe des Lieds sein: \u201eFels ist bezwungen, frei atmen Lungen, ach, wie sch\u00f6n ist die Welt. Handschlag ein L\u00e4cheln, M\u00fchen vergessen, alles auf\u2019s Beste bestellt.\u201c Es bleibt nicht mehr viel Zeit daf\u00fcr.<\/p>\n<p>(Geschrieben am 29.06.2016 f\u00fcr DISPUT, August 2016)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 brennt &#8211; wenigstens im Lied &#8211; in unsern Herzen eine Sehnsucht, \u201edie l\u00e4sst uns nimmermehr in Ruh.\u201c So mag es vielleicht zwei Bergkameraden &#8211; korrekt: einem Bergkameraden und einer Bergkameradin &#8211; gegangen sein, die am 10. Juni diesen Jahres die Gipfel der Zugspitze erreicht haben. 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